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Datenleaks vorbeugen: Mit Daten geizen, eigene Infos schützen

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Sparsam mit eigenen Daten sein, alte Infos löschen lassen und nicht jeder App vertrauen: Tipps zum besseren Schutz vor Datenleaks.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Nicht alles muss im Internet stehen: Überlegen Sie vor jeder Veröffentlichung, ob Sie die Info auch laut durch einen Bus rufen würden.
  • Nicht alles muss ewig im Internet bleiben: Fordern Sie Betreiber von Internetseiten und Suchmaschinen auf, alte und unliebsame Daten zu löschen.
  • Nicht alles sollte leicht zu erreichen sein: Vergeben Sie für jeden Online-Dienst ein eigenes sicheres Passwort.
  • Nicht alles sollte für Apps zugänglich sein: Prüfen Sie die Zugriffsberechtigungen der Programme auf Smartphones und Tablets genau.
Datenschutz. Foto: vege - Adobe Stock

Datenschutz und Datensicherheit. Foto: vege - Adobe Stock

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Hassbotschaften, Drohungen, intime Daten kursieren ungefiltert und ungeschützt im Netz: Hierbei kann jede Person ungewollt zum Opfer werden. Auch was man von sich selbst einmal ins Internet geladen hat, kann einen Jahres später einholen, wenn es von anderen neu veröffentlicht wird. Denn so genannte Datenleaks (also das Veröffentlichen von Daten, die eigentlich nicht für alle Öffentlichkeit bestimmt sind), müssen nicht immer auf Hacker-Attacken zurückgehen.

Jeder Nutzer hat das Recht, alte Infos über sich von Seiten und Suchmaschinen entfernen zu lassen. Noch besser ist es aber, wenn gar nicht erst alle Infos ins Internet gelangen. Dazu ein paar Tipps:

Nicht alles online stellen

Was einmal im Internet das Licht der Welt erblickt, bleibt dort meist dauerhaft und verschwindet nicht von selbst. Veröffentlichte Fotos, Videos und Texte können nicht nur betrachtet, sondern auch gespeichert, weitergeleitet oder unter anderem Namen und Titel auch wieder veröffentlicht werden. Auch wenn dies nicht immer mit rechten Dingen geschieht. Fotos, Filme und Posts in sozialen Netzwerken, die eigentlich nur für ausgewählte Freunde gedacht sind, können in Hacker-Hände geraten. So musste etwa Facebook Ende vergangenen Jahres einräumen, dass Programme für das soziale Netzwerk sich einen unbefugten Zugriff auf mehrere Millionen privater User-Fotos verschaffen konnten. Wer sich bei Online-Diensten anmeldet, sollte wenn möglich nicht alle abgefragten Daten preisgeben. Mit dem Geburtsdatum lässt sich leicht die Identität klauen, mit Angabe des Jobs können andere auf Einkommen und Kaufkraft schließen. Überlegen Sie also bei jeder Veröffentlichtung, ob Sie die Info auch laut durch einen Bus rufen würden.

Veröffentlichtes regelmäßig prüfen

Persönliche Daten durch die Eingabe des eigenen Namens ab und an zu überprüfen, ist sinnvoll. Wer bei seiner Suche unliebsame Behauptungen auf anderen Internetseiten entdeckt, kann die Seitenbetreiber und Suchmaschinenanbieter auffordern, diese Daten umgehend zu löschen. Diese müssen entfernt werden, falls das Interesse an einer Datenlöschung von Betroffenen höher zu bewerten ist als etwa das Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit. Unsere Musterbriefe helfen bei der richtigen Formulierung solcher Aufforderungen.

In die Jahre Gekommenes löschen

Ein Mannschaftsfoto vom örtlichen Fußballverein aus dem Jahr 2006 – auch bei alten Veröffentlichungen ist die Frage angebracht, wie lange die Sichtbarkeit vergangener Anlässe und Ereignisse im Internet gerechtfertigt ist. Denn so bleiben persönliche Daten (Fotos, Namen und womöglich private Kontaktadresse) stets verfügbar. Wer Unseriöses im Sinn hat, kann online aufgespürte Persönlichkeitsdaten für eine anonyme und bloßstellende Veröffentlichung noch Jahre später nutzen.

Hass-Beiträge in sozialen Netzwerken melden

Wer in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, YouTube und Co. gemobbt oder mit Hassbotschaften verfolgt wird, sollte solche Beiträge den Betreibern des jeweiligen Netzwerkes melden. Diese müssen den "Shit"-Meldungen nachgehen und offensichtlich rechtswidrige Einträge grundsätzlich innerhalb von 24 Stunden entfernen. Anleitungen für das Melden von Kommentaren bei Facebook, Instagram, Twitter und Google+ gibt es auf checked4you.de, dem Online-Jugendmagazin der Verbraucherzentrale NRW.

Persönlichen Zugang sichern

Unerlässlich für den Schutz eigener Daten sind schwer zu knackende Passwörter. Wie jedes Türschloss seinen eigenen Schlüssel hat, so sollte auch jeder Zugang zu Internetdiensten über ein eigenes Passwort verfügen. Wem bei zu vielen Passwörtern der Kopf schwirrt, der kann seine Zugang-Codes einem digitalen Passwort-Manager anvertrauen. Diese Programme speichern verschiedene Passworte, der Nutzer muss sich nur ein Haupt-Passwort merken. Das ist sicherer, als bei allen Diensten stets dieselbe Zugangskennung zu nutzen. Je mehr Zeichen ein Passwort hat, desto sicherer ist es. Mindestens zehn Zeichen, Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen erhöhen den Schutz. Namen, Geburtsdaten, Telefonnummern oder Ähnliches sollten nicht verwendet werden.

Apps in Schranken weisen

Die nützlichen oder spielerischen Anwendungen auf Smartphones und Tablets möchten manchmal auf Dinge zugreifen, die sie nichts angehen. So sollten Nutzer vor dem Start festlegen, ob eine App wirklich die gespeicherten Kontakte auslesen darf. Bei einer Taschenlampen-App etwa gibt's keinen Grund dafür. Die Entwickler könnten jedoch ein Programm mit entsprechendem Zugriff auf Kontaktdaten dazu nutzen, die gespeicherten Daten zu sammeln, diese zu verkaufen oder illegal zu veröffentlichen. Die Betriebssysteme iOS von Apple und Android (ab Version 6.0) bieten die Möglichkeit, Berechtigungen für jede App auch nach der Installation einzeln zu sperren.

Datenschutz und Datensicherheit sind die Erfolgsgaranten

Datenmissbrauch durch Unternehmen, ausufernde Überwachung im Internet, mangelnde IT-Sicherheit: Das waren Schlagworte des vergangenen Jahres. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert, die Vorgaben der DSGVO konsequent durchzusetzen. Die Klagemöglichkeiten von Verbraucherverbänden im Datenschutz dürfen nicht eingeschränkt werden und die Bundesregierung muss sich für verbraucherfreundliche Regelungen in der ePrivacy-Verordnung einsetzen.