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BAföG – Staatliche Förderung für Studierende

Stand:

Der Staat fördert Studierende aus einkommensschwachen Familien. Die Höhe der Forderung hängt vom Einkommen der Eltern und dem eigenen Vermögen ab.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Können Eltern das Studium nicht finanzieren, sollte zuerst geprüft werden, ob eine staatliche Förderung möglich ist.
  • Ob und wie viel BAföG möglich ist, hängt vom Einkommen der Eltern sowie dem Vermögen des Kindes ab.
  • Die Hälfte der gezahlten BAföG-Summe wird als Zuschuss gewährt. Die andere Hälfte muss als zinsloses Darlehen ab 5 Jahren nach Ende der Förderung zurückgezahlt werden.
  • Um BAföG zu bekommen, fordert der Staat nach dem 4. Semester einen Nachweis der Studienleistungen. Erbringen Studierende nicht ausreichend Credit Points, streicht der Staat die Förderung.
Student mit positivem BAföG-Bescheid bekommt Geld vom Staat
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Miete, Essen, Kleidung, Bücher, Nahverkehr – das alles kostet Geld. 2016 gaben Studierende im Schnitt 819 Euro im Monat für ihren Lebensunterhalt aus, zeigte die jüngste Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks. Angesichts explodierender Mieten in Großstädten dürften die Ausgaben inzwischen noch höher liegen.

Können die Eltern das Studium nicht allein finanzieren, müssen andere Finanzierungsquellen gefunden werden. Der erste Weg sollte immer zum BAföG-Amt führen.

Unterstützung vom Staat: Das BAföG

Mehr als 8 von 10 Studierenden werden von ihren Eltern gefördert. Der finanzielle Zuschuss liegt im Schnitt bei 541 Euro. Das zeigt: Mit dem Elternunterhalt alleine ist es in vielen Fällen nicht getan. Die meisten Studierenden müssen zumindest einen Teil ihres Studiums aus anderen Quellen finanzieren. Eine wichtige Säule dafür ist das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG).

2016 erhielten nach Auskunft des Studentenwerks 18 Prozent der Studierenden die staatliche Förderung. Das ist kein allzu hoher Wert. Vielleicht ließe er sich steigern, wenn die Fördervoraussetzungen bekannter wären.

BAföG-Anspruch – wer wird gefördert?

Anspruch auf BAföG haben Studierende

  • mit deutscher Staatsbürgerschaft oder dauerhafter Bleibeperspektive,
  • die zu Beginn des Studiums noch unter 30 Jahre alt sind und
  • ein förderfähiges Fach studieren.

Unter bestimmten Voraussetzungen werden auch ältere Studierende gefördert.

Um zu klären, ob eine Förderung grundsätzlich möglich ist, gibt es die sogenannte Prüfung im Vorabverfahren (§ 46 Abs. 5 BAföG). Das Amt für Ausbildungsförderung prüft auf Antrag, ob die Voraussetzungen erfüllt sind. Ein positiver Bescheid sagt aber noch nichts über die Höhe des BAföG aus und ob die Förderung ggf. elternunabhängig erfolgen kann. Hier hilft das zuständige Studentenwerk weiter.

Einkommensgrenzen und Regelstudienzeit: Wie BAföG funktioniert

Ob und wie viel BAföG gezahlt wird, hängt vom

  1. Einkommen der Eltern und
  2. eigenem Vermögen ab.

Haushalte mit einem Durchschnittsverdienst konnten in der Vergangenheit kaum mehr mit BAföG rechnen. Das soll sich durch die jüngste BAföG-Reform ändern. Sie sieht bis 2021 eine schrittweise Anhebung der Fördersumme und der Einkommens- und der Vermögensfreibeträge vor. Die Berechnung dieser Freibeträge ist kompliziert und hängt unter anderem von der Familienkonstellation ab.

Eine erste Orientierung gibt zum Beispiel der BAföG-Rechner des Studentenwerks Göttingen. Wer glaubt, BAföG-berechtigt zu sein, sollte in jedem Fall einen Antrag stellen. Für einen ersten Eindruck zu den Einkommensgrenzen lässt sich festhalten, dass ein Kind verheirateter Eltern ohne weitere Geschwister den BAföG Höchstsatz erhält, wenn ein gemeinsames Bruttoeinkommen von 30.000,- nicht überschritten wird. Ab einem gemeinsamen Einkommen von 60.000,- ist eine staatliche Förderung unwahrscheinlich. Bei einem Einkommen zwischen 30.000,- und 60.000,- sind Abzüge zu erwarten. Auf dem Infoportal des Familienministeriums bafög.de sind einige konkrete Beispiele aufgeführt, wann es wie viel Förderung gibt.

Wie viel BAföG gibt es?

Führt das Kind einen eigenen Haushalt, wird der BAföG-Höchstsatz (inklusive 109 Euro Zuschlag für Kranken- und Pflegeversicherung) von aktuell 855 Euro im Monat als Unterhalt angesetzt. Lebt das Kind im Haushalt der Eltern, sind bis zu 583 Euro pro Monat möglich.

Bis August 2020 soll der Höchstsatz auf 861 Euro angehoben werden. Das Geld wird immer für 1 Jahr gewährt, dann ist ein neuer Antrag erforderlich. Üblicherweise erstreckt sich die Förderung über die gesamte Regelstudienzeit. Allerdings schließen nur 37 Prozent der Studierenden ihr Studium in der Regelstudienzeit ab. Das zeigt: Die Mehrheit steht am Ende des Studiums ohne BAföG da und muss die letzten Semester anderweitig finanzieren. Nebenjobs spielen dann eine wichtige Rolle.

Fragen zum BAföG?
Ausführliche Informationen zum BAföG stellt das Deutsche Studentenwerk bereit.

Ohne Studienleistung kein BAföG

Gewährt der Staat BAföG, erwartet er im Gegenzug, dass Studierende ihre Ausbildung ordentlich durchziehen. In aller Regel verlangt das BAföG-Amt nach dem 4. Semester einen Nachweis der Studienleistungen. Wie viel Credit Points (ECTS-Punkte) bis dahin erbracht sein müssen, legt die jeweilige Studienordnung fest.

Diese Anforderungen lesen sich Studierende am besten schon vor Beginn des Studiums durch, damit es später keine bösen Überraschungen gibt. In der Regel werden zwischen 80 und 120 ECTC gefordert. Weniger Punkte führen zum Verlust der Förderung. Es sei denn, man hat gute Gründe dafür. Denn manchmal können Studierende nichts für Verzögerungen oder schlechte Studienleistungen.

Aufschub: Wann das BAföG-Amt ein Auge zudrückt

Unter bestimmten Voraussetzungen bekommen Studierenden mehr Zeit für die Leistungsnachweise. Das ist der Fall,

Die Teilnahme an Wettbewerben, eine außeruniversitäre Bildung, ein zeitraubender Nebenjob oder die Pflege eines Angehörigen gelten hingegen nicht als Gründe für eine Verlängerung.

Ausweg Studienkredit: Die Anforderungen der KfW

Fließt kein BAföG mehr, wird es für viele Studierende eng. Eine Möglichkeit, aus dieser finanziellen Klemme herauszukommen, sind die Studienkredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Nach dem Studium: BAföG zurückzahlen

BAföG ist kein geschenktes Geld. Die Hälfte der gezahlten Summe wird als Zuschuss gewährt, die andere Hälfte als zinsloses Darlehen. Die Rückzahlung beginnt 5 Jahre nach Ende des BAföG-Bezugs. Es zählt also nicht das Datum des Examens.

Ab April 2020 liegt die Standardrate für die Rückzahlung bei 130 Euro im Monat. Nach 77 Monatsraten ist man schuldenfrei – egal wie hoch das Darlehen war. Das entspricht einer Darlehenssumme von etwa 10.000 Euro. Die Restsumme, also alles was 10.000 Euro übersteigt, wird erlassen.

Wichtig zu wissen: Wer aufgrund eines niedrigen Einkommens nur geringere Raten zahlen kann, ist künftig trotzdem nach 77 Monaten aus der Pflicht, auch wenn er am Ende weniger als 10.000 Euro zurückgezahlt hat. Und sollte es nicht gelingen, binnen 20 Jahren 77 Raten zu tilgen, wird die komplette Restschuld erlassen. Die Verringerung der Raten oder eine Verschiebung der Rückzahlung ist nur auf Antrag möglich.