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Was passiert beim Umzug mit Stromvertrag oder Gasvertrag?

Stand:

Vor einem Umzug sollten Sie rechtzeitig klären, ob Ihr Gas- oder Stromvertrag an der neuen Adresse weiterlaufen kann und soll. Schlimmstenfalls drohen sonst parallele Verträge mit doppelten Kosten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Für Umzüge haben die Energieanbieter unterschiedliche Regelungen. Informieren Sie sich möglichst frühzeitig.
  • Ein Umzug kann eine Gelegenheit sein, den Gas- oder Stromanbieter zu wechseln. Viele Verträge müssen Sie aber an der neuen Adresse weiterführen.
  • Wer sich nicht kümmert, dem drohen zwei parallele Verträge und damit doppelte Kosten.
Zwei Frau stehen während des Umzugs in ihrer neuen, noch leeren Wohnung.
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Auf jeden Fall um den alten Vertrag kümmern

Sich beim Umzug nicht um den alten Vertrag zu kümmern, kann teuer werden. Auch wenn Sie in der Grundversorgung sind, müssen Sie Ihren bisherigen Lieferanten kontaktieren und kündigen. Schlimmstenfalls haben Sie sonst zwei Verträge parallel. Das heißt, Sie finanzieren womöglich den Stromverbrauch Ihrer Nachfolger in der alten Wohnung.

Umzug ohne Anbieterwechsel

Als Sonderkunde außerhalb der Grundversorgung müssen Sie ins Kleingedruckte schauen. In der Regel sind Sie verpflichtet Ihren Gas- oder Stromvertrag an der neuen Adresse fortzuführen, wenn Ihr Anbieter Sie dort beliefern kann.

Ist das der Fall, dann sollten Sie darauf achten, dass es bei der ausstehenden Restlaufzeit und den bisherigen Preisen bleibt. Ändert der Anbieter infolge des Umzugs den Preis oder andere Vertragsbedingungen, können Sie den Vertrag unserer Ansicht nach fristlos kündigen.

Bei einer fristlosen Kündigung müssen Sie den Grund für die Kündigung immer darstellen. Das sollten Sie schriftlich tun und einen Nachweis über Ihren Umzug beilegen.

Beachten Sie die Fristen, um Ihrem Energieanbieter mitzuteilen, an welchem Tag Sie umziehen und wie Ihre neue Adresse lautet. Die Fristen können Sie den AGB Ihres Vertrags unter dem Punkt "Kündigung" oder "Umzug" entnehmen.

Kann der Anbieter an die neue Adresse nicht liefern, sollten Sie ihren Sondervertrag kurzfristig kündigen und den Anbieter wechseln. Der Grund für die Sonderkündigung ist dann der Umzug. Es gibt allerdings Gerichte, die dem Umziehenden kein Kündigungsrecht zugestehen. Wer einen Vertrag mit langer Laufzeit abschließe, trage auch das Risiko, diesen bis zum Ende der Laufzeit zu erfüllen, wenn er umziehen will oder muss. Darauf habe das Unternehmen keinen Einfluss, argumentieren diese Gerichte.

Am Umzugstag ermitteln Sie den Zählerstand samt Zählernummer in der neuen Wohnung sowie den Zählerstand in der alten Wohnung. Diese Daten teilen Sie dem Gas- oder Stromanbieter und, um ganz sicher zu gehen, auch dem zuständigen Netzbetreiber mit.

Umzug mit Anbieterwechsel

Haben Sie Ihren Vertrag gekündigt oder kann Ihr Anbieter die neue Adresse nicht beliefern, sollten Sie möglichst frühzeitig neue Verträge für die Zeit ab dem Umzug schließen. Den Zählerstand zum Umzugstag können Sie in der Regel nachliefern.

Haben Sie keinen Vertrag vereinbart, kommt mit dem Verbrauch der ersten Kilowattstunde an der neuen Adresse ein Grundversorgungsvertrag zustande. Das bedeutet in der Regel deutlich höhere Preise als in anderen Tarifen. Wenn Sie sich erst nach dem Umzug für einen anderen Energieanbieter entscheiden, übernimmt dieser oft auch die Kündigung beim Grundversorger. Dies ist in der Regel noch bis zu sechs Wochen rückwirkend zum Einzugstermin möglich.

Am Umzugstermin notieren Sie sich den Zählerstand und die Zählernummer in Ihrer alten Wohnung. Beides teilen Sie dem bisherigen Strom- oder Gaslieferanten und Ihrem Netzbetreiber mit. Die entsprechenden Angaben aus der neuen Wohnung teilen Sie ihrem neuen Lieferanten mit.

Achten Sie besonders darauf, dass Sie die richtige Zählernummer angeben und keine Zählerverwechslung vorliegt. Übernehmen Sie die Zählernummer nicht ungeprüft vom Vormieter oder Vermieter. Denn wenn Sie eine falsche Zählernummer bei Ihrem Lieferanten angeben, etwa die eines Nachbarn, dann schließen Sie einen Vertrag über die Energielieferung für die Nachbarwohnung. Gleichzeitig kommt für Ihre Wohnung ein Grundversorgungsvertrag zustande.

Sie haben dann zwei Verträge und dementsprechend zwei Zahlungsverpflichtungen. Im Nachhinein Ansprüche gegen Ihren Nachbarn wegen Rückerstattung durchzusetzen, wird aufwändig und mühselig – von der finanziellen Mehrbelastung durch zwei Verträge ganz zu schweigen.

Besonderheit für Hauseigentümer

Als Hauseigentümer haben Sie neben dem Liefervertrag auch einen sogenannten Netzanschlussvertrag. Hier gilt: Auf jeden Fall mit dem derzeitigen Netzbetreiber Kontakt aufnehmen. Sie können den Vertrag dann entweder an die neue Adresse verlegen lassen, wenn sie im Anschlussgebiet des Unternehmens liegt. Oder Sie kündigen und schließen am neuen Wohnort einen Vertrag mit dem dortigen Netzbetreiber ab.