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Biokunststoffe

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Als Biokunststoffe bezeichnet man zum einen biobasierte Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais, Weizen oder Zuckerrohr, zum anderen Kunststoffe, die als biologisch abbaubar im Sinne einer Kompostierbarkeit unter industrietechnischen Bedingungen gelten.

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Allerdings ist nicht jeder Kunststoff auf Basis eines nachwachsenden Rohstoffes kompostierbar. Umgekehrt sind nicht alle kompostierbaren Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen. Der Anteil von Biokunststoffen liegt bei knapp zwei Prozent der weltweiten Kunststoffmärkte, wobei sich der Marktanteil branchenabhängig unterscheidet.

Beispiele für Biokunststoffe im Lebensmittelmarkt sind Einweg-Getränkebecher aus Polylactid (auf Basis von Milchsäure) oder kompostierbare Tüten und Folien. Biokunststoffe gelten bei vielen Verbraucher:innen als umweltschonender, weshalb die Industrie sie auch zu Marketingzwecken einsetzt. Ein internationaler Getränkekonzern verwendet beispielsweise für eine Getränkemarke die sogenannte PlantBottle, die zu 30 Prozent aus Zuckerrohr hergestellt wird. Biologisch abbaubar ist diese Einweg-Flasche nicht, kann aber recycelt werden. Auch für Obst und Gemüse sowie Backwaren sind Kunststoffe auf biologischer Grundlage geeignet, da diese wegen der Wasserdampfdurchlässigkeit des Materials länger frisch bleiben.

Ob ein Biokunststoff unter Nachhaltigkeitsaspekten besser zu bewerten ist als ein herkömmlicher Kunststoff, lässt sich nur im Einzelfall mit aussagekräftigen Ökobilanzen entscheiden. Meist setzen fossilbasierte Kunststoffe mehr klimawirksames Kohlendixodid (CO2) frei, während sich der ökologische Fußabdruck biobasierter Kunststoffe unter anderem in einem höheren Flächenbedarf äußert. Biobasierte, aber nicht abbaubare Kunststoffe können in der Regel nicht recycelt werden, sondern landen in der energetischen Verwertung.

Bei biologisch abbaubaren Kunststoffen bildet sich allerdings auch kein wertvoller Humus. Er zerfällt bestenfalls zu CO2 und Wasser. Die für Biokunststoffe benötigten Pflanzen wachsen in Monokulturen, zudem werden Pestizide eingesetzt und der Flächenbedarf für die nachwachsenden Rohstoffe steht in Konkurrenz zu den Flächen für die Nahrungsmittelproduktion. Nicht zu vergessen ist, dass auch bei der Herstellung von Biokunststoffen eine Fülle von Zusatzstoffen zur Erzielung bestimmter Eigenschaften beigemischt wird.

Ebenso wie bei herkömmlichen Kunststoffen können diese chemischen Zusätze oder ihre Abbauprodukte von der Verpackung ins Lebensmittel übergehen. Das nennt sich Migration von Stoffen. Derzeit können die gesundheitlichen Auswirkungen jedoch nicht verlässlich beurteilt werden.

Für das Sammeln des häuslichen Komposts sind Bio-Kunststoffbeutel nicht geeignet. Denn nicht biologisch abbaubare Kunststoffbeutel zersetzen sich in den Kompostieranlagen nicht. Damit schaden sie der Qualität des Komposts und verursachen in den Anlagen höhere Kosten. Zusätzlich sollten sich Verbraucher:innen bei den jeweiligen Abfallwirtschaftsbetrieben über die richtige Entsorgung informieren.

Biokunststoffe dürfen nicht zum sorglosen Umgang mit Verpackungsmüll verleiten. Die Verwendung von Mehrwegprodukten und der Verzicht auf verpackte Lebensmittel sind die bessere Alternative.