Banking per App: Leistungen und Grenzen von Neobanken
Neobanken machen viel Werbung und locken mit kostenlosen Girokonten oder Krypto-Handel. Unter Umständen muss man dafür ein eingeschränktes Angebot und rein digitale Strukturen in Kauf nehmen. Die Verbraucherzentralen erklären, was Sie vor der Kontoeröffnung beachten sollten.

- Viele Neobanken bieten Girokonten ohne Kontoführungsgebühren.
- Bei reinen Neobanken gibt es meist keine Filialen, teils auch keine Kredite oder Kreditkarten.
- Ein Smartphone ist Voraussetzung - es dient häufig sowohl als Zugang zum Konto als auch zur Freigabe von Transaktionen.
- Bargeld abzuheben kann umständlich oder kostspielig sein, denn Neobanken setzen vor allem auf bargeldlosen Verkehr.
- Häufig bieten Neobanken keinen persönlichen Kundensupport an, sondern z. B. Chatbots.
Seit gut zehn Jahren gibt es Neobanken in Deutschland. Sie locken vor allem eine junge Kundschaft an und sind in der Regel nur über eine App erreichbar. Bei reinen Neobanken gibt es meist keine Filialen, teils auch keine Kredite oder Kreditkarten.
Zugang nur mit Smartphone
Für fast alle Neobanken ist ein Smartphone Voraussetzung. Es dient häufig sowohl als Zugang zum Konto als auch zur Freigabe von Transaktionen. Alles läuft über Apps – von der Überweisung bis zur Geldanlage. Für die Zugangsprüfung finden sich Konto und TAN-Generator häufig in derselben App. Das ist zwar grundsätzlich zulässig, bietet aber weniger Sicherheit als eine Trennung auf zwei Geräten. Bei mobilen TAN-Verfahren kann man sich zum Beispiel alternativ auf einem Laptop oder Tablet ins Onlinebanking einloggen und die TAN per Smartphone empfangen. Zu bedenken ist auch: Geht das Smartphone verloren oder wird es gestohlen, kann der Zugriff auf das Konto schwierig werden.
Begrenzter Bargeld-Zugang und Extra-Gebühren
Anbieter wie N26, Trade Republic, Bunq oder Klarna arbeiten mit einer eigenen Banklizenz oder der Lizenz ihrer Mutterunternehmen. Häufig sind sie jedoch nicht Teil von Automatennetzwerken. Bargeld abzuheben kann also umständlich oder kostspielig sein, denn Neobanken setzen vor allem auf bargeldlosen Verkehr. Manche bieten zwar Kredit- oder Debitkarten an, mit denen Kund:innen an Bankautomaten oder in Supermärkten Bargeld erhalten können. Diese Option ist aber oftmals auf eine bestimmte Anzahl oder einen Höchstbetrag pro Monat beschränkt. Wer mehr will, muss dafür Gebühren zahlen. Auch Bareinzahlungen sind nicht so einfach wie bei klassischen Banken mit Filial- oder Automaten-Netz. Neobanken arbeiten dafür teils mit anderen Banken oder Partnergeschäften zusammen. Vor der Kontoeröffnung sollten Sie deshalb prüfen, wie oft sie kostenfrei Bargeld abheben oder einzahlen können und welche Gebühren anfallen.
Kein persönlicher Kundensupport im Notfall
Wenn das Konto gehackt oder die Kreditkarte gestohlen wurde, brauchen Sie schnell Hilfe. Das kann bei reinen Neobanken schwieriger sein, da sie häufig keinen persönlichen Kundensupport anbieten. Im Notfall müssen Betroffene deshalb nicht selten mit Chatbots kommunizieren, was zeitintensiv sein kann. Besonders problematisch kann dies bei einer Kontopfändung werden, denn Pfändungen von Gläubigern können existenzbedrohend sein. Dann ist eine verlässliche Auskunft wichtig. Nach aktuellen Erkenntnissen der Verbraucherzentrale NRW sind Kund:innen von Neobanken bei der Einrichtung von Pfändungsschutz-Konten oder der Beachtung von Pfändungsschutzvorschriften häufiger alleingelassen, da persönliche Ansprechpartner:innen fehlen und die Kommunikation oft nur über einen Chat in der App läuft.







