Preiserhöhung für Prime-Mitgliedschaften: Sammelklage gegen Amazon

Stand: 24. Februar 2026

Die Online-Handelsplattform Amazon erhöhte 2022 die Preise für ihren Zusatzdienst Amazon Prime. Zwei Gerichte urteilten, dass die zugrundeliegende AGB-Klausel unwirksam sei. Mit dieser Sammelklage will die Verbraucherzentrale NRW nun die zu viel gezahlten Beträge für die Betroffenen zurückholen.

Das Wichtigste in Kürze:

  1. Prüfen Sie mit dem Klage-Check der Verbraucherzentrale, ob Sie bei der Klage gegen Amazon mitmachen können.
  2. Tragen Sie sich beim Bundesamt für Justiz ins Klageregister ein.
  3. Abonnieren Sie den News-Alert zur Klage, um über den Verlauf des Verfahrens informiert zu werden.
  4. Es geht um die Preiserhöhung der Prime-Mitgliedschaft und der Prime-Student-Mitgliedschaft aus dem Jahr 2022. Die Preise wurden bei jährlicher Zahlweise von 69,00 Euro auf 89,90 Euro und bei monatlicher Zahlweise von 7,99 Euro auf 8,99 Euro erhöht. Bei Prime-Student wurde von 34,00 Euro auf 44,90 Euro jährlich und von 3,99 Euro auf 4,49 Euro monatlich erhöht.

Darum geht es

Die Online-Handelsplattform Amazon hat für den Zusatzdienst „Amazon Prime“ bei bestehenden Verträgen ohne Zustimmung der Kund:innen die Preise erhöht.
Die Verbraucherzentrale NRW hält die zugrundeliegende AGB-Klausel für unangemessen benachteiligend und intransparent und die Preiserhöhung für Bestandskunden damit für rechtswidrig. Die Klage umfasst die einseitige Preiserhöhung 2022 für Primeabos mit monatlicher und jährlicher Zahlweise und auch Prime-Studentabos mit monatlicher und jährlicher Zahlweise. (Neuverträge sind nicht Bestandteil der Klage). Mit der Sammelklage wollen wir die erhöhten Abo-Preise/Entgelte vom Anbieter für die Betroffenen zurückholen. Es soll klargestellt werden, dass einseitige Preiserhöhungen so nicht möglich waren.

Für die Betroffenen geht es um unterschiedliche Beträge. Der Betrag hängt im Einzelfall davon ab, für welchen Zeitraum jemand den erhöhten Preis gezahlt hat und welche Zahlweise gewählt wurde. Amazon soll die jeweilige Differenz zwischen ursprünglich vereinbartem Preis und dem neuen Preis zurückerstatten.

Preiserhöhung September 2022

Der Preis stieg mit Wirkung zum 15.09.2022 von 7,99 Euro auf 8,99 Euro bei monatlicher Zahlweise. Bei jährlicher Zahlweise von 69, 00 Euro auf 89,90 Euro. Im Studenten-Abo stieg der Preis von 3,99 Euro auf 4,49 Euro pro Monat und von 34,00 Euro auf 44,90 Euro pro Jahr. 

Klage-Check: Kann ich bei der Klage mitmachen?

SPA

 

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Ins Klageregister eintragen

Sie können sich der Sammelklage anschließen, indem sie sich beim Bundesamt für Justiz (BfJ) ins Klageregister eintragen. Wenn die Klage Erfolg hat, können angemeldete Verbraucher:innen direkt Rückerstattungen erhalten.

Bitte beachten Sie

Derzeit gehen die Verbraucherzentralen in zwei Sammelklagen gegen den Internetkonzern Amazon EU S.à.r.l. vor. Die Verbraucherzentrale Sachsen klagt gegen die Erhöhung der Werbequote im Streaming-Dienst "Prime Video" aus Februar 2024. Die Verbraucherzentrale NRW klagt gegen die Preiserhöhung des Amazon-Prime-Abonnements im Sommer 2022.

Es handelt sich um zwei unabhängige Verfahren. Betroffene Verbraucher:innen können sich für die Sammelklage zur Werbeeinblendung im Klageregister anmelden. Infos zur Sammelklage der Verbraucherzentrale Sachsen bekommen Sie auf dieser Internetseite.

Termine

  • 5. Dezember 2025
    Wir klagen
    Die Verbraucherzentrale NRW reicht Sammelklage beim Oberlandesgericht Hamm gegen Amazon ein.
  • 12. Januar 2026
    Verbraucher:innen können sich für Klage anmelden
    Das Bundesamt für Justiz (BfJ) öffnet das Klageregister. Betroffene können sich beim BfJ für die Klage anmelden.
  • offener Zeitpunkt
    Mündliche Verhandlung
    Beim Oberlandesgericht findet die mündliche Verhandlung statt. Meist genügt ein Termin. Das Gericht kann auch mehrere Termine ansetzen.
  • offener Zeitpunkt
    Letzte Chance zur Anmeldung
    Nach der letzten mündlichen Verhandlung haben Verbraucher:innen noch drei Wochen Zeit, um sich für die Klage an- oder abzumelden.
  • offener Zeitpunkt
    Oberlandesgericht erlässt Urteil
    Das Oberlandesgericht urteilt. Parteien des Rechtsstreits können Rechtsmittel einlegen.
  • offener Zeitpunkt
    Oberlandesgericht startet Umsetzungsverfahren
    Ist die Klage erfolgreich, startet das Oberlandesgericht die Umsetzung des Verfahrens. Verbraucher:innen bekommen ihr Geld zurück, ohne selbst klagen zu müssen.

Weitere Fragen zum Verfahren?

Wir beantworten in unseren FAQ die häufigsten Fragen zur Klage gegen Amazon.

Die Verbraucherzentralen und ihr Bundesverband gehen juristisch gegen Anbieter vor, die gegen Verbraucherrecht verstoßen. Hier erfahren Sie mehr über Abmahnungen, Klagen und Urteile.

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