Ihr gemeinnütziger Verein für Information, Beratung, Bildung und Interessenvertretung.

Themen: Geld & Versicherungen | Digitale Welt Lebensmittel | Umwelt & Haushalt Gesundheit & Pflege | Energie | Reise & Mobilität | Verträge & Reklamation

Unsere Solidarität gilt den Geflüchteten aus der Ukraine und anderen Ländern dieser Welt. Betroffene und Helfer finden hier Informationen.

Wann kommt im Internet ein Vertrag zustande?

Stand:
Anbieter müssen Sie, unmittelbar bevor Sie eine kostenpflichtige Bestellung abschicken können, klar und verständlich in hervorgehobener Weise über die Vertragsbestandteile informieren.
Vertragsunterzeichnung auf einem Monitor

Das Wichtigste in Kürze:

  • Anbieter müssen Sie, unmittelbar bevor Sie eine kostenpflichtige Bestellung abschicken können, klar und verständlich in hervorgehobener Weise über die Vertragsbestandteile informieren.
  • Der Button zum Abschicken einer Bestellung muss klar mit einer eindeutigen Formulierung wie z. B. "Kaufen" beschriftet sein.
  • Der Unternehmer muss Ihnen unverzüglich per E-Mail bestätigen, dass ihm Ihre Bestellung zugegangen ist.
Off

Mehr Informationen zu Verträgen im Internet finden Sie auch in leichter Sprache.
Klicken Sie dafür diesen Link an: Der Internet-Vertrag


Damit Sie bei all den Informationen nicht den Überblick verlieren, muss Sie der Anbieter noch einmal unmittelbar bevor Sie eine kostenpflichtige Bestellung abschicken können, also im Warenkorb- bzw. Kassenbereich, klar und verständlich in hervorgehobener Weise über folgende Vertragsbestandteile informieren:

  • Die wesentlichen Eigenschaften der Waren oder Dienstleistungen
  • Den Gesamtpreis der Waren oder Dienstleistungen einschließlich aller Steuern und Abgaben soweit dieser im Voraus berechnet werden kann. Sonst: Die Art der Preisberechnung
  • Alle zusätzlichen Fracht-, Liefer- oder Versandkosten soweit diese im Voraus berechnet werden können. Sonst: Info darüber, dass solche Kosten anfallen können
  • Gegebenenfalls die Laufzeit des Vertrages oder die Kündigungsbedingungen bei unbefristeten oder sich automatisch verlängernden Verträgen
  • Gegebenenfalls die Mindestvertragslaufzeit

Spätestens im Warenkorbbereich müssen Sie auch über die für den Vertragsabschluss zur Verfügung stehenden Sprachen und mögliche Lieferbeschränkungen informiert werden. Lieferbeschränkungen können zum Beispiel darin bestehen, dass nur ein begrenzter Warenvorrat besteht oder ein Warenversand in bestimmte Länder oder Regionen nicht angeboten wird.

Bei der Werbung mit Preisermäßigungen muss der Anbieter zusätzlich über den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage vor Anwendung des ermäßigten Preises informieren. Dies gilt bei jeder Art von Preisermäßigung wie etwa "10 Prozent Rabatt", "jetzt nur 20 statt 30 Euro". Ein solcher Referenzpreis muss jedoch nicht bei individuellen Preisermäßigungen oder Preisermäßigungen für schnell verderbliche Waren oder Waren mit kurzer Haltbarkeit angegeben werden, wenn der geforderte Preis wegen einer drohenden Gefahr des Verderbs oder eines drohenden Ablaufs der Haltbarkeit herabgesetzt wird und dies für Sie kenntlich gemacht wird.

Für Betreiber eines Online-Marktplatzes (zum Beispiel Amazon, eBay) gilt, sofern sie ein Ranking der Waren oder Dienstleistungen vornehmen, dass sie über die Hauptparameter zur Festlegung des Rankings informieren müssen, spätestens bevor sie eine Bestellung abschicken. Hauptparameter sind etwa die Anzahl der Aufrufe eines Angebots, das Datum der Einstellung, die Bewertung oder Beliebtheit des Angebots.

Um zu verhindern, dass Internetanbieter die Kostenpflichtigkeit ihrer Angebote verschleiern, verlangt das Gesetz, dass, soweit die Bestellung durch das Anklicken einer Schaltfläche (Button) abgeschickt wird, dieser Button gut lesbar mit nichts anderem als den Wörtern "zahlungspflichtig bestellen" oder einer entsprechenden eindeutigen Formulierung (z.B. "Kaufen") beschriftet ist.

Erfüllt die Beschriftung des Bestellbuttons diese Anforderungen nicht, kommt kein Vertrag zustande und Sie sind auch nicht zur Zahlung des Kaufpreises verpflichtet. Beispiele für Beschriftungen, die nicht zu einem wirksamen Vertrag führen, sind "Anmelden", "Bestellen" oder "Jetzt holen".

Eine Zahlungspflicht besteht für Sie auch dann nicht, wenn der Anbieter Ihnen im Rahmen des Bestellvorgangs Nebenleistungen ohne ausdrückliche Vereinbarung unterschiebt. Beim Abschluss eines Vertrags über den Zugang zum Internet ist zum Beispiel die Vereinbarung eines Antivirus-Sicherheitspakets unwirksam, wenn das Häkchen für dessen Buchung bereits voreingestellt war. Gleiches gilt für den Abschluss einer Rücktrittsversicherung im Rahmen einer Reisebuchung. Nur wenn Sie eine Nebenleistung bewusst und aktiv ausgewählt haben, ist diese auch tatsächlich Vertragsbestandteil.

Der Unternehmer muss Ihnen unverzüglich per E-Mail bestätigen, dass ihm Ihre Bestellung zugegangen ist. Diese Eingangsbestätigung ist aber nicht gleichbedeutend mit dem Abschluss des Vertrags. Dieser kann erst später zustande kommen, zum Beispiel durch den Versand der Ware durch den Anbieter. Der Betreiber eines Online-Shops muss Sie aber bereits vor Abgabe einer Bestellung auf seinen Internetseiten darüber informieren, welche einzelnen Schritte zu einem Vertragsschluss führen und wie Sie mögliche Tipp- oder Eingabefehler erkennen und korrigieren können. In der Regel finden Sie diese Informationen innerhalb der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB).

Justitia Gericht Urteil Recht

Klageregister eröffnet: Jetzt mitmachen bei Sammelklage gegen ExtraEnergie

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) verklagt den Anbieter ExtraEnergie. Es geht um enorme Preiserhöhungen um teilweise mehr als 200 Prozent. Mit der Sammelklage will der vzbv Rückzahlungen für Kund:innen erreichen.
Plastikmüll im Meer

Einwegplastik-Verbot in der EU: Das sind die Alternativen

Eine neue Verordnung hat im Juli 2021 mit einer Reihe von Einwegkunststoff-Produkten Schluss gemacht – darunter Wattestäbchen, Plastikteller oder auch Styropor-Becher. Wir zeigen, um was es dabei genau geht und bewerten die praktischen Alternativen.
Essenreste auf einem Teller

Marktcheck: kleine Portionen in der Gastronomie noch nicht Standard

Wenn Restaurantgäste zwischen verschiedenen Portionsgrößen wählen oder übriggebliebenes Essen mitnehmen könnten, würden weniger Lebensmittel als bisher im Müll landen. Doch nur wenige Restaurants nutzen bisher ihre Möglichkeiten, wie der Marktcheck der Verbraucherzentralen zeigt.