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Online-Shopping: Bei wenigen Bezahlverfahren werden Gebühren fällig

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Wenn Sie im Internet einkaufen, haben Sie bei den meisten Händlern die Wahl zwischen unterschiedlichen Bezahlmethoden. Gängig sind: Überweisung, Lastschrift, Kreditkarte oder ein Bezahlsystem wie PayPal bzw. Kauf auf Rechnung (etwa Klarna). Doch welcher Weg ist günstig und sicher?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Beim Bezahlen im Internet gibt es für alle Verfahren hohe Sicherheitsmaßnahmen.
  • Dennoch gilt: Prüfen Sie regelmäßig Ihre Kontobewegungen! Entdecken Sie unberechtigte Abbuchungen, lassen Sie sie rechtzeitig bei der Bank zurückrufen.
  • Vorsichtig sollten Sie außerdem bei verdächtig aussehenden oder auffallend günstigen Online-Shops sein. Es kann sich um Fake-Shops handeln, die es auf Kreditkartendaten und Co. abgesehen haben.
Nahaufnahme von jemandem, der Laptop und Smartphone nutzt
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Ist online bezahlen sicher?

Grundsätzlich sind alle Bezahlmethoden im Internet gleich sicher, denn die Anbieter sind gesetzlich zu hohen Schutzmaßnahmen verpflichtet. Da Sie bei allen Bezahlmethoden Daten angeben müssen, kann der Missbrauch von Kartennummern, Kontonummern oder Login-Daten für ein Bezahlsystem aber nie zu 100 Prozent ausgeschlossen werden.

Wer bargeldlos bezahlt, sollte also regelmäßig – mindestens einmal im Monat – seine Kontobewegungen genauestens prüfen.

Unberechtigte Abbuchungen müssen Sie umgehend bei Ihrer Bank oder beim Bezahldienst melden! Andernfalls bleiben Sie auf dem Schaden sitzen. Im Normalfall haben Sie acht Wochen Zeit, um eine unberechtigte SEPA-Lastschrift bei Ihrer Bank rückgängig machen zu lassen. Gründe müssen Sie dafür nicht nennen. Handelt es sich um einen Betrugsfall, ist eine Rückerstattung sogar 13 Monate lang gültig.

Unser allgemeiner Rat: Passen Sie auf Ihre Login-Daten und andere zur Zahlung benötigten Informationen gut auf. Und seien Sie nicht leichtgläubig gegenüber Online-Shops, die verdächtig aussehen oder auffallend günstige Preise anbieten. Es kann sich um Fake-Shops handeln, die es z.B. auf Ihre Kreditkartendaten abgesehen haben. 

Was tut die Technik?

Der wichtigste Rat lautet: Beim Onlineshopping ist nur eine verschlüsselte Datenübertragung sicher. Achten Sie also darauf, dass Ihre persönlichen Daten und Bezahlinformationen ausschließlich verschlüsselt übertragen werden. Ob das der Fall ist, erkennen Sie an verschiedenen Merkmalen. In der Adresszeile des Browsers finden Sie beispielsweise am Anfang "https" statt "http". Das "s" steht für "secure" – zu Deutsch: sicher!

Häufig ist zusätzlich ein kleines Vorhängeschloss und der Name des Zertifikatsanbieters im Browser zu sehen. Das bedeutet, dass dieser Anbieter vor der Ausstellung des Zertifikats die Identität des jeweiligen Unternehmens überprüft.

Bei ungültigen Zertifikaten erscheint eine Warnmeldung. In dem Fall sollten Sie auf eine Bestellung beim entsprechenden Online-Shop sowie die Weitergabe Ihrer Bezahldaten unbedingt verzichten.

Bezahlen mit Karte, Überweisung, Lastschrift

Das Bezahlen mit Karte, Überweisung oder Lastschrift kostet nichts extra. Jedenfalls für Sie als Käufer nicht unmittelbar. Alle Entgelte, die die Händler dafür bezahlen, müssen im Online-Shop schon im angezeigten Preis enthalten sein.

Bei Zahlungen über viele Dienstleister müssen die Händler natürlich einen Anteil als Entgelt abgeben. Diese Kosten werden sie in der Regel schon vorab auf die Preise aufgeschlagen haben. Das zahlen am Ende also alle Kunden.

Seit Januar 2018 dürfen Händler für die gängigen, bargeldlosen Bezahlmethoden wie Überweisung, Lastschriftverfahren, Zahlung mit Girocard sowie Kreditkarte von Visa und Mastercard keine zusätzliche Gebühr mehr erheben. Für Zahlungen mit den in Deutschland weniger gängigen Kreditkarten von Diners und American Express können Händler weiterhin Extra-Gebühren erheben. Ob das Verbot auch für PayPal gilt, ist umstritten, aber PayPal hat den Händlern in den Geschäftsbedingungen Extra-Entgelte untersagt.

Daher sollten Sie im allerletzten Bestellschritt ("Jetzt zahlungspflichtig bestellen!") stets gut prüfen, ob Sie etwas für die von Ihnen gewählten Bezahlmethode bezahlen sollen. Online-Händler müssen Ihnen in diesem letzten Schritt noch einmal alle Preise und Gebühren transparent anzeigen und Sie mit einem eindeutig beschrifteten Button den Kauf verbindlich abschließen lassen.

Bezahlen auf Rechnung

Das Zahlen auf Rechnung ist für Käufer besonders vorteilhaft, denn nur diese Methode schließt die Vorkasse aus. Wer auf Rechnung kauft, zahlt in der Regel erst dann, wenn die Ware angekommen ist. Aber Vorsicht: Wird die Rechnung nicht pünktlich beglichen, dann drohen Mahn- und Inkassogebühren.

Besonders kompliziert wird die Situation, wenn die Rechnung nicht vom Händler selbst, sondern von einem Zahlungsdienst – sozusagen im Auftrag – gestellt wird. 

Um Missverständnisse zu vermeiden, sollten Sie bei einem Widerruf des Kaufs sowohl mit dem Händler als auch mit dem Zahlungsdienst in Kontakt treten. Dann sind Sie auf der sicheren Seite. Sonst kommt später vielleicht eine Mahnung für eine Ware, die Sie längst zurückgegeben haben. Das müssen Sie dann zwar nicht bezahlen, es kann aber mitunter sehr mühsam sein, die falsche Mahnung wieder los zu werden.