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Mahnungen von Rechtsanwälten oder Inkassobüros

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mahnungen und Schreiben von Inkassobüros können Sie ignorieren, wenn Sie einer Zahlungsaufforderung bereits widersprochen haben.
  • Anders sieht es bei gerichtlichen Mahnschreiben aus: Dieses amtliche Formular sollten Sie ernst nehmen.
  • Nutzen Sie dafür das Widerspruchsformular, das Ihnen das Gericht mitschickt.
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Haben Sie auf die erste Zahlungsaufforderung reagiert und der Forderung zum Beispiel mit einem unserer Musterbriefe widersprochen, dann brauchen Sie sämtliche Mahnschreiben von Inkassobüros und Rechtsanwälten nicht zu beachten.

Ernst nehmen müssen Sie aber den "echten", das heißt gerichtlichen Mahnbescheid. Das ist ein amtliches Formular und kommt ausschließlich per Postzustellung von einem Gericht. Zu jedem echten gerichtlichen Mahnbescheid wird auch ein Widerspruchsformular mitgeschickt. Mit diesem Formular sollten Sie innerhalb der 14-tägigen Widerrufsfrist der Geldforderung widersprechen. Tun Sie dies nicht, steht irgendwann der Gerichtsvollzieher vor der Tür. Ein echter Mahnbescheid kommt aber nach den Erfahrungen der Verbraucherzentrale nur sehr selten. Sollte dies doch geschehen, können Sie sich an eine örtliche Verbraucherzentrale wenden.

Die Besonderheit dieses gerichtlichen Mahnverfahrens liegt darin, dass das Gericht nicht prüft, ob die geltend gemachte Forderung zu Recht besteht. Nach einer ausschließlich formalen Prüfung erlässt das Mahngericht einen Mahnbescheid, der Verbrauchern von Amts wegen zugestellt wird. Ist die Forderung unberechtigt, müssen Betroffene unbedingt innerhalb von zwei Wochen ab Erhalt des Mahnbescheids Widerspruch einlegen. Danach ist es Sache des Anbieters, ob er das Verfahren weiter betreibt und Klage einreicht.

Hier finden Sie ein Muster eines gerichtlichen Mahnbescheids. Falls Sie solch ein Dokument erhalten, müssen Sie bei unberechtigten Forderungen unbedingt Widerspruch einlegen.

Schufa-Einträge

Oft wird in den Mahnschreiben mit einem Schufa-Eintrag gedroht. Auch hiervon sollten Sie sich nicht beunruhigen lassen. Nur die Vertragspartner der Schufa können Kredit-Merkmale melden. Die Schufa ihrerseits erteilt Auskünfte nur an ihre Vertragspartner. Die Abzockerfirmen sind größtenteils jedoch keine Schufa-Mitglieder; das gilt oft ebenfalls für die sie vertretenden Rechtsanwälte.

Eine Übermittlung von bestrittenen Forderungen an Auskunfteien darf nach unserer Auffassung auch nach neuer Rechtslage nicht erfolgen.

Gegen unberechtigten Eintrag wehren

Um festzustellen, welche Informationen gespeichert sind, können Sie grundsätzlich kostenlos Auskunft vom Unternehmen und von der Auskunftei verlangen. Von dieser Möglichkeit sollte jeder Verbraucher Gebrauch machen, nicht zuletzt um sich gegen etwaige unberechtigte Einträge zu wehren.