Nach der Hitzewelle: Bringt die Wärmepumpe Abkühlung?

Pressemitteilung vom 13. Juli 2026

Die letzte Hitzeperiode hat gezeigt, wie stark sich Wohnräume bei langanhaltender Hitze aufheizen können. Entsprechend steigt das Interesse an Klimageräten. Doch für viele Gebäude kann eine Wärmepumpe künftig beide Aufgaben übernehmen: Heizen im Winter und Kühlen im Sommer. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH) erklärt, worauf Verbraucherinnen und Verbraucher achten sollten.

„Das Klima wird extremer. Und damit wird Kühlen im Sommer genauso zum Thema wie Heizen im Winter – auch bei uns im Norden. Wer ohnehin in eine neue Heizungsanlage investiert, könnte deshalb beide Anforderungen zusammen denken“, sagt Carina Vogel, Bereichsleiterin Energie bei der VZSH.

Nicht jede Wärmepumpe kühlt gleich gut

Ob und wie gut eine Wärmepumpe kühlen kann, hängt vom jeweiligen System ab: 

  • Luft-Luft-Wärmepumpen sind ursprünglich „Klima-Multisplitgeräte mit Heizfunktion“.  Sie benötigt keine Heizkörper, da sie die Wärme per Luft und nicht per Heizungswasser erzeugt und weitergibt. Daher ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe für kleinere oder hochgedämmte Häuser eine Möglichkeit mit geringeren Anschaffungskosten zu heizen. 
  • Auch viele Außenluft-Wasser-, Erdreich- oder Grundwasser-Wärmepumpen können kühlen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Anlage dafür ausgelegt ist und die Wärmeverteilung im Gebäude – etwa über eine Fußboden-, Wand- oder Deckenheizung – geeignet ist.

Kühlung sollte nicht das wichtigste Kaufargument sein

„Ein separates Klimagerät ist nicht immer die beste Lösung. Häufig lässt sich mit einer passend geplanten Wärmepumpe sowohl effizient heizen als auch für mehr Komfort an heißen Sommertagen sorgen. Entscheidend ist jedoch, dass die Anlage insgesamt zum Gebäude passt und im Winter möglichst effizient arbeitet“, erklärt Vogel.

Für Erdreich- und Grundwasser-Wärmepumpen ist das Kühlen besonders energieeffizient. Hier kann häufig die natürliche Kühle des Erdreichs oder Grundwassers genutzt werden, ohne dass der Verdichter der Wärmepumpe dauerhaft laufen muss. Luft-Wasser-Wärmepumpen kühlen dagegen in der Regel aktiv und benötigen dafür entsprechend mehr Strom. 

Beim Kühlen mit Heizungswärmepumpen mit Wasserverteilung ist in jedem Falle eine Taupunktüberwachung durch die Wärmepumpenregelung notwendig. Denn alle Anlagen mit Kühlfunktion bergen ein Risiko der Kondensation, wenn sich Luftfeuchte an den kühlen Flächen niederschlägt. Besonders problematisch sind Systeme mit aktiver Kühlung. Bildet sich hier über längere Zeit Tauwasser, kann dies zu Schimmelproblemen und Bauschäden führen. Taupunktwächter gewährleisten, dass die Vorlauftemperatur des Heizsystems im Kühlbetrieb so hoch ist, dass der zulässige Taupunkt nicht unterschritten wird und die Feuchtigkeit der Raumluft auf dem Fußboden nicht kondensiert.

Luft-Luft-Wärmepumpen haben Vor- und Nachteile

Luft-Luft-Wärmepumpen sind meist günstiger als klassische Außenluft-Wasser-,Erdreich- oder Grundwasser-Wärmepumpen und benötigen keine wasserführenden Heizungsleitungen oder Heizkörper. Gleichzeitig bringen sie aber auch Einschränkungen mit sich.

So erzeugen sie Luftbewegungen, die nicht jeder als angenehm empfindet. Außerdem entstehen Geräusche an Innen- und Außengeräten, die Filter müssen regelmäßig gereinigt oder gewechselt werden. Außerdem übernimmt die Anlage nicht die Warmwasserbereitung. Diese muss über ein separates Gerät, beispielsweise einen Durchlauferhitzer, erfolgen. 

„Ob eine Luft-Luft-Wärmepumpe sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Gebäudehülle, der Wohnsituation und den individuellen Anforderungen ab. Deshalb sollte vor einer Investition immer eine unabhängige Beratung stehen“, so Vogel.

Erst Hitzeschutz, dann Kühlung

Unabhängig von der Heiztechnik gilt: Der beste Schutz gegen überhitzte Wohnräume ist, die Wärme gar nicht erst ins Gebäude zu lassen. Außenliegende Verschattung, gute Dämmung und richtiges Lüften in den kühlen Morgen- und Nachtstunden senken den Kühlbedarf deutlich und sparen Strom. Wer energetisch modernisieren oder sanieren möchte oder den Kauf eines Hauses plant, der sollte auch den sommerlichen Hitzeschutz und die Anpassung an den Klimawandel mitplanen. Die nächste Hitzeperiode kommt mit Sicherheit.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.