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Hohe Spritpreise: So können Sie Kraftstoffkosten senken

Stand:
Die Spritpreise sind infolge des Irankriegs aktuell sehr hoch – Preise von über zwei Euro pro Liter Diesel sind keine Seltenheit. Für viele Haushalte wird Mobilität dadurch spürbar teurer. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH) gibt Tipps, wie Verbraucherinnen und Verbraucher ihren Kraftstoffverbrauch senken und ihre Mobilitätskosten insgesamt reduzieren können.
Eine Hand hält an einer Tankstelle eine Zapfpistole in die Tanköffnung
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  1. Fahrweise optimieren: Eine angepasste Fahrweise hilft unmittelbar, den Kraftstoffverbrauch zu senken. Beschleunigen Sie zügig und schalten Sie frühzeitig hoch, damit der Motor mit möglichst niedrigen Drehzahlen läuft. Viele Fahrzeuge verfügen außerdem über einen „Eco“-Modus, der den Verbrauch zusätzlich reduziert.
    Fahren Sie möglichst vorausschauend und passen Sie Ihre Geschwindigkeit dem Verkehrsfluss an. Häufiges Beschleunigen und Bremsen kostet unnötig Energie. Auch hohe Geschwindigkeiten erhöhen durch stärkeren Luftwiderstand den Verbrauch deutlich. Rollen Sie daher beispielsweise bei roter Ampel oder vor Ortseinfahrten möglichst mit eingelegtem Gang aus, statt abrupt zu bremsen – viele Fahrzeuge unterbrechen dabei automatisch die Kraftstoffzufuhr.
  2. Motor bei längeren Stopps ausschalten: Auch im Stand verbraucht ein laufender Motor Kraftstoff. Schalten Sie den Motor daher aus, wenn Sie länger als etwa 20 Sekunden warten müssen. Moderne Fahrzeuge verfügen häufig über eine Start-Stopp-Automatik, die diesen Vorgang automatisch übernimmt.
    Unabhängig davon gilt: An Bahnübergängen ist das Abschalten des Motors sogar vorgeschrieben. Wer den Motor konsequent abstellt, spart nicht nur Kraftstoff, sondern reduziert auch Lärm und Abgase.
  3. Elektrische Verbraucher bewusst nutzen: Elektrische Verbraucher wie Klimaanlage, Lüftung oder Standheizung erhöhen ebenfalls den Kraftstoffverbrauch. Sie benötigen Energie aus dem Bordnetz, die letztlich vom Motor erzeugt werden muss. Nutzen Sie diese Funktionen daher möglichst nur so lange wie nötig.
    Sicherheitsrelevante Geräte sollten selbstverständlich immer eingeschaltet bleiben. Dazu gehören etwa Beleuchtung, Scheibenwischer oder die Heckscheibenheizung bei schlechter Sicht.
  4. Gewicht und Luftwiderstand reduzieren: Je schwerer ein Fahrzeug ist, desto mehr Kraftstoff wird benötigt. Entfernen Sie daher unnötige Gegenstände aus dem Auto und räumen Sie den Kofferraum regelmäßig aus. Schon zusätzliches Gewicht von rund 100 Kilogramm kann den Verbrauch spürbar erhöhen.
    Auch Dach- oder Heckträger erhöhen durch ihr Gewicht und den zusätzlichen Luftwiderstand den Verbrauch. Bauen Sie solche Träger daher nach der Nutzung wieder ab.
  5. Reifendruck regelmäßig prüfen: Ein zu niedriger Reifendruck erhöht den Rollwiderstand und damit den Kraftstoffverbrauch. Kontrollieren Sie daher regelmäßig den Luftdruck Ihrer Reifen – idealerweise einmal im Monat und vor längeren Fahrten. Schon ein um 0,3 bar zu niedriger Reifendruck kann zu unnötigem Mehrverbrauch führen. Zusätzlich verschleißen Reifen bei falschem Druck schneller.
  6. Preise vergleichen und günstig tanken: Zwischen Tankstellen und auch im Tagesverlauf gibt es häufig deutliche Preisunterschiede. Mit Spritpreis-Apps lassen sich die aktuellen Preise in der Umgebung leicht vergleichen. Ein längerer Umweg zur günstigeren Tankstelle lohnt sich allerdings meist nur, wenn der Preisunterschied deutlich ist. Wer gezielt nach günstigen Zeiten und Tankstellen sucht, kann dennoch regelmäßig einige Euro sparen.

Mobilität günstiger organisieren: Alternativen zum eigenen Auto

Neben einer sparsamen Fahrweise können auch Veränderungen bei der Organisation der eigenen Wege helfen, Kosten zu reduzieren. Fahrgemeinschaften, Park-and-Ride-Angebote oder der öffentliche Nahverkehr können eine wirtschaftliche Alternative zum allein genutzten Auto sein.

Wege kombinieren und Alternativen nutzen 

Vermeiden Sie möglichst kurze oder unnötige Autofahrten. Gerade bei kaltem Motor ist der Spritverbrauch besonders hoch. Für kurze Strecken kann das Fahrrad eine gute Alternative sein. Auch wer mehrere Erledigungen miteinander kombiniert und sie in einer Fahrt erledigt, spart Kraftstoff. Für längere Pendelstrecken können Fahrgemeinschaften, Park-and-Ride-Angebote sowie Bus und Bahn eine sinnvolle Ergänzung oder Alternative zum eigenen Auto sein.

Fahrgemeinschaften Sparen und meist ausreichend versichert

Fahrgemeinschaften können die Kosten für den Arbeitsweg deutlich reduzieren. Wenn sich mehrere Personen Spritkosten, Parkgebühren und Fahrzeugnutzung teilen, sinken die individuellen Ausgaben oft erheblich.
Viele Verbraucher fragen sich dabei, ob für Mitfahrende ein besonderes Versicherungsrisiko besteht. In der Regel ist keine zusätzliche Insassen-Unfallversicherung erforderlich. Nach Einschätzung des Bundes der Versicherten und der Verbraucherzentrale werden berechtigte Ansprüche von Mitfahrenden normalerweise über die Kfz-Haftpflichtversicherung des Fahrers beziehungsweise Halters oder über die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers reguliert.
Für Mitfahrende bedeutet das: Bei einem selbstverschuldeten Unfall des Fahrers sind sie grundsätzlich über dessen Kfz-Haftpflicht geschützt; bei einem fremdverschuldeten Unfall greift die Haftpflicht des Verursachers. Anders liegt der Fall beim Fahrer selbst: Er erhält bei selbstverschuldeten Unfällen keine Leistungen aus der eigenen Kfz-Haftpflicht für eigene Personenschäden. Hier können andere Absicherungen – etwa Kranken-, Berufsunfähigkeits- oder gegebenenfalls eine private Unfallversicherung – wichtiger sein.
Für Beschäftigte ist außerdem relevant: Fahrgemeinschaften auf dem Weg zur Arbeit können unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stehen, solange der Weg nicht aus privaten Gründen unterbrochen oder unnötig verlängert wird.

Park-and-Ride: Parkplatzbedingungen genau prüfen

Park-and-Ride kann wirtschaftlich sinnvoll sein: Autofahrende legen nur die Strecke bis zum Bahnhof mit dem Pkw zurück und nutzen den restlichen Weg mit Bus oder Bahn. Das spart Kraftstoff, reduziert Verschleiß und vermeidet häufig teure Innenstadtparkplätze.
Problematisch kann es allerdings werden, wenn Parkflächen nicht kommunal, sondern privat bewirtschaftet werden. In diesem Fall gelten die Bedingungen des jeweiligen Betreibers. Ein Vertrag kommt meist schon dadurch zustande, dass das Fahrzeug abgestellt wird und damit die ausgeschilderten Nutzungsbedingungen akzeptiert werden.
Deshalb sollten Autofahrende die Hinweise auf dem Parkplatz genau prüfen: Gibt es eine Höchstparkdauer? Muss eine Parkscheibe ausgelegt oder das Kennzeichen digital registriert werden? Fallen Gebühren an oder drohen Vertragsstrafen? Die Bedingungen müssen dabei deutlich erkennbar sein. Wer ein „Knöllchen“ erhält und die Beschilderung für unzureichend hält, sollte Beweise sichern – etwa durch Fotos der Beschilderung.

Deutschlandticket: Wann es sich lohnt

Das Deutschlandticket kostet seit dem 01. Januar 2026 monatlich 63 Euro und gilt bundesweit im Nahverkehr – insbesondere in Bussen, Straßenbahnen, S-Bahnen und Regionalzügen. Fernverkehrszüge wie ICE oder IC sind in der Regel nicht eingeschlossen. Nach Einschätzung der Verbraucherzentralen lohnt sich das Ticket vor allem für Menschen, die den öffentlichen Nahverkehr regelmäßig nutzen oder monatlich mit Einzel- oder Zeitkarten ohnehin über diesen Betrag kommen. Auch für Pendler, die über Verbundgrenzen hinweg fahren, kann es finanziell attraktiv sein. Wichtig ist jedoch ein genauer Blick auf die Bedingungen: Das Ticket ist persönlich und nicht übertragbar. Die Mitnahme weiterer Personen über sechs Jahren oder von Fahrrädern ist grundsätzlich nicht automatisch enthalten. Außerdem handelt es sich um ein Abonnement, das bis zum 10. eines Monats gekündigt werden muss.