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Heizungsförderung für Bestandsgebäude: Heizen mit Erneuerbaren

Stand:

Für effiziente und klimafreundliche Heizungen gibt es ein großes Paket an Förderungen. Tauschen Sie Ihre Ölheizung aus oder setzen sie eine Maßnahme aus einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) um, gibt es sogar einen Zusatzbonus vom Staat.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) können Sie Zuschüsse im Rahmen der Sanierung für Einzelmaßnahmen wie Wärmedämmung, Fenster, Heizung und Baubegleitung erhalten. Dazu stellen Sie einen Antrag beim BAFA.
  • Benötigen Sie einen Kredit für Ihre neue Heizung, können Sie diesen ab 1. Juli 2021 auch über die BEG beantragen. Zuständig ist hierfür die KfW-Bank.
  • Bei einer Heizungserneuerung gibt es Förderungen von Bund, Land und Kommunen.
  • Tauschen Sie eine alte Heizung gegen eine erneuerbare Energieform aus, sind mit der BEG 45 Prozent und mehr Förderung möglich. Förderanträge beim BAFA können nur online gestellt werden; dies kann auch eine bevollmächtigte Person für Sie erledigen.
Heizung im Keller
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Alte Heizung austauschen oder optimieren

Viele Hausbesitzer:innen tauschen erst eine Heizung aus, wenn die alte kaputt ist. Die Investition wird gerne aufgeschoben, bis nichts mehr geht. Lassen Sie sich daher rechtzeitig beraten, denn auch die Optimierung des Heizsystems wird gefördert. Die Optimierung des Heizsystems kann gefördert werden, wenn die Anlage älter als 2 Jahre ist, der Heizungsaustausch ist mit der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig, wenn Ihr Gebäude älter als 5 Jahre ist.

Eine umfassende Energieberatung wird über das BAFA mit bis zu 80 Prozent gefördert. Den Beratungsbericht sollten Sie sich als Individuellen Sanierungsfahrplan erstellen lassen, dann ist bei Sanierungsmaßnahmen ein Zusatzbonus von 5 Prozent (iSFP-Bonus) möglich.

Wärmepumpen

Die Neuanschaffung von Wärmepumpen ist förderfähig, wenn die Anlage überwiegend für folgende Zwecke genutzt werden:

  • Raumheizung von Gebäuden
  • kombinierte Warmwasserbereitung und Raumheizung
  • Bereitstellung von Wärme für ein Wärmenetz.

Gefördert wird auch die Nachrüstung bivalenter Systeme mit Wärmepumpe. Eine Liste der förderfähigen Anlagen finden Sie beim BAFA.

Biomasse-Anlagen (Scheitholz, Pellets, Holzschnitzel)

Gefördert wird die Errichtung oder Erweiterung von Biomasseanlagen für die thermische Nutzung ab 5 kW Nennwärmeleistung:

  • Kessel zur Verbrennung von Biomassepellets und -hackschnitzeln
  • Pelletöfen mit Wassertasche
  • Kombinationskessel zur Verbrennung von Biomassepellets bzw. -hackgut und Scheitholz
  • besonders emissionsarme Scheitholzvergaserkessel.

Eine Liste der förderfähigen Anlagen finden Sie beim BAFA.

Bei der Verbrennung von Biomasse entstehen Emissionen, für die Grenzwerte einzuhalten sind. Anlagen mit besonders geringen Staubemissionen (2,5 mg/m3) erhalten einen höheren Zuschuss (Innovationsbonus in Höhe von 5 Prozent).

Eine Liste der förderfähigen Anlagen finden Sie beim BAFA.

Solarthermieanlagen

Die Errichtung oder Erweiterung von solarthermischen Anlagen wird gefördert, wenn sie mindestens einem der folgenden Zwecke dient:

  • Warmwasserbereitung
  • Raumheizung
  • kombinierte Warmwasserbereitung und Raumheizung
  • solare Kälteerzeugung
  • die Zuführung der Wärme und/oder Kälte in ein Gebäudenetz.


Eine Liste der förderfähigen Anlagen finden Sie beim BAFA.

Gas-Hybridheizungen

Bei diesem Heizungssystem werden zwei Energiequellen genutzt: Gas plus Erneuerbare. Der Hauptwärmeerzeuger ist eine Gas-Brennwertheizung. 25 Prozent der Heizlast muss allerdings durch eine Solarthermie-, Wärmepumpen- oder Biomasse-Anlage erzeugt werden. Im Gegensatz zu „Renewable Ready“-Anlagen muss die ergänzende Erzeugung durch Erneuerbare sofort bei Inbetriebnahme umgesetzt werden.

Gas-Brennwertheizungen „Renewable Ready“

Gemeint sind damit Gas-Brennwertheizungen, die spätestens 2 Jahre nach Inbetriebnahme auch Wärme aus erneuerbaren Energien nutzen. Sie müssen bereits bei Inbetriebnahme weitestgehend auf die Einbindung von Erneuerbaren Energien vorbereitet sein. 25 Prozent der Heizlast muss durch eine Solarthermie-, Wärmepumpen- oder Biomasse-Anlage erzeugt werden.

Erneuerbare-Energien-Hybridheizungen

Diese Hybridheizungen (EE-Hybride) sind keine speziellen Heizungsanlagen, sondern Kombinationen aus Solar-, Biomasse- und/oder Wärmepumpen.

Wärmenetz/Fernwärme

Als Alternative zur eigenen Heizung wird der Anschluss an ein öffentliches Wärmenetz (Fernwärme) gefördert, sofern dessen Wärmeerzeugung zu mindestens 25 Prozent aus Erneuerbaren Energien gespeist wird. Wenn der Anteil der Erneuerbaren Energien mindestens 55 Prozent beträgt, erhalten Sie einen höheren Zuschuss.

Gebäudenetz

Gefördert wird die Errichtung oder Erweiterung eines nicht-öffentlichen Netzes (Gebäudenetz) zur ausschließlichen Eigenversorgung von mindestens 2 Gebäuden auf einem oder mehreren Grundstücken der Eigentümer:innen oder Eigentumsgemeinschaften. Die Wärmeerzeugung muss zu mindestens 25 Prozent aus erneuerbaren Energien gespeist werden und es darf kein Öl als Brennstoff eingesetzt werden.

Gefördert wird zudem der Anschluss an ein förderfähiges Gebäudenetz.

Heizungsoptimierung

Gefördert werden Maßnahmen zur Optimierung des Heizungsverteilsystems:

  • Hydraulischer Abgleich
  • Einstellung der Heizkurve
  • Austausch von Heizungspumpen
  • Anpassung der Vorlauftemperatur und der Pumpenleistung
  • Dämmung der Rohrleitungen
  • Einbau von Flächenheizungen, Niedertemperaturheizkörpern und Wärmespeichern


Die Liste der Maßnahmen ist nicht abschließend, detaillierte Informationen zur Heizungsoptimierung erhalten Sie auf den Internetseiten des BAFA.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Förderung ist ein prozentualer Zuschuss, dieser ist abhängig von der Maßnahme und den förderfähigen Kosten.

Öl-Austausch-Bonus: Wenn Sie Ihre Ölheizung durch eine neue, effizientere und klimafreundlichere Anlage ersetzen, winkt sogar ein Zusatzbonus vom Staat. Mit der Öl-Austauschprämie erhalten Sie zusätzlich 10 Prozent auf die eigentliche Förderung. Die neue Heizungsanlage muss eine Gas-Hybridheizung, Wärmepumpe, Erneuerbare-Energien-Hybridheizung (EE-Hybride) oder eine Biomasseanlage mit Scheitholz, Pellets oder Holzschnitzel sein.

iSFP-Bonus: Über das BAFA wird auch eine Energieberatung für Wohngebäude gefördert. Wenn Sie einen Beratungsbericht als individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lassen oder bereits vorliegen haben, können Sie einen weiteren Bonus von 5 Prozent erhalten. Den Bonus erhalten Sie, wenn Sie eine Sanierungsmaßnahme umsetzen, die Bestandteil des Berichtes ist.

Kombination mit anderen Förderprogrammen

Der Austausch von Heizungen wird auch über Landesprogramme und von einigen Kommunen gefördert, dadurch ist ein noch höherer Zuschuss möglich. Die Bedingungen der einzelnen Förderprogramme können aber abweichen. Die BEG lässt eine Kombination bis maximal 60 Prozent der förderfähigen Kosten zu.

Welche Kosten sind förderfähig?

Als förderfähige Investitionskosten (Bruttokosten einschließlich Mehrwertsteuer) gelten:

  1. Anschaffungskosten des geförderten Wärmeerzeugers
  2. Kosten für Installation und Inbetriebnahme
  3. Kosten der erforderlichen Umfeldmaßnahmen.


Weitere Informationen finden Sie beim BAFA im Infoblatt zu den förderfähigen Kosten. Als förderfähige Kosten können maximal 60.000 Euro pro Jahr berücksichtigt werden.

Baubegleitung

Ein energieeffizientes Heizungssystem sollte gut geplant sein. Die Baubegleitung und Fachplanung durch Energie-Effizienz-Expert:innen wird mit bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten gefördert. Bei Heizungsmaßnahmen ist die Einbindung nicht vorgeschrieben, soll der iSFP-Bonus berücksichtigt werden, müssen Expert:innen beauftragt werden.

Förderung beantragen

Die Förderung ist als Zuschuss oder als Kredit mit Tilgungszuschuss möglich, dadurch ergeben sich zwei unterschiedliche Antragswege:

  • Die Kreditvariante wird über die KfW (Produkt-Nr. 262) abgewickelt, der Antrag selbst wird von Ihrem Finanzierungspartner (z.B. Hausbank) gestellt. Dieser benötigt die "Bestätigung zum Antrag", den Ihr:e Energieeffizienz-Expert:in für Sie ausstellt. Bei Heizungsmaßnahmen kann das auch Ihr Fachunternehmen machen.
  • Den Zuschuss beantragen Sie beim BAFA, nach Abschluss der Maßnahme wird dieser ausgezahlt. Sie sollten berücksichtigen, dass die Bearbeitung beim BAFA einige Zeit in Anspruch nehmen kann.

Die Zuschussförderung für Heizungen mit erneuerbaren Energien ist immer vor Abschluss des Liefer- und/oder Leistungsvertrages (z.B. Installateur) beim BAFA zu beantragen. Planungsleistungen dürfen vor Antragstellung erbracht werden. Maßgeblich ist das Eingangsdatum des Antrages beim BAFA.

Die Summe der angegebenen Kosten ist Grundlage für die Zuwendungsentscheidung. Sie kann im späteren Verlauf nicht nach oben korrigiert werden.

Die Anträge sind online zu stellen. Haben Sie nicht die Möglichkeit dazu, können Sie auch eine andere Person bevollmächtigen. Sobald der Antrag über das elektronische Antragsformular gestellt ist, können Sie mit der geplanten Maßnahme beginnen. Weitere Informationen zum Antragsverfahren erhalten Sie beim BAFA.

In fünf Schritten den Zuschuss erhalten

 

Nicht nur an den Heizungskeller denken

Alle geförderten Systeme können die laufenden Heizkosten senken – wenn die Bedingungen stimmen. Eine Wärmepumpe etwa läuft effizienter, wenn ein Haus gut gedämmt ist. Auch für Pelletheizungen, Gaskessel und andere Systeme gilt: Je weniger Wärme die Heizung liefern muss, desto kleiner kann ihre Leistung ausfallen. Dadurch wird sie günstiger sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb. Deshalb kann es in vielen Fällen sinnvoll sein, zuerst die Fassade zu dämmen, bevor eine neue Heizung kommt. Der Zuschuss für Dämmmaßnahmen, die mit 20 Prozent gefördert werden, kann seit dem 1. Januar 2021 ebenfalls beim BAFA beantragt werden. Ab dem 1. Juli 2021 gilt die BEG auch für die Förderung von Effizienzhäusern, hier sind Zuschüsse von bis 55 Prozent möglich – auch für die Wärmedämmung und Fenster. Alternativ zur BEG können Privatleute 20 Prozent der förderfähigen Kosten über 3 Jahre verteilt von der Steuerschuld abziehen.

Welche Förderungen Sie für Ihr Eigenheim bekommen können, haben wir für Sie in unserem Übersichtsartikel zusammengefasst.