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Facebook beendet automatische Gesichtserkennung

Stand:

Facebook schaltet seine automatische Gesichtserkennung wieder ab. 2010 erstmals eingeführt, wurde die Funktion 2012 in Europa nach Protesten von Datenschützern schnell wieder gekappt, 2018 reaktiviert und wird jetzt weltweit erneut eingestellt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Sie können weiterhin andere Personen auf Fotos, in Videos und Textbeiträgen markieren und markiert werden.
  • Prüfen Sie in den Facebook-Einstellungen, ob andere Nutzer:innen Ihr Profil ohne Ihr Wissen markieren und verlinken dürfen.
  • Überlegen Sie vor dem Veröffentlichen von Bildern, ob diese wirklich öffentlich sein sollen.
Das Facebook-Logo auf einem PC-Monitor spiegelt sich in einer Sonnenbrille wider.
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Drei Jahre nach einer erneuten Einführung in Europa beerdigt Facebook die automatische Gesichtserkennung weltweit weitgehend wieder. Das hat der Mutterkonzern Meta angekündigt. Nur ein drittel der Facebook-Mitglieder hat die Funktion genutzt. Was bedeutet das Aus konkret?

Wenn Sie der Gesichtserkennung zugestimmt hatten

  • Wenn Sie 2018 oder später zugestimmt haben, dass Ihr Gesicht auf Bildern und in Videos automatisch erkannt werden darf, wurde von Ihrem Gesicht ein so genanntes Template (das ist eine individuelle Zahlenkette) erstellt und neu hochgeladenen Bildern zugeordnet. Diese Templates will Facebook unwiderruflich löschen.
  • Ihr Profilname wurde automatisch Bildern und Videos hinzugefügt, in denen Sie zu sehen waren – zum Beispiel im so genannten Alt-Text. Der wird angezeigt, wenn das Bild wegen technischer Probleme nicht geladen werden kann oder von speziellen Programmen für Blinde oder Menschen mit Sehschwächen vorgelesen. Diese automatische Zuordnung gibt es nun nicht mehr.
  • Sie werden nun nicht mehr automatisch informiert, wenn andere Personen Bilder oder Videos von Ihnen hochgeladen haben – außer, die Personen markieren Sie händisch darin.
  • Wenn Sie ein Foto oder Video hochladen, schlägt Ihnen Facebook nicht mehr die Namen der Personen vor, die darauf zu sehen sind. Allerdings können Sie weiterhin die Profile der Menschen auf Bildern und in Videos verlinken (andere markieren), sofern diese das zulassen. Mehr dazu im nächsten Absatz.

Prüfen Sie Ihre Einstellungen!

Hatten und haben Sie die Gesichtserkennung nicht aktiviert, ändert sich nichts für Sie. Sie sollten aber die Gelegenheit nutzen, in Ihren Einstellungen zu prüfen, ob andere Facebook-Mitglieder Ihr Profil in Fotos und Videos verlinken dürfen. Das können Sie im Bereich "Profil und Markierungen" der Facebook-Einstellungen festlegen. Der Link führt Sie direkt dorthin, nachdem Sie sich bei Ihrem Facebook-Konto angemeldet haben.

Screenshot mit Einstellungsmöglichkeiten von Markierungen auf Facebook
Datensparsame Einstellungen: Sie können zum Beispiel einen engen Personenkreis dafür bestimmen, Beiträge in Ihrem Profil sehen zu dürfen, wenn sie in den Beiträgen markiert worden sind. Sie sollten auch die Möglichkeit aktivieren, Beiträge mit Markierungen zu prüfen, bevor Sie in Ihrem Profil erscheinen. So bekommen Sie immer eine Nachricht bei Facebook, wenn jemand anderes Sie in einem Beitrag markiert hat. Gefällt Ihnen das nicht, können Sie den durch die Markierung entstandenen Link auf Ihr Profil direkt am Beitrag löschen. Eine Anleitung gibt es in diesem Text.

Unsere Bedenken gegen die Gesichtserkennung

Verbraucher- und Datenschützer:innen kritisieren die automatisierte Gesichtserkennung generell, weil diese einen massiven Eingriff in die Privatsphäre bedeuten und zu Diskriminierung führen können. Denn dabei werden alle hochgeladenen Fotos gescannt und geprüft, ob für erkannte Gesichter bereits Verknüpfungen zu Profilen vorliegen. Verwechslungen können von der Technik noch nicht zuverlässig ausgeschlossen werden. Durch die Namensgebung in den Alt-Texten ist es möglich, Fotos von Menschen anhand ihrer Namen zu finden und umgekehrt auch, Unbekannte zu identifizerien.

Tipps für mehr Datenschutz im Netz

Um auch ohne automatische Gesichtserkennung nicht zu viel von sich im Netz preiszugeben, haben wir folgende Empfehlungen:

  • Zeigen Sie nicht jeden Schnappschuss von sich öffentlich in sozialen Netzwerken.
  • Wenn Sie Fotos von sich hochladen, überlegen Sie, ob sie wirklich jeder Fremde sehen soll oder doch lieber nur Freunde oder ein selbst definierter Empfängerkreis.
  • Nutzen Sie Profilfotos, auf denen Sie nicht komplett zu erkennen sind.
  • Sprechen Sie mit Facebook-Freunden darüber, dass sie erst fragen, bevor sie Fotos von Ihnen ins Internet stellen oder in soziale Netzwerke hochladen.
  • Geben Sie hin und wieder Ihren Namen in Suchmaschinen ein und kontrollieren Sie, was gefunden wird. Unliebsame Dinge können Sie löschen lassen.
  • Benutzen Sie auf unterschiedlichen Social-Media-Plattformen auch unterschiedliche Bilder. Denn was hilft ein Pseudonym auf einer Dating-Plattform, wenn man in einem öffentlichen sozialen Netzwerk mit dem selben Bild auftaucht, unter dem womöglich der echte Name steht?!
  • Bietet ein soziales Netzwerk die Möglichkeit, das Profil in Suchmaschinen auffindbar zu machen, sollte diese besser deaktiviert werden. Bei Facebook geht das in den Privatsphäre-Einstellungen.