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Herzlich willkommen im neuen Internetauftritt der Verbraucherzentrale! Wir haben viel getan - hier stellen wir die Neuerungen vor.

Was tun, wenn das Konto teurer wird?

Stand:

Dreht die Bank oder Sparkasse an der Kostenschraube, können Sie sich nach günstigeren Anbietern umsehen. Ein Widerspruch ist auch möglich -– dann wird Ihnen die Bank aber möglicherweise kündigen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wenn Ihr Konto teurer wird, können Sie das entweder akzeptieren, kündigen oder den neuen Gebühren widersprechen.
  • Reagieren Sie nicht bis zum Stichtag, bedeutet das meist eine Zustimmung. Dann müssen Sie die neuen Gebühren zahlen.
  • Sie können häufig Geld sparen, wenn Sie günstigere Kontomodelle oder andere Anbieter suchen. Insbesondere bei Direktbanken haben Sie gute Chancen auf ein günstiges oder kostenloses Konto.
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Plötzlich möchte die Bank Geld fürs Konto haben: Nach vielen Jahren mit kostenlosen Girokonten rudern viele Geldinstitute zurück und entdecken die Kontogebühren bzw. -entgelte wieder. Prominentes Beispiel: Die Postbank hat im August 2016 mehrere Millionen Kunden angeschrieben. Aber auch viele andere Banken und Sparkassen erhöhen bestehende Entgelte um einige Euro im Monat oder führen neue ein.

Begründet wird dieser Schritt mit den seit Jahren herrschenden niedrigen Zinsen. Viele Sparkassen und andere Privatkundenbanken treibt nach eigenen Angaben momentan dasselbe Problem um: Sie können mit anderen Geschäftsbereichen kaum mehr Geld verdienen.

Nicht zu reagieren gilt als Zustimmung

Wenn Gebühren für bislang kostenlose Konten eingeführt oder die alten Gebühren angehoben werden, muss die Bank Ihnen das mitteilen – und zwar mindestens zwei Monate vorher. Das muss in Textform geschehen, schreibt das Gesetz vor. Achtung: Es kann unter Umständen sogar reichen, wenn der Hinweis auf dem Kontoauszug steht. Haben Sie einen elektronischen Kommunikationsweg vereinbart (etwa beim Online-Banking), können die Änderungen zum Beispiel auch per E-Mail mitgeteilt werden.

Es gibt aber immer wieder fehlerhafte Informationen seitens der Banken und Sparkassen (das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Sachsen hat z.B. eine Sparkasse erfolgreich abgemahnt - der Hinweis aufs kostenlose Kündigungsrecht fehlte). Lassen Sie im Zweifel das Schreiben von der Verbraucherzentrale rechtlich prüfen. Gesetzwidrige Informationen führen nicht zu einer Entgelterhöhung!

Achtung: Wenn Sie der Preisänderung nicht bis zum Stichtag widersprechen, gilt das als Zustimmung (sog. Genehmigungswirkung). Die neuen Gebühren werden dann wirksam und Sie müssen sie zahlen. In ihrem Schreiben muss die Bank auf die Genehmigungswirkung sowie Ihr Recht zur kostenfreien und fristlosen Kündigung hinweisen. Beispielsweise verwendet die Bank dafür eine Formulierung, wie "Ihre Zustimmung zu den AGB-Änderungen gilt als erteilt, wenn Sie uns Ihre Ablehnung nicht bis zum … anzeigen. Sie können den bestehenden Zahlungsdiensterahmenvertrag auch bis zum … fristlos und kostenfrei kündigen."

Was Sie bei Gebührenänderungen tun können

  • Sie können die Preisänderung akzeptieren. In diesem Fall müssen Sie nichts weiter tun. Es kann sich eventuell aber lohnen, bei derselben Bank auf ein anderes Kontomodell umzusteigen. Reine Online-Konten sind bei vielen Anbietern günstiger als klassische Girokonten, bei denen Sie vollen Service in den Filialen haben. Wer sich vorstellen kann, seine Geldgeschäfte über das Internet zu tätigen, kann hier Geld sparen.

  • Wenn Sie mit der Preiserhöhung nicht einverstanden sind, können Sie kündigen und den Anbieter wechseln. Insbesondere bei Direktbanken haben Sie noch gute Chancen auf ein günstiges oder kostenloses Konto.

  • Sie können der Anpassung der Entgelte auch widersprechen und verlangen, dass Ihr Konto zu den bisherigen Konditionen fortgeführt wird. Sie müssen die angehobenen Gebühren dann nicht bezahlen. Achtung: Wenn Sie widersprechen, kündigt die Bank Ihnen womöglich das Konto. Dann müssten Sie sich nach einem neuen Anbieter umsehen.

Sonderfall Werbeversprechen oder besondere Vertragsklauseln

Haben Banken für ihr Konto beispielsweise mit "lebenslang kostenlos" geworben, müssen die dadurch gewonnenen Kunden ein neues Entgelt oder eine Preiserhöhung nicht akzeptieren (darum hat z.B. die Verbraucherzentrale Hamburg die Postbank erfolgreich abgemahnt). Dies gilt umso mehr, wenn der Vertrag selbst einen solchen Passus enthält.

Die Erfahrung zeigt aber, dass diese Kunden selbst aktiv werden und die Bank an ihr Versprechen erinnern müssen. Entscheidend dürfte zudem die genaue Formulierung der Werbung sein. Bei einem "lebenslang kostenlosen" Konto ist der Fall klar. Ist die Formulierung nicht so eindeutig, braucht es, um eine Beschwerde zu begründen, schon etwas mehr Aufwand. Sie kann aber durchaus dazu führen, dass das Institut einlenkt.

Banken müssen bei einem Wechsel helfen

Sowohl die alte als auch die neue Bank sind übrigens gesetzlich verpflichtet, Ihnen beim Wechsel zu helfen (zum Beispiel Lastschriften und Daueraufträge umstellen).

Den Wechsel können Sie selbstverständlich auch selber vornehmen. Tipps, Musterbriefe und Checklisten dafür finden Sie in unserem Beitrag. Außerdem haben wir für Sie eine Checkliste für die Wahl des richtigen Kontos und einen kostenlosen Musterbrief für die Kündigung des alten Kontos.

Es lohnt sich immer, die Konditionen bei anderen Kontomodellen und anderen Anbietern im Blick zu behalten. Ein Wechsel ist allerdings keine Garantie für langfristig niedrigere Gebühren. Es ist zu befürchten, dass in naher Zukunft noch weitere (Filial-)Banken bei den Entgelten nachziehen werden, da der Kostendruck für die Institute hoch ist. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihren tatsächlichen Bedarf ermitteln. Dabei sollten Sie sich von zunehmend angebotenen Mehrwertleistungen, wie z.B. verschiedenen Händlerrabatten oder zusätzlichen Versicherungsleistungen, nicht in die Irre führen lassen.