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Zuckerfreie Limos und Energydrinks – geeignete Sommergetränke?

Pressemitteilung vom
Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH) erklärt, ob sich zuckerfreie Limos, Eistees und Energydrinks als Durstlöscher eignen.
mehrere Flaschen mit Limonade und Energydrinks in einer Reihe
Off

Der menschliche Körper besteht bis zu 70 Prozent aus Wasser. Die ideale tägliche Trinkmenge beträgt normalerweise 1,5 Liter, an heißen Tagen sogar gut zwei bis drei Liter. Auch bei körperlicher Belastung steigt der Flüssigkeitsbedarf. Wer sich mit schlichtem Wasser schwer tut, schwenkt häufig auf zuckerfreie Getränke um. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH) erklärt, ob sich zuckerfreie Limos, Eistees und Energydrinks als Durstlöscher eignen.  

Wirklich ohne Zucker? 

Wer sich gesund ernähren möchte, übt sich in der Regel im Zuckerverzicht. Gerade über Getränke wird teils unbewusst viel Zucker aufgenommen. Da erscheint es praktisch, dass Light- und Zero-Varianten zunehmend den Getränkemarkt erobern. Im Vergleich zu herkömmlichen Getränken ist ihr Zuckergehalt deutlich reduziert. Er liegt jedoch nicht immer bei null. „Light- oder leichte Getränke enthalten entweder mindestens 30 Prozent weniger Kalorien oder 30 Prozent weniger Zucker als Vergleichsprodukte“, erklärt Levke Schwanz, Referentin für Lebensmittel und Ernährung der VZSH. Oft wird Zucker dabei durch Zuckeraustauschstoffe ersetzt, die rund 2,4 Kilokalorien pro Gramm liefern. Auch der Begriff „Zero“ garantiert lediglich, dass maximal ein halbes Gramm Zucker auf 100 Milliliter Getränk enthalten ist.  

Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe: tatsächlich so (un)gesund? 

Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe liefern süßen Geschmack, führen aber zu weniger bis gar keiner Kariesbildung. Immer wieder liest man, dass die Stoffe mit erhöhtem Krebsrisiko und negativen Auswirkungen auf die Darmflora in Verbindung gebracht werden. Süßungsmittel sind auf Sicherheit geprüfte und zugelassene Stoffe. Die Datenlage zu deren langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen ist derzeit allerdings unvollständig.  
Bekannt ist, dass der Verzehr größerer Mengen an Zuckeraustauschstoffen zu Beschwerden wie Blähungen und Durchfall führen kann. Ob Ersatzstoffe beim Abnehmen helfen, kann aufgrund der uneindeutigen Studienlage derzeit nicht abschließend beantwortet werden und bleibt daher fraglich.  

Eine Frage des Geschmacks? 

Neuerdings werden bei Getränken auch Süßungsmittel als Einstufungskriterium des Nutri-Scores berücksichtigt. Seit Jahresanfang erhalten Limos, Energydrinks und Co., die Süßungsmittel enthalten, Negativpunkte. Das führt in der Regel zu einer schlechteren Bewertung. Grund dafür ist die überarbeitete Berechnungsgrundlage des Bewertungssystems. Damit wird Herstellern der Anreiz genommen, Süßungsmittel anstelle von Zucker in Getränken einzusetzen, um einen besseren Nutri-Score zu erlangen. Getränke mit Süßungsmitteln schneiden damit schlechter ab als bisher, sofern die neue Berechnung bereits angewandt wurde. Bis zum Ablauf der Übergangsfrist Ende 2025 können Hersteller weiterhin die alte Bewertungsskala abbilden. 

Trendgetränke oft mit Koffein 

Energydrinks, Eistee, Cola und Mategetränke erfreuen sich gerade bei jüngeren Menschen großer Beliebtheit. Diese vermeintlichen Durstlöscher enthalten alle Koffein, teilweise in erheblichen Mengen. Koffeinhaltige Erfrischungsgetränke dürfen bis zu 32 Milligramm Koffein pro 100 Milliliter enthalten – eine marktübliche Dose von 250 Milliliter enthält demnach 80 Milligramm Koffein. Laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit gilt für Jugendliche eine Koffeinmenge von drei Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag als unbedenklich. „Einige Jugendliche trinken täglich zwei Dosen Energydrinks und mehr. Mit dieser Menge überschreiten sie bei einem Körpergewicht von unter 50 Kilogramm bereits die empfohlene Höchstdosis. Erhöhte Nervosität, Schlafstörungen, Übelkeit und auf längere Sicht auch Herz-Kreislauf-Probleme können die Folge sein“, so die Expertin. Die Verbraucherzentralen fordern daher ein Verkaufsverbot an Minderjährige für Erfrischungsgetränke, die mehr als 150 Milligramm Koffein pro Liter enthalten. 

Wacher, cooler, schneller - die Werbung von Trendgetränken verspricht vieles. Damit Jugendliche die Produkte und die dahinterliegenden Werbestrategien besser bewerten können, leistet die VZSH mit ihrem interaktiven Workshop „Mach-Bar-Tour: Trendgetränke: Was ist drin? Was ist dran?“ Aufklärungsarbeit an Schulen. Der kostenpflichte Workshop richtet sich an Schüler ab der siebten Klasse bis zur Berufsschule. Interessierte Pädagogen können den Workshop buchen unter: ernaehrung@vzsh.de  

Ideale Durstlöscher 

Wasser, stark verdünnte Schorlen und ungesüßte Tees gelten weiterhin als beste Durstlöscher. Sie können den Flüssigkeitsbedarf perfekt decken. Vor allem Leitungswasser ist in Deutschland von sehr guter Qualität, kostengünstig, kalorienarm und liefert darüber hinaus auch Mineralstoffe und Spurenelemente.

Hier gibt es weitere Informationen zum Trinken bei Hitze

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