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Wechselwirkungen, Nebenwirkungen, Gegenanzeigen von Nahrungsergänzungen

Stand:

Von Arzneimitteln ist bekannt, dass ihre Einnahme mit spezifischen Risiken verbunden sein kann. Hersteller müssen über Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen auf einer Gebrauchsinformation, dem "Beipackzettel", informieren.

Beipackzettel des Medikamentes: Wechselwirkungen
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Natürlich gilt das auch für Arzneimittel, die "nur" Vitamine, Mineralstoffe und "natürliche" Pflanzenstoffe enthalten. Da es sich bei Nahrungsergänzungsmitteln jedoch um Lebensmittel handelt, sind sie von dieser Gesetzesregelung nicht betroffen. Deshalb finden sich auf Nahrungsergänzungsmitteln keine entsprechenden Hinweise – auch wenn diese oft genauso hoch oder sogar noch höher dosiert sind als Arzneimittel.

Wir sagen Ihnen daher, worüber Nahrungsergänzungsmittel ganz legal kaum bis gar nicht informieren. Und Sie erfahren, weshalb es so wichtig ist, dass Ihr Arzt und Ihr Apotheker Bescheid weiß, über alles, was Sie so zu sich nehmen. Um den Überblick zu behalten, hilft unsere Checkliste "Meine persönliche Gesundheits-'Apotheke'".

Alle Angaben sind sorgfältig recherchiert, erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im Zweifel sprechen Sie bitte immer mit einem Apotheker. Quellenangaben, die mit "HON" oder "AFGIS" gekennzeichnet sind, verweisen auf verlässliche, seriöse Internetseiten zu Gesundheitsthemen.

Gegenanzeigen

Eine Gegenanzeige (Kontraindikation) ist ein Umstand, bei dem man ein bestimmtes Medikament nicht anwenden darf, da es sonst zu gefährlichen gesundheitlichen Schäden kommen kann. Ein solcher Umstand könnte eine akute Erkältung oder eine chronische Krankheit wie Rheuma sein. Aber auch Schwangerschaft und Stillzeit, ein bestimmtes Alter (Kinder, über 65-Jährige) oder die regelmäßige Einnahme anderer Medikamente können eine Gegenanzeige darstellen.

Die Gründe für Gegenanzeigen sind vielfältig. Manche Arzneien wirken unter bestimmten Bedingungen zu schwach oder zu stark. Sie können bei Schwangeren das Ungeborene schädigen oder mit anderen Medikamenten Wechselwirkungen eingehen.

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind bei Arzneimitteln, die zur Anwendung bei Menschen bestimmt sind, schädliche und unbeabsichtigte Reaktionen auf das Arzneimittel. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Nebenwirkung bei bestimmungsgemäßen Gebrauch - d.h. entsprechend den Vorgaben der Packungsbeilage oder Fachinformation - aufgetreten ist oder ob sie mit einer Überdosierung, einem Medikationsfehler, Missbrauch, Fehlgebrauch oder im Rahmen der beruflichen Exposition aufgetreten ist. Bei Lebensmitteln spricht man meist von "unerwünschten Wirkungen", da der Begriff "Nebenwirkungen" sich immer auf Arzneimittel bezieht.

Wechselwirkungen

Bei der zeitnahen/gleichzeitigen Einnahme von zwei oder mehreren Medikamenten können Arzneimittelwechselwirkungen (sog. "Interaktionen") auftreten. Die Wirkstoffe können sich hinsichtlich ihrer Aufnahme oder ihrer Verteilung im Körper gegenseitig beeinflussen. Interaktionen sind meistens unerwünscht und können zu einem Wirkungsverlust oder einer Überdosierung und damit zu gefährlichen Nebenwirkungen führen. Wechselwirkungen treten nicht nur mit verschreibungspflichtigen und freiverkäuflichen Medikamenten, sondern auch mit Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln, Getränken (Kaffee, Tee, Alkohol) und pflanzlichen Heilmitteln auf.

Um das Risiko von Wechselwirkungen abschätzen zu können, ist es wichtig, dass Sie Ihren Arzt informieren, wenn Sie neben Arzneimitteln auch Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchten.

 

Quellen:

Zimmermann M: Was sind Kontraindikationen? Stand: 15.05.2014

BfArM-Glossar: Nebenwirkungen (abgerufen am 20.07.2020)

Beta-Carotin


Gegenanzeigen

  • Raucher sollten keine Beta-Carotin-haltigen NEM einnehmen. Bei Rauchern wurde unter Einnahme von Beta-Carotin ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko und eine erhöhte Sterblichkeit aufgrund kardiovaskulärer Erkrankungen beobachtet.116
     

Nebenwirkungen / unerwünschte Wirkungen

  • keine bedeutenden Nebenwirkungen (Empfehlung: nicht mehr als 2 mg/Tag)116
     

Wechselwirkungen

  • Während der Einnahme sehr hoher Dosen Betacarotin sollten keine Vitamin-A-Präparate zusätzlich angewendet werden.
  • Arzneimittel, die mehr als 20 mg Carotin/Tag enthalten, dürfen von Rauchern nicht verwendet werden, bei 2-20 mg/Tag ist ein Warnhinweis vorgeschrieben.13
  • Antioxidantien wie Vitamin C, E oder Beta-Carotin machen genau den Effekt zunichte, den man mit Chemo- oder Strahlentherapie erreichen möchte. Um das Risiko einer unerwünschten Abschwächung oder Verstärkung der Krebstherapie zu vermeiden, sollten Sie jegliche Nahrungsergänzung mit Ihrem behandelnden Arzt absprechen. 79

 

Quellen:

13 EFSA (2012): Scientific Opinion Statement on the safety of β-carotene use in heavy smokers. EFSA Journal 2012;10(12):2953,(abgerufen am 16.07.2020)

79 Menzel S; von Kieseritzky K (2018): Nahrungsergänzung bei Krebs: Nutzen oder Schaden? Stand: 17.05.2018 (abgerufen am 14.07.20)

116  Beta-Carotin in Nahrungsergänzungsmitteln Stellungnahme Nr. 019/2005 des BfR vom 08. März 2005, ergänzt am 21. Januar 2013

Biotin (Vitamin H)


Gegenanzeigen

  • keine Gegenanzeigen bekannt
     

Nebenwirkungen / unerwünschte Wirkungen

  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut (sehr selten) 2
     

Wechselwirkungen

  • Die Einnahme von Biotin kann zu falsch positiven oder falsch negativen Labortests führen. Betroffen sind Tests, bei denen biotinylierte Reagenzien verwendet werden, beispielsweise zum Nachweis von Schilddrüsen- und Sexualhormonen oder Herzinfarkt-Markern wie Troponin T (Verfälschung von Labortests, deren Prinzip auf einer Wechselwirkung von Streptavidin mit Biotin beruht.) Falsche und verzögerte Diagnosen sowie unnötige Behandlungen können die Folge sein. 89, 105
     
  • Rohes Eiweiß enthält eine Substanz, die Biotin im Darm bindet und damit die Aufnahme von Biotin in den Körper verhindert. 1
     
  • Es gibt Hinweise, dass Arzneimittel gegen Krampfanfälle (Anticonvulsiva) den Biotinspiegel im Blutplasma senken.2

 

Quellen:

1 BfR (2004): Verwendung von Vitaminen in Lebensmitteln.

2 Gebrauchsinformation Biotin_H_Forte 10 mg (Canea Pharma), U. Gröber "Arzneimittel und Mikronährstoffe", WVG 2007, S. 109

89 Zu wenig bekannt und zum Teil folgenschwer - durch Biotin verfälschte Laboruntersuchungen. arznei telegramm 50 (1) 2019; S. 14

105 Biotin in Nahrungsergänzungsmitteln kann Labortestergebnisse beeinflussen. Mitteilung Nr. 044/2019 des BfR vom 14.11.19

Calcium


Gegenanzeigen

  • bestimmte Krebsleiden
  • erhöhter Calciumblutspiegel
  • Nierenverkalkung
  • schwere Nierenfunktionsstörung
  • Veranlagung zur Bildung von Nierensteinen
  • bei Darmerkrankungen vorher den Arzt konsultieren 56
     

Nebenwirkungen / unerwünschte Wirkungen

  • Magen-Darm-Beschwerden (selten) 3
  • Erhöhter Calciumspiegel im Blut (Hypercalcämie) 3
  • vermehrte Calciumausscheidung im Urin 3
  • Untersäuerung des Blutes (gelegentlich) 3
     

Wechselwirkungen

  • Calcium vermindert die Aufnahme vieler Arzneistoffe in den Körper, z.B. Eisen, Fluor-Verbindungen, verschiedene Antibiotika, L-Thyroxin, Bisphosphonate (Alendronat)
     
  • Herz-Kreislauf-Medikamente aus der Gruppe der Calcium-Antagonisten werden möglicherweise in ihrer Wirkung vermindert. Die Wirkung von Herzglykosiden wird durch Calcium verstärkt. 3 Einnahmeabstand: mindestens 2 Stunden
     
  • Die Aufnahme von Calcium wird durch Magnesium, das Antiepileptikum Phenytoin und Glucocorticoide wie Cortison vermindert.
     
  • Eine Kombination von Calcium mit Vitamin D und Entwässerungsmitteln (Wirkstoff: Thiaziden) kann zu sehr hohen Calciumwerten führen. 3
     
  • Mit Nahrungsmitteln, die Oxalsäure, Phytinsäure oder Phosphate enthalten (z.B. Spinat, Rhabarber, Getreideprodukte) kann es ebenfalls zu Wechselwirkungen kommen. 3

 

Quellen:

3 Gebrauchsinformation CalciumVerla 600 mg

56 Crockett SD et al. (2018): Calcium and vitamin D supplementation and increased risk of serrated polyps: results from a randomised clinical trial. Gut Published Online First: 01 March 2018. doi: 10.1136/gutjnl-2017-315242.

Chitosan


Gegenanzeigen

  • ggf. Allergie gegen Schalentiere (sofern nicht aus Pilzen bzw. Algen gewonnen)
  • Untergewicht
  • Kinder unter 3 Jahren
  • Schwangerschaft und Stillzeit


Vorsicht ist geboten bei

  • Kindern und Jugendlichen im Wachstum
  • älteren Menschen
  • chronischen Verdauungsproblemen (Verstopfung, Darmverschluss, nach einer Darmoperation, Gastroparese, Darmpolypen)
  • entzündlichen Darmerkrankungen
  • Stoffwechselstörungen
  • längerfristiger Arzneimitteleinnahme 73


Nebenwirkungen / unerwünschte Wirkungen

  • Verdauungsbeschwerden (Verstopfung, Blähungen, Unterbauchschmerzen, Durchfall und Völlegefühl)
  • allergische Reaktionen (Hautausschlag, Nesselfieber und Juckreiz 73


Wechselwirkungen

  • nur als Medizinprodukt, nicht als Arzneimittel erhältlich
  • Da Chitosan Lipide bindet, kann es möglicherweise die Aufnahme fettlöslicher Medikamente (z.B. orale Kontrazeptiva, Hormone, Retinoide und Steroide) hemmen. Es wird ein zeitlicher Einnahmeabstand von 4 Stunden zu solchen Arzneimitteln empfohlen. Chitosan kann auch Nahrungsbestandteile wie fettlösliche Vitamine und essentielle Fettsäuren binden 73,74

 

Quellen:

73 Pharma-Wiki: Chitosan, Stand: 28.05.2019, (abgerufen am 15.07.20)

74 Schlankheitsmittel mit Chitosan: Gefährliche Wechselwirkung. Gute Pillen, schlechte Pillen (2), 2010, S. 8

Chondroitin


Gegenanzeigen

möglicherweise:

  • Schwangerschaft und Stillzeit 33
  • Kinder und Jugendliche 33
  • Prostatakrebserkrankung
  • Asthma

Personen mit Allergien auf Fischeiweiß sollten darauf achten, dass die Produkte mit Chondroitinsulfat nicht aus Haifischgewebe oder anderen Fischen gewonnen wurde.

Nebenwirkungen / unerwünschte Wirkungen

  • gastrointestinale Beschwerden (Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit) sowie Kopfschmerzen bzw. Schwindelgefühl 115


Wechselwirkungen

  • Chondroitin verlängert möglicherweise die Blutungszeit. Bei Einnahme von Blutgerinnungshemmern (Wirkstoff: Warfarin) sollte auf die Einnahme von Chondroitin verzichtet werden. 33


Quellen:

33 BfR (2007): Verwendung von Chondroitinsulfat in Nahrungsergänzungsmitteln. BfR-Stellungnahme Nr. 031/2007 vom 15.06.07 (abgerufen am 20.07.2020)

115 Risikobewertung von Chondroitinsulfat in Nahrungsergänzungsmitteln. Aktualisierte Stellungnahme Nr. 040/2018 des BfR vom 07.12.2018, (abgerufen am 18.07.2020)

Cranberry (Großfrüchtige Moosbeere)

Vaccinium macrocarpon

Gegenanzeigen

  • Veranlagung zu Nierensteinen (Oxalatsteine)
  • Aspirin-Allergie (enthält Salicylsäure)


Nebenwirkungen / unerwünschte Wirkungen

Bei übermäßigem Konsum:

  • leichte Magen-Darm-Probleme möglich (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) 103
  • Hämaturie (Blut im Urin) 103
  • längerfristige Verwendung kann möglicherweise das Risiko für Nierensteine erhöhen 110


Wechselwirkungen

Achtung, NEM-Extrakt muss nicht mit Arzneimittelextrakt oder Extrakt aus Studien vergleichbar sein!

  • Möglicherweise erhöht der Verzehr hoher Mengen Cranberry-Saft bei gleichzeitiger Einnahme von Vitamin-K-Antagonisten (Wirkstoffe Warfarin und Phenprocoumon) die Blutungsneigung 37. Auch Cranberry-Konzentrate und NEM könnten problematisch sein 38. Halten Sie unbedingt Rücksprache mit Ihrem Arzt, bevor Sie Cranberry-Produkte einnehmen. Eine Überwachung der Gerinnungswerte kann angezeigt sein.
     
  • Cranberry (bzw. deren Gerbstoffe) werden über die Leber ausgeschieden. Wird Cranberry zusammen mit Medikamenten eingenommen, die ebenfalls über die Leber verstoffwechselt werden (z.B. Wirkstoffe: Ibuprofen, Diazepam (Valium), Diclofenac (Voltaren), können die Wirkungen und Nebenwirkungen dieser Medikamente verstärkt werden. 38
     
  • Cranberry-Saft senkt den pH-Wert des Urins. 103
     
  • Cranberry-Extrakt kann zu reduzierten Wirkspiegeln von Tacrolimus (Immunsuppressivum) führen. 103


Für Fachkreise

  • Cranberry hemmt die enterischen CYP3A-Aktivitäten und kann die Resorption von Substraten beeinträchtigen. 103
  • Cranberry hemmt CYP2C9 in vitro, in klinischen Studien konnte eine Auswirkung auf Warfarin-Spiegel nicht bestätigt werden. 103,81
  • UGT-Substrat (Uridin-5-Diphospho-Glucuronosyltransferase): Cranberry moduliert UGT-Enzyme in vitro und kann das Risiko von Nebenwirkungen von durch sie metabolisierten Arzneimitteln erhöhen 103
  • Cranberries können den PSA-Spiegel (prostataspezifisches Antigen) senken und in die Expression androgenresponsiver Gene eingreifen.100

 

Quellen:

37 Paeng CH et al (2007): Interaction between warfarin and cranberry juice. Clin Ther. 29(8): 1730-5

38 Srinivas NR (2013): Cranberry juice ingestion and clinical drug-drug interaction potentials; review of case studies and perspectives. J Pharm Pharm Sci. 16(2): 289-303

81 ABDA und die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (2014):  Sicher is(s)t sicher. Interaktionen zwischen Arzneimittel und Lebensmitteln. April 2014

100 R. Bublak: Augen auf bei der Laboruntersuchung. OTC-Gebrauch verfälscht Laborwerte. Ärztezeitung vom 25.09.2018

103 Memorial Sloan Kettering Cancer Center: Cranberry, Stand: 26.10.18 (abgerufen am 18.07.20)

110 Netdoktor: Heilpflanzen – Cranberry, Stand: 10. Juli 2017 (abgerufen am 18.07.20) (AFGIS)

Curcuma (Kurkuma, Gelbwurz, Indischer Safran, Turmeric)

Curcuma longa

Gegenanzeigen

  • Gallenverschluss, Gallenentzündung, Gallensteine, anderen Gallenleiden oder Lebererkrankungen 111
  • bei bestehenden gastrointestinalen Beschwerden und einer Neigung zu Nierensteinen sollte unbedingt vorher der Arzt konsultiert werden 112


Nebenwirkungen / unerwünschte Wirkungen

  • manchmal: Magenbeschwerden, Mundtrockenheit, Blähungen 111
     

Wechselwirkungen

Achtung, NEM-Extrakt muss nicht mit Arzneimittelextrakt oder Extrakt aus Studien vergleichbar sein!

  • Es besteht eine nicht unerhebliche Möglichkeit von Wechselwirkungen mit relevanten Arzneistoffen der Onkologie (Krebstherapie). 110, 118  Wechselwirkungen mit Palbociclib, Capecitabin und Enzalutamid wurden beobachtet 120
     
  • Curcuma verstärkt die Wirkung von Blutverdünnern (Warfarin etc.) 112
     
  • Curcuma hat in Laborversuchen die Wirkung von Chemotherapeutica wie Camptothecin, Mechlorethamin, Doxorubicin oder Cyclophosphamiden verhindert. Inwieweit das klinische Relevanz hat, ist nicht bekannt. 112
     
  • Der Abbau des Arzneistoffs Tacrolimus (Immunsupressant) wird bei gleichzeitiger Einnahme von Curcumin verringert, es kommt zu erhöhten Plasmaspiegeln und möglicherweise zu verstärkten Nebenwirkungen. 112
     
  • Curcuma beeinflusst den P-Glycoproteinspiegel im Darm und erhöht dadurch die Konzentration von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln wie Celiprolol, Midazolam und Verapamil.112


Für Fachkreise

  • Curcuma behindert die Arbeit der Enzyme CYP3A4, CYP1A2-, CYP2A6, CYP2C9- und CYP2D6. Bei Arzneimitteln, die darüber verstoffwechselt werden, kommt es zu erhöhten Plasmaspiegeln und möglicherweise zu verstärkten Nebenwirkungen.112
     
  • Die Einnahme von Kurkuma – einmal kombiniert mit Piperin – senkte bei bislang zwei Brustkrebspatientinnen die Wirkspiegel von Everolimus (Afinitor®) unter den notwendigen therapeutischen Wirkspiegel (> 10 ng/ml).119 Darüber hinaus wurden Wechselwirkungen mit oralen Krebsmitteln wie Palbociclib, Capecitabin und Enzalutamid beobachtet.120

 

Quellen:

101 C. Ritter (2017): Bewertung des Interaktionsrisikos komplementärmedizinischer Phytotherapeutika in der Onkologie. (abgerufen am 20.07.20)

111 Netdoktor: Heilpflanzen - Kurkuma, Stand: 26.07.2017   (abgerufen am 18.07.20) (AFGIS)

112 Memorial Sloan Kettering Cancer Center: Turmeric. Stand: 17.04.19 (abgerufen am 18.07.20)

118 Was ist dran: Kurkuma bei Krebs? Studiendaten zu Curcumin überzeugen bislang nicht (abgerufen am 22.07.2020)

119 Mir O, Ropert S, Chamseddine AN, Paci A. Curcumin dietary supplements and everolimus-based cancer treatment. Ann Oncol. 2018 Jan 1;29(1):287-288. doi: 10.1093/annonc/mdx714.

120 Clairet AL, Boiteux-Jurain M, Curtit E, Jeannin M, Gérard B, Nerich V, Limat S. Interaction between phytotherapy and oral anticancer agents: prospective study and literature review. Med Oncol. 2019 Apr 16;36(5):45. doi: 10.1007/s12032-019-1267-z.

Echinacea (Sonnenhut)

Echinacea purpurea, E. angustifolia

Gegenanzeigen

  • bei bekannter Autoimmunerkrankung 57
  • bei Multipler Sklerose und anderen Systemerkrankungen 57
  • möglicherweise Schwangerschaft und Stillzeit
  • Überempfindlichkeit und Allergien auch gegen andere Korbblütler 57
     

Nebenwirkungen / unerwünschte Wirkungen

  • Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme 5
  • allergische Hautreaktion (selten) 5
  • Atemnot, Schwindel, Blutdruckabfall, Anaphylaktischer Schock (sehr selten) 5
  • Stevens-Johnson-Syndrom (sehr selten) 5
  • Auftreten von Immunerkrankungen (sehr selten) 5
     

Wechselwirkungen

Achtung, NEM-Extrakt muss nicht mit Arzneimittelextrakt vergleichbar sein!

  • Bei gleichzeitiger Einnahme von Echinacea mit Koffein kann die Wirkung von Koffein verstärkt werden und damit möglicherweise auch die Nebenwirkungen. 6
  • Echinacea kann die Aufnahme und Wirkung zahlreicher Medikamente (CYP450) beeinflussen. Deshalb sollten Sie vor der Einnahme von Echinacea immer Ihren Arzt befragen.
  • Es besteht eine nicht unerhebliche Möglichkeit von Wechselwirkungen mit relevanten Arzneistoffen der Onkologie (Krebstherapie). 101

 

Quellen:

5 Gebrauchsinformation Echinacea-ratiopharm® 100 mg Tabletten

6 Phytodoc: Nebenwirkungen und Gegenanzeigen von Sonnenhut.  (abgerufen 16.07.2020)

57 Pharma-Wiki: Echinacea. Stand: 25.03.2018

101 C. Ritter (2017): Bewertung des Interaktionsrisikos komplementärmedizinischer Phytotherapeutika in der Onkologie. (abgerufen am 20.07.20)

Eisen


Gegenanzeigen

  • Eisenspeicher-Erkrankungen
  • Säuglinge unter drei Monaten
  • Verwertungsstörungen
  • Vorsicht bei Magen-Darm-Geschwüren
     

Nebenwirkungen / unerwünschte Wirkungen

  • Magen-Darm-Beschwerden 7
  • Verstopfung (Obstipation) 7
  • Stuhlverfärbung (unbedenklich) 7
     

Wechselwirkungen

  • Eisenpräparate vermindern die Aufnahme vieler anderer Medikamente und von Fluor, Phosphat, Kupfer und Chrom, Zink, Einnahmeabstand: 2-3 Stunden. 7
  • Bei gleichzeitiger Einnahme vermindert Eisen die Aufnahme von Bisphosphonaten (gegen Osteoporose) - zeitlicher Abstand nötig. 107
  • Die Aufnahme von Eisen wird durch magensäurebindende Medikamente (Antacida), Tee, Kaffee und Milch vermindert. Einnahmeabstand: 1-2 Stunden 7
  • Vitamin C erhöht die Aufnahme von Eisen.8 Eine Einnahme mit Vitamin-C-haltigen Getränken oder Obst ist vorteilhaft.

 

Quellen:

7 Gebrauchsinformation Eisentabletten-ratiopharm® 100 mg Filmtabletten

8 Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012

107 H. Grosse: Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten. Verbraucherzentrale Düsseldorf, 1. Auflage 2019, S. 76

Folsäure

Gegenanzeigen

  • chronischer Vitamin B12-Mangel (perniziöse Anämie)
  • Blutarmut mit vergrößerten roten Blutkörperchen (mit und ohne B12-Mangel) 39
     

Nebenwirkungen

Bei Einnahme hoher Dosen (selten):

  • Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen, Erregbarkeit, Hautreaktionen, Krämpfe, Depressionen 9
  • Einige Studien belegen, dass die Einnahme von Folsäure in Dosen zwischen 800-1200 μg das Herzinfarktrisiko bei Patienten mit Herzproblemen erhöht.
     

Wechselwirkungen

  • Es können Überempfindlichkeitsreaktionen z.B. in Form von Hautrötungen (Erythem), Juckreiz, Luftnot (Bronchospasmus), Übelkeit oder Kreislaufkollaps (anaphylaktischem Schock) auftreten. 39
     
  • Bei sehr hohen Dosierungen kann es zu Magen-Darm-Störungen, Schlafstörungen, Erregung und Depression kommen. 39
     
  • Folsäure vermindert die Wirkung von verschiedenen Medikamenten gegen Krebserkrankungen (Wirkstoff Methotrexat) und Präparaten gegen Infektionskrankheiten (Wirkstoffe: Trimethoprim, Proguanil und Pyrimethamin) 9
     
  • Die Einnahme hoher Mengen Folsäure (5 mg) verstärkt möglicherweise einige Nebenwirkungen von verschiedenen Medikamenten gegen Krebserkrankungen (Wirkstoffe: 5-Fluorouracil, Capecitabine) 9

 

Quellen:

9 Gebrauchsinformation Folsäure-ratiopharm® 5 mg

39 Gebrauchsinformation Folsan 0,4 mg (Teofarma s.r.l.)

Ginkgo

Ginkgo biloba

Gegenanzeigen

  • Bei krankhaft erhöhter Blutungsneigung
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Bei bekanntem Krampfleiden (Epilepsie)
  • im Vorfeld anstehender Operationen oder Zahnbehandlungen (erhöht die Blutungsneigung)
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
     

Nebenwirkungen / unerwünschte Wirkungen

  • leichte Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen 10
  • Schwindel oder Verstärkung bereits bestehender Schwindelbeschwerden 10
  • Ginkgo-Extrakte können schwere Herzrhythmusstörungen auslösen 129
     

Wechselwirkungen

Achtung, NEM-Extrakt muss nicht mit Arzneimittelextrakt vergleichbar sein!

  • Bei gleichzeitiger Einnahme von Ginkgo mit blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln (wie z.B. den Wirkstoffen Phenprocoumon, Warfarin, Clopidogrel, Acetylsalicylsäure und anderen nichtsteroidalen Antirheumatika) kann deren Wirkungsverstärkung nicht ausgeschlossen werden. 10
     
  • Ginkgo wird über die Leber ausgeschieden. Wird Gingko zusammen mit Medikamenten eingenommen, die ebenfalls über die Leber verstoffwechselt werden (z.B. Wirkstoffe: Ibuprofen, Diazepam (Valium), Diclofenac (Voltaren), können die Wirkungen und Nebenwirkungen dieser Medikamente verstärkt werden.
     
  • Ginkgo sollte nicht mit Medikamenten eingenommen werden, die die Krampfanfälligkeit erhöhen, z.B. bestimmte Antibiotika, Antidepressiva, Immunsuppressiva.

 

Quellen:

10 Gebrauchsinformation Gingium intens 120 mg Filmtabletten

129 Arznei-Telegramm: Nebenwirkungen. Herzrhythmusstörungen unter Ginkgo Biloba. AT Jg. 51, Nr.8, S.64.

Ginseng

Panax ginseng

Gegenanzeigen

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Bei Menschen mit einer Autoimmunerkrankung
     

Nebenwirkungen / unerwünschte Wirkungen

  • Bei empfindlichen Personen: Magen-Darm-Probleme, Schlafstörungen, allergische Reaktionen (Hautauschlag, Nesselsucht) 11
     

Wechselwirkungen

Achtung, NEM-Extrakt muss nicht mit Arzneimittelextrakt vergleichbar sein!

  • Ginseng kann in Kombination mit Koffein den Blutdruck und die Herzfrequenz bedenklich erhöhen. 12
     
  • Bei gleichzeitiger Einnahme von Ginseng mit blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln vom Cumarin-Typ (Phenprocoumon, Warfarin) kann deren Wirkung abgeschwächt werden. Es sollte eine engmaschige Kontrollen der Gerinnungswerte im Blut bis zu 14 Tage nach Absetzen dieses Arzneimittels erfolgen, um die Dosis der blutgerinnungshemmenden Medikamente anzupassen. 12, 59
     
  • Ginseng senkt vermutlich den Blutzuckerspiegel. Bei gleichzeitiger Einnahme von Blutzuckersenkenden-Medikamenten (Diabetes) kann der Blutzuckerspiegel möglichweise zu stark abfallen.
     
  • Ginseng kann die Wirkung von blutverdünnenden Arzneimitteln (Antikoagulanzien) vermindern. 11
     
  • Es besteht eine nicht unerhebliche Möglichkeit von Wechselwirkungen mit relevanten Arzneistoffen der Onkologie (Krebstherapie). 101

 

Quellen:

11 Gebrauchsinformation Ginsana® (Ginseng-Extrakt G115) 100 mg - Kapseln

12 Ginseng-Interaktionen - Wechselwirkungen mit konventionellen Arzneimitteln. Deutsche Apotheker-Zeitung 36/2013

59 Liperoti R et al. (2017): Herbal Medications in Cardiovascular Medicine. Journal of the American College of Cardiology 69 (9): 1188-99 in der korrigierten Fassung lt. JACC 69 (16), S. 2103

101 C. Ritter (2017): Bewertung des Interaktionsrisikos komplementärmedizinischer Phytotherapeutika in der Onkologie. (abgerufen am 20.07.20)

Goji

Lycium barbarum

Gegenanzeigen

  • möglicherweise Schwangerschaft
  • Einnahme von Gerinnungshemmern
     

Nebenwirkungen / unerwünschte Wirkungen

  • keine Nebenwirkungen bekannt
     

Wechselwirkungen

  • Goji verlängert die Blutungszeit. Bei Einnahme von Blutgerinnungshemmern/Vitamin K-Antagonisten (Wirkstoffe: Warfarin, Phenprocoumon (Marcumar®)) muss die Blutungszeit sorgfältig überwacht werden, ggf. ist eine Anpassung der Dosierung des Gerinnungshemmers nötig.
     
  • Fallbeschreibungen sprechen von ausgedehnten Blutungen. Es wird empfohlen bei Einnahme dieser Medikamente auf Goji in jeglicher Form (getrocknete Früchte, Saft, Konfitüre etc.) zu verzichten. 14

 

Quellen:

14 BfArM und Paul Ehrlich Institut (2013): Mögliche Interaktion zwischen Vitamin-K-Antagonisten und der Goji-Beere – Risiko von INR-Erhöhung und schweren Blutungsereignissen. Bulletin zur Arzneimittelsicherheit, Ausgabe 1, S. 13f. (abgerufen am 18.07.20)

Glucosamin


Gegenanzeigen

  • Allergie gegen Schalentiere (Muscheln, Krebse) 32
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • eingeschränkte Glucosetoleranz (häufigere Messungen des Blutzuckerspiegels können erforderlich sein 32
  • Einschränkung der Leber- oder Nierenfunktion 32
  • erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (es wurde in einigen Fällen eine Erhöhung der Blutfettwerte beobachtet) 32
  • Asthma (Symptom-Verstärkung) 32
     

Nebenwirkungen

  • Häufig: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Durchfall, Verstopfung, Erbrechen, Hautausschlag, Juckreiz, Hautrötung 32
  • Gefährlich: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Hals (Angioödem) 32
     

Wechselwirkungen

  • Glucosamin verlängert die Blutungszeit. Bei Einnahme von Blutgerinnungshemmern vom Cumarin-Typ (Phenprocoumon, Warfarin), muss die Blutungszeit sorgfältig überwacht werden, ggf. ist eine Anpassung der Dosierung des Gerinnungshemmers nötig. 32
     
  • Glucosamin kann die blutgerinnungshemmende Wirkung der obigen Medikamente verstärken und zu schweren Organblutungen führen. 40

 

Quellen:

32 Gebrauchsinformation Glucosamin-ratiopharm® 1500 mg Pulver

40 BfR (2007): Verwendung von Glucosamin und dessen Verbindungen in Nahrungsergänzungsmitteln. Stellungnahme Nr. 032/2007

Granatapfel

Punica granatum

Gegenanzeigen

  • im Vorfeld anstehender Operationen oder Zahnbehandlungen (erhöht die Blutungsneigung)
     

Nebenwirkungen

  • allergische Reaktionen
     

Wechselwirkungen

  • Granatapfelsaft kann blutdrucksenkend wirken. 42 Eine Einnahme in Kombination mit blutdrucksenkenden Medikamenten kann möglicherweise zu einem Blutdruckabfall führen.
     
  • Granatapfelsaft und Granatapfelextrakte könnten die Verstoffwechslung einiger Medikamente (z.B. Amlodipin, Diltiazem, Warfarin, Fentanyl usw., Abbau über Cytochrom P450 2C9) beeinflussen, was die Wirkung und Nebenwirkungen dieser Medikamente verändern kann. 41

 

Quellen:

41 Hidaka M et al. (2008): Inhibitory Effects of Fruit Juices on Cytochrome P450 2C9 Activity in Vitro, Bioscience, Biotechnology, and Biochemistry 72 (2), 406-11, DOI: 10.1271/bbb.70511

42 Lynn A et al. (2012): Effects of Pomegranate Juice Supplementation on Pulse Wave Velocity and Blood Pressure in Healthy Young and Middle-aged Men and Women. Plant Foods for Human Nutrition 67 (3): 309–14

Grüntee (-Extrakt)

Camellia sinensis

Gegenanzeigen

  • keine Gegenanzeigen bekannt
     

Nebenwirkungen

  • Grüner Tee enthält Koffein. Übermäßiger Koffeinkonsum kann die Ursache für Magen-Darm-Problem, Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Probleme und Unruhe sein.
  • Es gibt Hinweise auf hepatotoxische und gastrointestinale Effekte 43/44
     

Wechselwirkungen

  • Grüner Tee sollte aufgrund des Koffeingehalts nicht in Kombination mit anderen Stimulanzien eingenommen werden.
     
  • Es wird empfohlen, Grüntee-Extrakte getrennt von Eisen-Supplementen und zwischen den Mahlzeiten einzunehmen. 44
     
  • Grüntee-Extrakt hemmt die Aufnahme von Nicht-Hämeisen 46 (vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten, in tierischen Lebensmitteln sind das Ferritin, Hämosiderin und Eisencitrat). Könnte die Eisenaufnahme bei Vegetariern zusätzlich erschweren.
     
  • Grüntee-Extrakte können offenbar die Aufnahme von Medikamenten aus dem Darm vermindern, vor allem des Betablockers Nadolol oder von Codein (Hustenstiller) 45, 125
     
  • Das in Grüntee-Extrakt enthaltene Epigallocatechingallat (EGCG) steigert die Bioverfügbarkeit von Tamoxifen (Medikament (Antiöstrogen) bei Brustkrebs). 47
     
  • Medikamente mit der Wirkstoffgruppe Boronsäure (zur Krebsbehandlung) sollten nicht in Kombination mit Grünteeextrakt eingenommen werden (Verringerung der Wirksamkeit). 48/44
     
  • Große Mengen Grüner Tee (> 2 l/Tag) können theoretisch durch das enthaltene Vitamin-K die Wirkung bestimmter Blutgerinnungshemmer (Warfarin, Phenprocoumon) reduzieren. 125 Ob dies auch auf Grüntee-Extrakte zutrifft, ist unklar.
     
  • Nahrungsergänzungsmittel auf Basis von grünem Tee können zu abnormen Veränderungen der Leberenzyme (Achtung bei Laboruntersuchungen!) führen. 100

 

Quellen:

43 Kapetanovic M (2013). Toxicity of Green Tea Polyphenols. Tea in Health and Disease Prevention. 1435-1447. 10.1016/B978-0-12-384937-3.00120-8. Zitiert in: 44

44 Gewecke K; Nannen-Ottens S (2015): Catechine aus Grüntee und mögliche Interaktionen mit dem Medikamentenstoffwechsel. Ernährung im Fokus 15 (9/10), 302-5

45 Misaka S et al. (2014): Green Tea Ingestion Greatly Reduces Plasma Concentrations of Nadolol in Healthy Subjects. Clinical Pharmacology & Therapeutics 95 (4): 432-8; doi: 10.1038/clpt.2013.241

46 Samman S et al. (2001): Green tea or rosemary extract added to foods reduces nonheme-iron absorption. The American Journal of Clinical Nutrition 73 (3): 607–12

47 Shin SC; Choi JS (2009): Effects of epigallocatechin gallate on the oral bioavailibility and pharmacokinetics of tamoxifen and its main metabolit, 4-hydroxyltamoxifen, in rats. Anticancer Drugs 20: 584-8. Zitiert in: 44

48 Golden EB et al. (2009): Green tea polyphenols block the anticancer effects of bortezomib and other boronic acid-based proteasome inhibitors. Blood 113 (23): 5927-37. doi: 10.1182/blood-2008-07-171389. Zitiert in: 44

100 R. Bublak: Augen auf bei der Laboruntersuchung. OTC-Gebrauch verfälscht Laborwerte. Ärztezeitung vom 25.09.2018.

125 Memorial Sloan Kettering Cancer Center: Green Tea (abgerufen am 10.08.20)

100 R. Bublak: Augen auf bei der Laboruntersuchung. OTC-Gebrauch verfälscht Laborwerte. Ärztezeitung vom 25.09.2018.

Ingwer

Zingiber officinale

Gegenanzeigen

  • Schwangerschaftserbrechen 49
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
  • je nach Dosierung nicht für Kinder unter 6 bzw. 18 Jahren 49
     

Nebenwirkungen

  • Schleimhautreizungen 49
  • Blähungen, Blutungen, Sodbrennen, Übelkeit (verursacht durch Ingwerpulver)
     

Wechselwirkungen

Achtung, NEM-Extrakt muss nicht mit Arzneimittelextrakt vergleichbar sein!

  • Ingwer senkt vermutlich den Blutzuckerspiegel. 50 Bei gleichzeitiger Einnahme von Blutzuckersenkenden-Medikamenten (Diabetes) kann der Blutzuckerspiegel möglichweise (zu) stark abfallen.
     
  • Ingwer verlangsamt möglicherweise die Blutgerinnung. Die Einnahme von Ingwerpräparaten zusammen mit Medikamenten, die die Blutgerinnung herabsetzen (z.B. Aspirin, Diclofenac, Ibuprofen, Heparin, Warfarin, Phenprocoumon), kann die Blutungsneigung erhöhen. 51/52

 

Quellen:

49 Stoffliste des Bundes und der Bundesländer für die Kategorie "Pflanzen und Pflanzenteile" (2014) (abgerufen am 28.07.2020).

50 Li Y et al. (2012): Gingerols of Zingiber officinale enhance glucose uptake by increasing cell surface GLUT4 in cultured L6 myotubes. Planta Med 78 (14): 1549-55

51 PZ (2011): Phytopharmaka: Interaktionen bei Operationen. Pharmazeutische Zeitung online vom 14.10.2011,

52 Rispler DT et al (2011): The Impact of Complementary and Alternative Treatment Modalities on the Care of Orthopaedic Patients. Journal of the AAOS 19 (19): 634-43. Zitiert in: 51

Jod


Gegenanzeigen

  • manifeste Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
  • hormonproduzierender Schilddrüsentumor
  • vorhandene Schilddrüsenbereiche mit erhöhter Hormonproduktion
  • Vor der Anwendung sollte überprüft werden, ob eine Schilddrüsenüberfunktion oder ein knotiger Kropf vorliegt
  • bei Dermatitis herpetiformis Duhring (chronische Hautentzündung)
  • Entzündung der Gefäße 15


Nebenwirkungen

  • Es kann nicht völlig ausgeschlossen werden, dass bei Vorliegen größerer autonomer Areale in der Schilddrüse und täglichen Jodgaben von mehr als 150 μg eine Hyperthyreose manifest werden kann. 15
     
  • Bei Jodüberempfindlichkeit kann die Einnahme zu Fieber, Hautausschlag, Jucken und Brennen der Augen, Reizhusten, Durchfall oder Kopfschmerzen führen. 15
     

Wechselwirkungen

  • Einige Arzneimittel enthalten viel Jod (Amiodaron, Röntgenkontrastmittel). Durch zusätzliche Jodeinnahme kann es zu gefährlichen Jod-Überdosierungen kommen. 123
     
  • Höhere Dosen Kaliumjodid in Verbindung mit kaliumsparenden Diuretika können zur Hyperkaliämie führen. 15
     
  • Gleichzeitige Einnahme von hohen Dosen Jod und Lithiumsalzen (Arzneimittel vorwiegend zur Behandlung psychiatrischer Erkrankungen) kann die Entstehung eines Kropfes und einer Schilddrüsenunterfunktion begünstigen 15

 

Quellen:

15 Gebrauchsinformation Jodid 200 μg HEXAL®, Stand: Oktober 2014

123 Stiftung Warentest: Medikamente im Test, Stand: 15.07.2020 (abgerufen am 28.07.2020)

Kalium


Gegenanzeigen

  • Krankheiten, die mit einem erhöhten Kaliumgehalt im Blut verbunden sind, z.B. Verminderung des Körperwassers (Dehydratation) eingeschränkte Ausscheidungsfunktion der Nieren
  • Nebennierenrindenunterfunktion (Morbus Addison)
  • angeborene anfallsweise auftretende Muskelschwäche (Adynamia episodica hereditaria) 91
  • besondere Vorsicht bei Sichelzellanämie und Einnahme bestimmter Medikamente (siehe Wechselwirkungen) 91
     

Nebenwirkungen

  • Selten: Übelkeit, Erbrechen, Aufstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall 91
  • Bei Überdosierung kann es zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen kommen, Zeichen einer Überdosierung können auch Missempfindungen, Lähmungen und Verwirrtheitszustände sein. 91
     

Wechselwirkungen

Wenn Sie Medikamente einnehmen (egal ob verschreibungspflichtig oder nicht), sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie NEM mit Kalium verwenden!

  • zusammen mit Herzglykosiden (Digitalis) kann es verstärkt zu Herzrhythmusstörungen kommen 91
     
  • bei gleichzeitiger Behandlung mit Kalium sparenden Diuretika (Entwässerungsmittel), Aldosteronantagonisten, ACE-Hemmern, Anticholinergika, nichtsteroidalen Antiphlogistika (Entzündungshemmern) und bestimmten Schmerzmitteln ist die Kaliumausscheidung über die Niere vermindert (Gefahr der Überdosierung) 91
     
  • Anticholinergika: Es kann zu Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich kommen. 91
     
  • In Kombination mit Medikamenten aus der Gruppe der Sartane (gegen Bluthochdruck) kann es vermehrt zu Missempfindungen (Kribbeln, Taubheitsgefühl), Muskelschwäche und Veränderungen des Herzschlags kommen. 92

 

Quellen:

91 Verla Kalium Gebrauchsinformation (780 mg Kalium-Citrat), Stand 2014

92 Wechselwirkungs-Check: Wechselwirkungen von Medikamenten ermitteln (abgerufen am 16.07.20)

Katzenkralle (Krallendorn, Una de Gato)

Uncaria tomentosa

Gegenanzeigen

  • Eine Verstärkung von Impfreaktionen kann nicht ausgeschlossen werden. 55
  • Nicht bei Patienten mit Fremdorgantransplantaten oder nach allogenen Knochenmarkstransplantationen 55
  • Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird nicht empfohlen, da keine Daten vorliegen. 55
  • Da keine ausreichenden Daten vorliegen, kann die Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen werden. 55
     

Nebenwirkungen

  • Erhöhung der Harnsäurewerte, leichte Herz-Kreislauf-Beschwerden 54
  • Erkrankungen des Gastronintestinaltrakts (vorübergehende Blähungen und Durchfall) 55
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes: bei Patienten mit allergischer Diathese können Hautausschläge auftreten 55
  • enthält Pyrrolizidinalkaloide mit hepatotoxischen, karzinogenen, zum Teil auch mutagenen und teratogenen Eigenschaften 49
     

Wechselwirkungen

Achtung, NEM-Extrakt muss nicht mit Arzneimittelextrakt vergleichbar sein!

  • Keine Zulassung als Arzneimittel in Deutschland, wohl aber in Österreich
  • Wechselwirkungen mit Gerinnungshemmern, Blutdrucksenkern (Anti-Hypertensiva) und Ciclosporin 51/52

 

Quellen:

49 Stoffliste des Bundes und der Bundesländer für die Kategorie "Pflanzen und Pflanzenteile" (2014)

51 PZ (2011): Phytopharmaka: Interaktionen bei Operationen. Pharmazeutische Zeitung online vom 14.10.2011

52 Rispler DT et al (2011): The Impact of Complementary and Alternative Treatment Modalities on the Care of Orthopaedic Patients. Journal of the AAOS 19 (19): 634-43. Zitiert in: 51

54 Katzenkrallenwurzel – ein Antirheumatikum aus Peru. Deutsche Apotheker-Zeitung 41/2009, S. 64, 08.10.2009 (abgerufen am 22.07.2020)

55 Gebrauchsinformation Krallendornkapseln Immodal Pharmaka GmbH, 6111 Volders, Österreich

Knoblauch

Allium sativum

Gegenanzeigen

  • Vorsicht bei bestehenden Magen- oder Verdauungsproblemen, im Vorfeld anstehender Operationen oder Zahnbehandlungen (erhöht die Blutungsneigung) 17
  • Einnahme von HIV-Proteaseinhibitoren (Saquinavir, Darunavir) 16,126
     

Nebenwirkungen

  • Blähungen, Sodbrennen, Durchfall, Erbrechen (verstärkt beim Verzehr von rohem Knoblauch) 16
  • allergische Reaktionen (Hautauschlag, Asthma) (selten)
  • Blutungen (sehr selten) 16
  • könnte den Blutdruck senken (problematisch bei niedrigem Blutdruck) 17
     

Wechselwirkungen

Achtung, NEM-Extrakt muss nicht mit Arzneimittelextrakt vergleichbar sein!

  • Bei gleichzeitiger Einnahme von Knoblauch und dem Antibiotikum Isoniazid kann die Aufnahme und Wirkung negativ beeinflusst werden. 17
     
  • Knoblauch kann die Verstoffwechslung mancher HIV/Aids-Medikamente (z.B. Saquinavir) beeinflussen und damit die Wirkung negativ beeinflussen. 16, 121
     
  • Knoblauch verlangsamt möglicherweise die Blutgerinnung. Die Einnahme von Knoblauchpräparaten zusammen mit Medikamenten, die die Blutgerinnung herabsetzen (z.B. mit Aspirin, Diclofenac, Ibuprofen, Heparin, Phenprocoumon, Warfarin), kann die Blutungsneigung erhöhen. 126 Die gleichen Wechselwirkungen können auch bei gleichzeitiger Einnahme von Fischöl oder manchen Kräutern (z.B. Angelika, Ingwer, Ginkgo, Rotklee, Kurkuma) auftreten. 16
     

Für Fachkreise

  • Knoblauchextrakt kann P-Glykoprotein aktivieren und so den Metabolismus vieler Arzneimittel stören 126
  • In Tierstudien gezeigte hypoglykämische Wirkungen von Knoblauchextrakt machen ggf. eine Anpassung der Insulindosis erforderlich 126

 

Quellen:

16 Gebrauchsinformation beni-cur® N Knoblauchzwiebelpulver

17 Garlic Effectiveness, Safety, and Drug Interactions. (abgerufen am 16.07.20) (HON-Code)

121 Piscitelli SC, Burstein AH, Welden N, Gallicano KD, Falloon J. The effect of garlic supplements on the pharmacokinetics of saquinavir. Clin Infect Dis. 2002;34(2):234-238. doi:10.1086/324351

126 Memorial Sloan Kettering Cancer Center: Garlic, (abgerufen am 10.08.20)

Kreatin


Gegenanzeigen

  • Bei Nierenerkrankungen oder bei Erkrankungen, bei denen das Risiko erhöht ist, eine Nierenerkrankung zu entwickeln (z.B. Diabetes). 61
  • Schwangerschaft und Stillzeit
     

Nebenwirkungen

Bei Einnahme hoher Dosen:

  • möglicherweise Beeinträchtigung von Organfunktionen
  • Bei unzureichender Flüssigkeitszufuhr kann es zur Austrocknung des Körpers kommen.
  • Magenprobleme, Blähungen, Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Magenschmerzen61
  • Wassereinlagerungen und Muskelkrämpfe 61, 62
     

Bei Dauereinnahme 58:

  • reduzierte endogene Kreatinsynthese
  • vermehrte Wassereinlagerung
  • reduzierte intrazelluläre Verfügbarkeit von Magnesium
  • erhöhter Muskeltonus
     

Wechselwirkungen

  • Koffein beeinträchtigt die Kreatinaufnahme in den Muskel. 62

 

Quellen:

58 Dubbels W (2004): Vorsicht vor der Prohormon-Falle. Pharmazeutische Zeitung online 10/2004.

61 Gumpert N: Kreatin, (abgerufen am 16.07.20)

62 Hahn A et al. (2006): Nahrungsergänzungsmittel und ergänzende bilanzierte Diäten. Wiss. Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2. Auflage

Kupfer


Gegenanzeigen

  • Morbus Wilson (Kupfer-Speicherkrankheit) 77
  • Vorsicht in der Schwangerschaft (nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt) 97
     

Nebenwirkungen

  • Einmalige Überdosierung führt meist zu Erbrechen und Magen-Darm-Beschwerden 97
     
  • Bei 10–15 mg Kupfer/Tag über längere Zeit: 97 Leber- und Nierenschäden bis hin zu Organversagen, Gehirnschäden, Hämolyse (Auflösung der roten Blutkörperchen), Anämie, Kreislaufversagen bis zum Schock und Koma, chronische Hepatitis, Leberzirrhose, Parkinson ähnliche Symptome mit Steifigkeit, Zittern und Sprachstörungen, geistige Behinderung, Verhaltensauffälligkeiten, Depressionen
     

Wechselwirkungen

  • bei langfristiger Einnahme von Zink-Präparaten kann Kupfermangel auftreten, da die Kupferaufnahme durch Zink gehemmt wird 122

Sonstige Hinweise

  • Bei einem Verdacht auf Kupfermangel ist es sehr wichtig, den Mangel und dessen Ursache ärztlich abklären zu lassen. Von einer Selbsttherapie wird dringend abgeraten. 97

 

Quellen:

77 EFSA (2006): Tolerable Upper Intake Levels for Vitamins and Minerals. European Food Safety Authority

97 Medikamente per Klick: Kupfer, Stand: 28.02.19 (abgerufen am 16.07.20)

122 Leiner, P. (2015): Zu viel Zink. Wer denkt da an Kupfermangel als Folge? ÄrzteZeitung, 10.07.2015 (abgerufen am 22.07.2020)

Maca

Lepidium meyenii Walp., Lepidium peruvianum Charcon

Gegenanzeigen

  • keine Gegenanzeigen bekannt
     

Nebenwirkungen

  • in Tierversuchen wurden Effekte auf die Geschlechtsorgane sowie auf den Hormonhaushalt beobachtet, , konkrete Belege für unerwünschte Wirkungen beim Menschen fehlen, wobei die Datenbasis derzeit jedoch unzureichend ist. 63
     

Wechselwirkungen

  • keine Hinweise auf Wechselwirkungen, bzw. Datenlagen unzureichend.
  • Maca und Macaextrakte weisen möglicherweise je nach Herstellung (z.B. wässriger, methanolischer, äthanolischer Extrakt) unterschiedliche Wirkungen auf. 63

 

Quellen:

63 BfR (2007): Risikobewertung macahaltiger Nahrungsergänzungsmittel. Stellungnahme Nr. 024/2007 vom 3. April 2007 (abgerufen am 18.07.20)

Magnesium


Gegenanzeigen

  • Nierenfunktionsstörungen mit Ausscheidungshemmung 18, 19
  • Neigung zu Calcium-Magnesium-Ammoniumphosphat-Steinen 18
  • schwere Erregungsleitungsstörungen am Herzen (Bradykardie) 19
     

Nebenwirkungen

  • weicher Stuhl 18
  • bei hoher Dosierung Durchfall 18
  • Müdigkeitserscheinungen bei länger andauernder Anwendung 19
  • nicht mehr als 250 mg /Tag verteilt auf zwei Portionen 76
     

Wechselwirkungen

  • Magnesium vermindert die Aufnahme von Eisen und Zink. Es gibt Wechselwirkungen mit Tetracyclinen, Penicillin and Digoxin. 77
     
  • Magnesium vermindert die Aufnahme von Fluorverbindungen und bestimmten Antibiotika (Tetrazykline, Ciprofloxacin, Norfloxacin). Einnahmeabstand: 3-4 Stunden 18
     
  • Bei gleichzeitiger Einnahme vermindert Magnesium die Aufnahme von Bisphosphonaten (gegen Osteoporose) - zeitlicher Abstand nötig. 107
     
  • Bei gleichzeitiger Einnahme von Magnesium und blutdrucksenkenden Medikamenten kann es zu einem stärkeren Blutdruckabfall kommen.
     
  • Alkalisierende Magnesium-Verbindungen (z.B. Mg-Hydroxid, Mg-Chlorid) erhöhen die Ausscheidungsrate von Salicylaten und Phenobarbital und verringen die Ausscheidung von Amphetamin, Ephedrin, Mecamylamin, Pseudoephedrin und Chinidin. 77

 

Quellen:

18 Gebrauchsinformation Magnesium Verla® (120 mg Mg-Citrat, Mg-bis(hydrogen-L-glutamat))

19 Gebrauchsinformation Magnesium-Diasporal® 300 mg

76 EFSA (2015): Scientific Opinion on Dietary Reference Values for magnesium. EFSA Journal 2015;13(7): 4186

77 EFSA (2006): Tolerable Upper Intake Levels for Vitamins and Minerals. European Food Safety Authority

107 H. Grosse. Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten. Verbraucherzentrale Düsseldorf, 1. Auflage 2019, S. 76

Mariendistel (Milk Thistle)

Silybum marianum

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit 108
     

Nebenwirkungen

  • Erhöhung von Bilirubin und Leberenzymen 106
  • weicher Stuhlgang und Übelkeit 108
  • Mariendistel kann den Blutzuckerspiegel senken (Vorsicht bei Diabetes!) 109
  • allergische Reaktionen, insbesondere bei Menschen, die auf Korbblütler reagieren 109, z.B. Arnika, Kamille, Schafgarbe, Beifuß, Artischocke, Sonnenblume, Estragon, Löwenzahn, Traubenkraut etc.).
     

Wechselwirkungen

Achtung, NEM-Extrakt muss nicht mit Arzneimittelextrakt vergleichbar sein!

  • Es besteht eine nicht unerhebliche Möglichkeit von Wechselwirkungen mit relevanten Arzneistoffen (z.B. Cyclophosphamid) der Onkologie (Krebstherapie). 101
     
  • Sirolimus (Rapamycin, Immunsuppressivum: Mariendistel kann den Abbau dieses Arzneimittels über die Nieren (Clearance) beeinträchtigen. 106
     
  • Haloperidol, Risperidon: Bei gleichzeitiger Anwendung von Mariendistel wurden Fälle von Pankreatitis berichtet. 106
     
  • Aripiprazol: Bei gleichzeitiger Anwendung von Mariendistel wurde ein Fall von Hepatotoxizität gemeldet. 106
     
  • Silibinin (Wirkstoff der Mariendistel) kann die negativen Auswirkungen des chronischen Alkoholkonsums auf Leberkrebs verstärken. 106
     

Für Fachkreise

  • Cytochrom-P450-3A4-Substrat-Medikamente: möglicherweise Interaktionspotenzial 106
  •  UGT (Uridin-5-Diphospho-Glucuronosyltransferase)-Substrat-Medikamente: Mariendistel kann das Risiko für Nebenwirkungen dieser Medikamente erhöhen. 106
  • Starke Hemmung der PXR-vermittelte CYP3A4-Induktion durch die Wirkstoffe Silybin und Isosilybin 106

 

Quellen:

101 C. Ritter (2017): Bewertung des Interaktionsrisikos komplementärmedizinischer Phytotherapeutika in der Onkologie. (abgerufen am 20.07.20)

106 Memorial Sloan Kettering Cancer Center: Milk Thistle. Stand: 26.06.19 (abgerufen am 16.07.20)

108 Pharma-Wiki: Mariendistel, Stand: 25.03.18. (abgerufen am 16.07.20)

109 Netdokotor: Heilpflanzen – Mariendistel, Stand: 27. Juli 2017 (abgerufen am 16.07.20) (AFGIS)

Niacin, Nikotinsäureamid (Vitamin B3)


Gegenanzeigen

  • keine Gegenanzeigen bekannt
     

Nebenwirkungen

sehr selten:

  • Juckreiz
  • Hautrötung mit Hitzegefühl (Flush) 35

 

Bei Aufnahmegroßer Mengen Nicotinsäure 35:

  • Hautrötungen in Gesicht, Nacken und Armen
  • Hitzegefühl
  • Nesselsucht mit stark juckenden Quaddeln und Hautjucken
  • Durchfall, Übelkeit und Erbrechen
  • Gelbsucht, Schädigung der Leber
  • Glucoseintoleranz
     

Wechselwirkungen

  • Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sind bisher keine Wechselwirkungen bekannt. 36
     
  • Niacin in überhöhter Dosierung verstärkt möglicherweise die Wirkung mancher Epilepsie-Medikamente (Wirkstoffe: Carbamazepin und Primidon) 36
     
  • Niacin kann in Kombination mit Alkohol zu Hautrötungen mit Hitzegefühl und Juckreiz führen (Flush) 35
     
  • Die Einnahme hoher Dosen Niacin kann zu einer Verschlechterung der Gicht und zu einer verminderten Wirkung von Allopurinol, einem Gicht-Medikament, führen. 35

 

Quellen:

35 BfR (2012): Die Einnahme von Nicotinsäure in überhöhter Dosierung kann die Gesundheit schädigen. BfR-Stellungnahme Nr. 018/2012 vom 06.02.12

36 Gebrauchsinformation Nicotinsäureamid 200 mg JENAPHARM® Tabletten

Omega-3-Fettsäuren (Fischöl)


Gegenanzeigen

  • Bauchspeicheldrüsenentzündung 20
  • Leberzirrhose 20
  • Erkrankungen der Gallenblase 20
  • Epilepsie 31
  • manisch-depressive Erkrankungen (bipolare Depression) 31
  • durch Acetylsalicylsäure ausgelöstes Bronchialasthma 31
  • akute Lungenschädigung mit akutem progressivem Lungenversagen 31
  • Hohe Dosen EPA/DHA können das Immunsystem schwächen, deshalb ist die Einnahme für immungeschwächte Menschen bedenklich (Ältere, HIV/Aids-Patienten, Kinder). 31, 64
  • ggf. Allergie auf Fisch oder Meeresfrüchte
     

Nebenwirkungen

  • Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Magenschmerzen, Völlegefühl, Blähungen, Verstopfung, Durchfall, Nasenbluten 31
  • erhöhte Leberwerte (gelegentlich)
  • Erhöhung des LDL-Cholesterinspiegels ab 0,7 g DHA/EPA pro Tag 64
  • Unter bestimmten Bedingungen können Herzrhythmusstörungen gefördert werden (vereinzelt). 64
  • Verlängerung der Blutungszeit 31 bzw. Hinweise auf erhöhte Blutungsneigung ab 1,5 g DHA/EPA pro Tag 64
     

Wechselwirkungen

  • Omega-3-Fettsäuren verlängern die Blutungszeit. Bei Einnahme von Blutgerinnungshemmern (z.B. Ibuprofen, Aspirin, Diclofenac, Heparin, Dalteparin und Enoxaparin), muss die Blutungszeit sorgfältig überwacht werden, ggf. ist eine Anpassung der Dosierung des Gerinnungshemmers nötig. 20
     
  • Bei Menschen mit Diabetes kann möglicherweise die Blutzuckereinstellung erschwert sein. 31
     
  • Es gibt Hinweise für Wechselwirkungen mit der Antibabypille (Wirkstoffe: Ethinylestradiol, Levonorgestrel, Norethindron), Blutdruck senkenden Medikamenten (Losartan, Enalapril, Captopril, Hydrochlorothiazid, Furosemid). 66

 

Quellen:

20 Gebrauchsinformation Eicosan® 750 Omega3-Konzentrat (750 mg Fischöl, mind. 13 % EPA, 9 % DHA)

31 Phytodoc: Omega-3-Fettsäuren (abgerufen am 18.07.20)

64 BfR (2009): Für die Anreicherung von Lebensmitteln mit Omega-3-Fettsäuren empfiehlt das BfR die Festsetzung von Höchstmengen. Stellungnahme Nr. 030/2009 des BfR vom 26. Mai 2009

66 emedicinehealth: Fish oil. abgerufen am 16.07.20 (HON-Code)

Pantothensäure (Vitamin B5)


Gegenanzeigen

  • keine Gegenanzeigen bekannt 77
     

Nebenwirkungen

  • keine Nebenwirkungen bekannt
  • gelegentlicher Durchfall und Wasserretention bei täglicher (sehr hoher) Zufuhr von 10-20 g 1
     

Wechselwirkungen

  • keine Hinweise auf Wechselwirkungen 65

 

Quellen:

1 BfR (2004): Verwendung von Vitaminen in Lebensmitteln.

65 Gebrauchsinformation Panthenol 100 mg JENAPHARM® Tabletten

77 EFSA (2006): Tolerable Upper Intake Levels for Vitamins and Minerals. European Food Safety Authority, (abgerufen am 16.07.2020)

Piperin (Pfeffer-Extrakt)

Alkaloid des Piper nigrum

Gegenanzeigen

  • Schwangerschaft (möglicherweise embryotoxisch) 87
  • Kinderwunsch (möglicherweise reduzierte Fruchtbarkeit) 87
     

Nebenwirkungen

  • Piperin ist (magen)schleimhautreizend
  • In Tierstudien wurden nach hoch dosierten Bolus-Gaben über mehrere Tage schädigende Wirkungen bei Embryos beobachtet, nach mehreren Wochen war die Fortpflanzungsfähigkeit der Versuchstiere beeinträchtigt. 87
     

Wechselwirkungen

  • Piperin beeinflusst in höherer Dosierung (und auch bei niedriger dosierten Bolus-Gaben) die Bioverfügbarkeit vieler Arzneistoffe, sodass es zu nachteiligen Wirkverstärkungen / Überdosierungen kommen könnte. 87, 88. Piperin ist häufig in Fatburnern und Kurkuma-Produkten enthalten.
     

Sonstige Hinweise

  • nicht mehr als 2 mg isoliertes Piperin pro Tag einnehmen 87

 

Quellen:

87 BfR 2 go. Nahrungsergänzungsmittel mit Piperin. Wissenschaftsmagazin 1/2019, S. 27

88 19. BfR Forum Verbraucherschutz, Generation 65+: Hirsch-Ernst, 13.06.19

Q10 (Coenzym Q10, Ubichinon)


Gegenanzeigen

  • Einnahme von Vitamin-K-Antagonisten (Rücksprache mit Arzt erforderlich) 62
     

Nebenwirkungen

Beschrieben wurden Übelkeit, Reizbarkeit, Hautausschlag oder Durchfall (Diarrhö). 62,127

Wechselwirkungen

  • Coenzym Q10 ähnelt in der chemischen Struktur Vitamin K und kann ebenfalls die Blutgerinnung beeinflussen. Hohe Dosen Coenzym Q10 können die Wirkung von Vitamin-K-Antagonisten („Blutverdünner“ bzw. Gerinnungshemmer) wie Warfarin und Phenprocoumon abschwächen und in der Folge zu Schlaganfall und Herzinfarkt führen. 29
     
  • Coenzym Q10 verzögert den Abbau von Theophyllin (Arzneimittel bei Asthma und COPD) und kann so unerwünschte Wirkungen hervorrufen (Übelkeit, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen) 127
     

Für Fachkreise

  • Daten aus einer prospektiven Längsschnittstudie zeigen eine Assoziation zwischen der Einnahme von Coenzym Q10 und einem erhöhten Blutungsrisiko unter Warfarin 128

 

Quellen:

29 COENZYM Q10 (QUMIN Q10 u.a.) STÖRT ORALE ANTIKOAGULATION a-t 1994; Nr.12: 120        

62 Hahn A et al. (2006): Nahrungsergänzungsmittel und ergänzende bilanzierte Diäten. Wiss. Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2. Auflage

127 Memorial Sloan Kettering Cancer Center: Coenzym Q10 (abgerufen am 10.08.2020)

128 Shalansky S, Lynd L, Richardson K, et al. Risk of warfarin-related bleeding events and supratherapeutic international normalized ratios associated with complementary and alternative medicine: a longitudinal analysis. Pharmacotherapy 2007;27(9):1237-47., zitiert in 127

Sägepalmenextrakt (Saw Palmetto)

Serenoa repens

Gegenanzeigen

  • Einnahme von Warfarin u. A. Vitamin-K-Antagonisten, Clopidogrel, NSAIDsv 67 (Ibuprofen, ASS, Diclofenac, Indometacin)


Nebenwirkungen

  • Magen-Darm-Störungen, Durchfall 67
  • Müdigkeit, Kopfschmerzen 67
  • verminderte Libido 67
  • Rhinitis (laufende Nase) 67
     

Wechselwirkungen

Achtung, NEM-Extrakt muss nicht mit Arzneimittelextrakt vergleichbar sein!

  • Sägepalme kann die Wirkung von Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmernverstärken (Fallberichte) 67
     
  • nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAIDs): erhöhtes Nebenwirkungsrisiko für diese Medikamente 67
     
  • Sägepalme hemmt in Laborversuchen verschiedene Enzyme, die für den Abbau von Medikamenten benötigt werden. Wechselwirkungen mit vielen Medikamenten sind möglich und bisher im Menschen kaum erforscht.
     
  • Sägepalmenextrakt könnte Einfluss auf den PSA-Wert im Blut haben, daher unbedingt den behandelnden Urologen über die Einnahme in Kenntnis setzen.
     

Für Fachkreise

  • Uridin-5'-Diphospho-Glucuronosyltransferase-Substrate: Sägepalme hemmt UGT-Enzyme in vitro. Arzneimittelinteraktionen möglich, klinische Relevanz unklar. 67
     
  •  CYP 450-Substrate: Sägepalme hemmt Cytochrom P450 3A4, 2D6 und 2C9 in vitro, Arzneimittelinteraktionen möglich, klinische Relevanz unklar 67

 

Quellen:

67 Memorial Sloan Kettering Cancer Center: Saw Palmetto Stand: 11.09.2017, abgerufen am 16.07.20

Salbei

Salvia officinalis, Salvia fructicosa

Gegenanzeigen

  • Schwangerschaft 93, 94
  • Stillzeit 93
  • Überempfindlichkeit gegen Salbei 93
  • Vorsicht ist bei Säuglingen, Kleinkindern und bei Vorliegen einer Epilepsie geboten 93, 94
     

Nebenwirkungen

  • Überempfindlichkeitsreaktionen 93
  • Magen-Darm-Beschwerden 93
     

Wechselwirkungen

Achtung, NEM-Extrakt muss nicht mit Arzneimittelextrakt (Salvia officinalis, Salvia fructicosa, Salviae folium) vergleichbar sein!

  • Es sind Wechselwirkungen möglich mit Antiepileptika und Wirkstoffen, welche mit GABA interagieren. 93, 94

 

Quellen:

93 Pharma-Wiki: Salbei, Stand: 21.11.18 (abgerufen am 16.07.20)

94 Assessment report on Salvia officinalisL., folium and Salvia officinalisL., aetheroleum. EMA/HMPC/150801/2015 vom 20.09.2016

Salbei (Rotwurzel-), Chinesischer Salbei, Danshen

Salvia miltiorrhiza

Gegenanzeigen

  • Bluter 78
  • Schwangerschaft 78


Nebenwirkungen / unerwünschte Wirkungen

  • Abdominelle Beschwerden, Übelkeit und Dyspepsie sind möglich 130
     

Wechselwirkungen

Achtung, NEM-Extrakt muss nicht mit Arzneimittelextrakt (Salvia officinalis, Salvia fructicosa, Salviae folium) vergleichbar sein!

  • Personen, die Rotwurzel-Salbei (Wurzelzubereitungen) zusammen mit Blutgerinnungshemmern (Antikoagulanz) wie Warfarin einnehmen, haben ein erhöhtes Blutungsrisiko. 59, 60

 

Quellen:

59 Liperoti R et al. (2017): Herbal Medications in Cardiovascular Medicine. Journal of the American College of Cardiology 69 (9): 1188-99 in der korrigierten Fassung lt. JACC 69 (16), S. 2103

60 Fugh-Berman A et al. (2001): Herb-drug interactions: review and assessment of report reliability. Br J Clin Pharmacol. 52 (5): 587–95

78 Hagemeister K (2014): Rotwurzelsalbei. (abgerufen am 18.07.20)

130 Wang L et al. 2017): Salvia miltiorrhiza: A Potential Red Light to the Development of Cardiovascular Diseases. Current Pharmaceutical Design, 2017, 23, 1077-1097.

Selen


Gegenanzeigen

  • Selenvergiftung 71
     

Nebenwirkungen

Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch keine Nebenwirkungen. 68

Symptome für akute Überdosierung 71

  • Nach Knoblauch riechender Atem
  • Bei langfristiger Anwendung in hoher Dosierung (> 300 µg) können Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Veränderungen des Haar- und Nagelwachstums sowie Kribbeln und Taubheitsgefühl in Händen oder Füßen auftreten. 68
     

Wechselwirkungen

  • Selen verlängert die Blutungszeit. Bei Einnahme von Blutgerinnungshemmern muss die Blutungszeit sorgfältig überwacht werden, ggf. ist eine Anpassung der Dosierung des Gerinnungshemmers nötig.
     
  • Selen sollte weder zusammen Vitamin C gemischt noch zeitgleich mit Vitamin C-Präparaten eingenommen werden, weil sonst die Aufnahme des Spurenelements in den Körper verringert sein kann.68, 69 Zeitabstand: mind. 1 Stunde 71
     
  • Weiterhin sollte Selen nicht gemeinsam mit anderen Spurenelementen (außer in Kombinationspräparaten) eingenommen werden, da eine gegenseitige Aufnahmehemmung und Wirkungsabschwächung möglich ist. 68

 

Quellen:

68 Selenase 50 AP, Hersteller: biosyn Arzneimittel GmbH, Stand: 04. Juni 2018, abgerufen am 18.07.20 (HON-Code)

69 Memorial Sloan Kettering Cancer Center: Selenium, Stand: 16.12.2016, abgerufen am 18.07.20

71 Gebrauchsinformation selenase® 50 AP, biosyn (50 µg)

Süßholzwurzel

Liquiritiae radix

Gegenanzeigen

  • Bluthochdruck 81
  • Schwangerschaft (Sicherheit nicht belegt) 124
  • Einnahme von Kortikosteroiden oder Herzglykosiden 124
     

Nebenwirkungen

Abhängig vom Glycyrrhizingehalt des Produkts: 81

  • Mineralocorticoide Effekte bei Einnahme hoher Dosen (über 100 mg Glycyrrhizin): relevanter Abfall der Kalium-Spiegel, Anstieg des Blutdrucks, Herzrhythmusstörungen81, Schwellungen (Ödeme)
  • allergische Reaktionen möglich 124
     

Wechselwirkungen

  • Wechselwirkungen mit Bluthochdruckmitteln (Antihypertensiva), Herzglykosiden (bei Herzinsuffizienz) und Laxanzien möglich 124
     
  • Nebenwirkungen von Thiazid- und Schleifendiuretika (kaliuretische Diuretika) können verstärkt werden. 81
     
  • Bei Süßwaren und Getränken ist ab einem Glycyrrhizingehalt von 10 mg/100g ein Warnhinweis erforderlich. 82

 

Quellen:

81 ABDA und die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (2014): Sicher is(s)t sicher. Interaktionen zwischen Arzneimittel und Lebensmitteln. April 2014

82 Lebensmittelinformationsverordnung 1169/2012, Anhang III, 3

124 Memorial Sloan Kettering Cancer Center: Licorice Stand: 15.04.19 (abgerufen am 31.07.20)

Trauben-Silberkerze

Cimicifuga racemosa

Gegenanzeigen

  • Vorgeschädigte Leber (Leberfunktionstest wird angeraten) 98
  • Brustkrebs oder andere hormonabhängige Tumore in der Vergangenheit (Arzt fragen) 98
  • Einnahme von Östrogenen (Arzt fragen) 98
     

Nebenwirkungen

  • Hautreaktionen (Nesselsucht, Hautjucken, Hautausschlag)
  • Gewebeschwellungen des Gesichts und der unteren Gliedmaßen (Ödeme) 98
  • Magen-Darm-Beschwerden (z.B. dyspeptische Beschwerden, Durchfall) 98
     

Wechselwirkungen

Achtung, NEM-Extrakt muss nicht mit Arzneimittelextrakt vergleichbar sein

  • möglicherweise erhöhtes Risiko von Leberschädigungen 49, 53, 98 (Gelbfärbung der Haut oder Augen, dunklem Urin, Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Appetitverlust oder Müdigkeit Einnahme beenden und Arzt aufsuchen) 98
     
  • Interaktion mit Krebsmittel Tamoxifen 51/52

 

Quellen:

49 Stoffliste des Bundes und der Bundesländer für die Kategorie "Pflanzen und Pflanzenteile" (2014)

51 PZ (2011): Phytopharmaka: Interaktionen bei Operationen. Pharmazeutische Zeitung online vom 14.10.2011

52 Rispler DT et al (2011): The Impact of Complementary and Alternative Treatment Modalities on the Care of Orthopaedic Patients. Journal of the AAOS 19 (19): 634-43. Zitiert in: 51

53 BfArM (2009): Cimicifuga-haltige Arzneimittel: Leberschäden, Stufenplan, Stufe II.

98 Gebrauchsinformation Klimadynon (Bionorica), Stand: Februar 2016

Vitamin A (Retinol)


Gegenanzeigen

  • Behandlung mit Retinsäure (z.B. Arzneimittel zur Behandlung von Hautkrankheiten) 30
  • Steigerung des Hirndrucks 30
  • Hypervitaminose A 30
     

Vorsicht geboten bei 30

  • Dialyse-Patienten
  • Hypertriglyceridämie (Typ V)
  • Schwangeren (nicht mehr als 8.000 i.E. ( = 2400 µg) pro Tag einnehmen wegen der Gefahr von kindlichen Missbildungen).
  • Alkoholmissbrauch zusammen mit größeren Mengen Vitamin A verstärkt die Leberschädigung.
  • gestörter Leber- oder Nierenfunktion (Gefahr der Hypervitaminose schon bei geringeren Dosen)
     

Nebenwirkungen

  • Bei Langzeit-Einnahme hoher Dosen (über 10 000 i.E. bzw. 3 mg/Tag): Ermüdungserscheinungen, starke Magen-Darm-Beschwerden, Verwirrtheit, psychische Veränderungen, starkes Schwitzen und viele andere 30
     
  • Bei Frauen nach der Menopause kann durch Vitamin-A-haltige Nahrungsergänzungsmittel das Risiko für Hüftfrakturen und Osteoporose steigen. Bereits bei 1,5 mg täglich ist das Risiko verdoppelt. 80
     

Wechselwirkungen

  • Vitamin-A-Präparate sollen nicht gleichzeitig mit anderen Arzneistoffen angewendet werden, die sich vom Retinol ableiten (Retinoide), da die Gefahr einer Überdosierung besteht. Retinoide sind in einigen Tabletten gegen Akne enthalten. 30
     
  • Langzeit-Einnahme von Vitamin A oder Einnahme hoher Dosen kann das Blutungsrisiko bei Patienten erhöhen, die gerinnungshemmende („blutverdünnende“) Medikamente einnehmen; insbesondere Warfarin (Coumadin). 30
     
  • Die gleichzeitige Einnahme von Tetracyclin-Antibiotika und hohen Dosen von Vitamin A kann das Risiko für intrakranielle Hypertension (Erhöhung des Hirndrucks) steigern. 30
     
  • Achtung: Vitamin A ist auch häufig in Hautcremes und Körperpflegemitteln (Anti-Aging-Mittel) enthalten und kann auch daraus aufgenommen werden. 84

 

Quellen:

30 Gebrauchsinformation Vitamin A E Hevert Kapseln, Stand 08.08.2019

80 Hüftfrakturen durch Vitamin A? arznei telegramm 33 (202), S. 23.

84 Soutschek S (2012): Vitamin A (Retinol). Apotheken Umschau online (abgerufen am 18.07.20)

Vitamin B 12 (Cobalamin)


Gegenanzeigen

  • bei Allergien gegen Cyanocobalamin 70
     

Nebenwirkungen

  • Sehr selten sind Überempfindlichkeitsreaktionen gegen einen der Inhaltsstoffe möglich 34
     

Wechselwirkungen

  • Wechselwirkungen sind im angegebenen Dosisbereich (bis 200 µg/Tag) nicht bekannt. 34
     
  • Bestimmte Medikamente gegen Gicht, Epilepsie, zur Cholesterinspiegelsenkung, zur Blutdrucksenkung sowie magensäurehemmende Mittel können die B12-Aufnahme in den Körper hemmen. 70

 

Quellen:

34 Gebrauchsinformation Vitasprint B12 Kapseln 200 µg, Pfizer

70 Gebrauchsinformation B12 Ankermann® 1000 µg, Woerwag Pharma

Vitamin B1 (Thiamin)


Gegenanzeigen

  • keine Gegenanzeigen bekannt
     

Nebenwirkungen

sehr selten:

  • Überempfindlichkeitsreaktionen, z.B. Hautreaktionen (Rötung, Juckreiz), Atemnot, Herzklopfen 27
     

Wechselwirkungen

  • Vitamin B1 verliert bei gleichzeitiger Gabe des Krebsmittels (Zytostatikums) 5-Fluorouracil seine Wirkung. 27
     
  • Magensäurehemmer vermindern die Aufnahme von Vitamin B1. 27
     
  • Alkohol und schwarzer Tee vermindern die Aufnahme von Vitamin B1. 27
     
  • Vitamin B1 kann bei gleichzeitigem Genuss sulfithaltiger Getränke, wie z.B. Wein, abgebaut und damit unwirksam werden. 27
     
  • Möglicherweise wirkt Thiamin in großen Mengen bei Menschen mit erhöhtem Blutzuckerspiegel gefäßerweiternd und kann die Wirkung einer gefäßerweiternden Medikation bei Menschen mit Diabetes verstärken. 96

 

Quellen:

27 Gebrauchsinformation Neuro Stada B1 B6 (je 100 mg)

96 Foundation Orthoknowledge: Vitamin B1 (abgerufen am 18.07.20)

Vitamin B2 (Riboflavin)


Gegenanzeigen

  • keine Gegenanzeigen bekannt 72
     

Nebenwirkungen

  • Gelbfärbung des Urins möglich (unbedenklich)
     

Wechselwirkungen

  • In normalen Mengen sind keine Wechselwirkungen bekannt 72
     
  • Eine hohe Einnahmemenge von Riboflavin (> 300-500 mg/Tag) kann die antibiotische Aktivität von Streptomycin, Erythromycin, Tyrothricin, Carbomycin und Tetrazyklinen verringern. 95
     
  • Eine hohe Einnahmemenge von Riboflavin (> 300-500 mg/Tag) könnte die Wirkung von Methotrexat verringern. 95

 

Quellen:

72 Gebrauchsinformation B2 10 mg Jenapharm® Tabletten

95 Foundation Orthoknowledge: Vitamin B2 (abgerufen am 18.07.20)

Vitamin B6 (Pyridoxin)


Gegenanzeigen

  • keine Gegenanzeigen bekannt
     

Nebenwirkungen

  • Bei langfristiger Überdosierung kann es zu nervenschädigenden Wirkungen kommen. 27
     
  • Reversible sensorische Polyneuropathie (Kribbeln in Händen und Füßen, Taubheitsgefühl, verminderter Tastsinn, unsicheres Laufen) bei Dosen ab 500 mg/Tag für längere Zeit. 99
     
  • Reversible schwere Polyneuropathie mit Schmerzen bereits ab einer Dosis von 100 mg/Tag, in einigen Fällen schon ab 25 mg/Tag. 104
     
  • Hohe Dosen von Vitamin B6 können die Milchproduktion hemmen. 27
     

Wechselwirkungen

  • Vitamin B6 vermindert die Wirkung von Levodopa-Präparaten zur Behandlung der Parkinson-Krankheit. 27
     
  • Der Vitamin B6-Bedarf kann während der Behandlung mit Isoniazid (Antibiotikum), D‑Penicillamin (Antirheumatikum) oder Cycloserin (Tuberkulostatikum) erhöht sein. 27

 

Quellen:

27 Gebrauchsinformation Neuro Stada B1 B6 (je 100 mg)

99 Foundation Orthoknowledge: Vitamin B6 (abgerufen am 18.07.20)

104 Vitamin B6 und Polyneuropathie. arznei-telegramm 50 (10), 2019, S. 88

Vitamin C (Ascorbinsäure)


Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen Salicylsäure
  • Eisenspeicher-Erkrankungen
  • Nierensteine (Oxalat-Steine) 102
  • Krebspatienten sollten Vitamin C nur nach Rücksprache mit ihrem Onkologen und um 1-2 Tage zeitlich versetzt einnehmen.102
  • Bei einer Therapie mit Antibiotika sollte die Einnahme nur 1-2 Tage zeitlich versetzt erfolgen. 102
  • Keine Einnahme von Dosen > 4000 mg /Tag bei Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel 102


Nebenwirkungen

Bei hoch dosierter Einnahme (über 2000 mg pro Tag):

  • Nierensteine 26
  • schwerer Durchfall 26
     

Wechselwirkungen

  • Vitamin C in größeren Mengen kann die Auswertung von Blut-, Urin- und Stuhltests (z.B. Diabetes-Teststreifen) stören.102 Achtung: Auch viele Lebensmittel sind mit Vitamin C angereichert.
     
  • Acerola beinhaltet hohe Mengen Vitamin C. Bei einer gleichzeitigen Einnahme von Acerola und Vitamin C-Präparaten kann die Empfehlung von nicht mehr als 2.000 mg Vitamin C pro Tag überschritten werden.
     
  • Vitamin C erhöht die Eisenaufnahme, das kann bei gleichzeitiger Einnahme zu unerwünscht hohen Eisenwerten führen (kritisch bei Thalassämie, Hämochromatose, sideroblastischer Anämie) 102
     
  • Vitamin C behindert die Ausscheidung von Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin). 102
     
  • Die gleichzeitige Einnahme von Vitamin C und dem Psychopharmakon Fluphenazin führt zu einer verminderten Konzentration von Fluphenazin im Blut. 102
     
  • Antioxidantien wie Vitamin C, E oder Beta-Carotin machen genau den Effekt zunichte, den man mit Chemo- oder Strahlentherapie erreichen möchte. Um das Risiko einer unerwünschten Abschwächung oder Verstärkung der Krebstherapie zu vermeiden, sollten Sie jegliche Nahrungsergänzung mit Ihrem behandelnden Arzt absprechen. 79

 

Quellen:

26 Gebrauchsinformation Cetebe_VitC_Retard 500.pdf

79 Menzel S; von Kieseritzky K (2018): Nahrungsergänzung bei Krebs: Nutzen oder Schaden? Stand: 17.05.2018 (abgerufen am 18.07.20)

102 Onmeda - Vitamin C, Stand:  04. Dezember 2013. (HON-Code)

Vitamin D (Cholecalciferol)


Gegenanzeigen

  • erhöhter Calciumspiegel im Blut
  • Nierenerkrankungen
  • Menschen, die stark in ihrer Bewegung eingeschränkt sind.
     

Nebenwirkungen

  • Erhöhte Calciumkonzentration im Blut oder Urin, Herzrhythmusstörungen 24
  • Magen-Darm-Beschwerden, Apetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Nierensteinbildung, Nierenverkalkung 24
  • Überempfindlichkeitsreaktionen wie Juckreiz, Hautausschlag oder Nesselsucht 24
     

Wechselwirkungen

  • In Kombination mit einigen Entwässerungsmitteln (Benzothiazide) kann es zu einer gefährlichen Erhöhung des Calciumspiegels im Blut kommen. 24
     
  • Vitamin D kann möglicherweise die Wirkung von Atovarstatin, einem Arzneistoff zur Behandlung von Hypercholesterinämie, beeinflussen 25
     
  • Das Risiko einer unerwünschten Wirkung bei der Einnahme von Herzglycosiden (Arzneimittel zur Förderung der Funktion der Herzmuskulatur) kann infolge einer Erhöhung der Calciumspiegel im Blut während der Behandlung mit Vitamin D zunehmen (Risiko für Herzrhythmusstörungen). Patienten sollten hinsichtlich EKG und Calciumspiegel im Blut und im Urin überwacht werden sowie ggf. hinsichtlich des Medikamentenspiegels im Blut. 24

 

Quellen:

24 Gebrauchsinformation Vigantol-Öl 20.000 I.E. pro ml

25 Gröber U (2010): Vitamin D3 verbessert die Wirksamkeit von Atorvastatin. DAZ 46, S. 91

Vitamin E (Tocopherol)


Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Vitamin E 23
     

Nebenwirkungen

Bei hoch dosierter Einnahme (über 800 mg pro Tag):

  • Magen-Darm-Beschwerden 23
  • evtl. Störungen der Blutgerinnung 23
     

Wechselwirkungen

  • Bei längerer Einnahme sehr hoher Dosen Vitamin E (400 mg/ Tag) ist die Verminderung der Schilddrüsenhormone im Blut möglich. 23
     
  • Die Wirkung von Vitamin E wird durch gleichzeitige Einnahme von Eisenpräparaten vermindert. Einnahmeabstand: 2 Stunden 23
  • In Einzelfällen ist bei gleichzeitiger Einnahme von Blutgerinnungshemmern (Vitamin- K-Antagonisten, z.B. Marcumar) deren Wirksamkeit herabgesetzt. Die Blutgerinnung muss in diesen Fällen überwacht werden. 23
     
  • Antioxidantien wie Vitamin C, E oder Beta-Carotin machen genau den Effekt zunichte, den man mit Chemo- oder Strahlentherapie erreichen möchte. Um das Risiko einer unerwünschten Abschwächung oder Verstärkung der Krebstherapie zu vermeiden, sollten Sie jegliche Nahrungsergänzung mit Ihrem behandelnden Arzt absprechen. 79

 

Quellen:

23 Gebrauchsinformation Vitamin E AL forte

79 Menzel S; von Kieseritzky K (2018): Nahrungsergänzung bei Krebs: Nutzen oder Schaden? Stand: 17.05.2018 (abgerufen am 18.07.20)

Vitamin K


Gegenanzeigen

  • Einige Arzneimittel mit Vitamin K dürfen bei Kindern bestimmter Altersgruppen nicht angewendet werden.
     

Nebenwirkungen

  • Störung der Blutgerinnung 28
     

Wechselwirkungen

  • Vitamin K kann die Wirkung von Blutgerinnungshemmern (Wirkstoff: Warfarin) verstärken. Bei Einnahme von Blutgerinnungshemmern muss die Blutungszeit sorgfältig überwacht werden, ggf. ist eine Anpassung der Dosierung des Gerinnungshemmers nötig. 28
     
  • Auf die Einnahme von Vitamin K-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln ist bei Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten zu verzichten bzw. deren Einnahme ist mit dem behandelnden Arzt zu klären. 75 Coenzym Q-10 ähnelt in der chemischen Struktur Vitamin K und kann auch die Blutgerinnung beeinflussen. Bei Einnahme beider Stoffe, kann die Blutgerinnung verstärkt werden. Dies kann bei Menschen, die Warfarin einnehmen, zu Problemen führen. (vgl. Q-10) 29

 

Quellen:

28 Gebrauchsinformation K1-Konakion-MM-10-mg

29 COENZYM Q10 (QUMIN Q10 u.a.) STÖRT ORALE ANTIKOAGULATION a-t 1994; Nr.12: 120       

75 Vitamin K und gerinnungshemmende Medikamente, TUM (Institut der Ernährungsmedizin) / MRI, Stand: April 2016 (abgerufen am 18.07.20)

Weihrauch

Boswellia serrata (Indien), Boswellia carterii (Afrika)

Gegenanzeigen

  • Schwangerschaft, da Sicherheit unzureichend untersucht 114
     

Nebenwirkungen

  • Einige Studien geben Hinweise auf unerwünschte Wirkungen wie Übelkeit, Magen-Säure-Reflux, Sodbrennen sowie allergische Reaktionen. 114
  • evtl. leichte Verstopfung 113
     

Wechselwirkungen

Achtung, NEM-Extrakt muss nicht mit Arzneimittelextrakt vergleichbar sein.

  • In Deutschland sind keine Weihrauch-Arzneimittel (außer homöopatische) zugelassen, wohl aber in der Schweiz. Im europäischen Arzneibuch wird unter Weihrauch nur der indische Weihrauch (B. serrata) verstanden.
     
  • Weihrauch-Extrakte können Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten haben, die mittels P-Glykoprotein transportiert werden.113 Dazu gehören eine Vielzahl von Medikamenten wie Herzglykoside, Betablocker, Calciumantagonisten und Antibiotika. Besprechen Sie die Verwendung bei Einnahme von Medikamenten unbedingt mir Ihrem Arzt/Apotheker.
     
  • Außerdem sollten Weihrauchprodukte nicht bei Einnahme von Blutgerinnungshemmern verwendet werden. 113

 

Quellen:

113 Memorial Sloan Kettering Cancer Center: Boswellia, Stand: 15.04.19 (abgerufen am 18.07.20)

114 Medizin transparent: Weihrauch für die Gelenke - schmerzlindernde Wirkung möglich, Stand: 22.12.18 (abgerufen am 18.07.2020) (HON Code)

Zink


Gegenanzeigen

  • Nierenversagen
  • schwere Nierenerkrankungen
     

Nebenwirkungen

  • Bei hoch dosierter Einnahme: Magen-Darm-Probleme, Kopfschmerzen 21
  • Bei langfristiger hoch dosierter Einnahme: Kupfermangel, Beeinträchtigung des Immunsystems. 22
     

Wechselwirkungen

  • Zink vermindert die Wirkung von bestimmten Antibiotika (Tetracycline). Einnahmeabstand: 2 Stunden vor oder 4-6 Stunden nach der Einnahme eines Zink-Präparates. 21
     
  • Zink kann die Wirkung von Penicillamin (ein Medikament zur Behandlung rheumatischer Arthritis) abschwächen. Einnahmeabstand: 2 Stunden.
     
  • Zink hemmt die Aufnahme von Ofloxacin und an-deren Chinolonen (z.B. Norfloxacin, Ciprofloxacin). Hohe Zinkmengen können die Aufnahme und Speicherung von Eisen reduzieren. Außerdem hemmt Zink die Aufnahme von Kupfer und Chrom. 21, 77
     
  • Bei gleichzeitiger Einnahme vermindert Zink die Aufnahme von Bisphosphonaten (gegen Osteoporose) - zeitlicher Abstand nötig. 107
     
  • Eine hohe Zinkzufuhr bei gleichzeitig niedriger Kupferzufuhr beeinträchtigt die Aufnahme von Kupfer. Da Kupfer eine  Funktion im Eisenstoffwechsel hat, kann es so zu einer Blutarmut (Anämie) kommen. 86
     
  • Nahrungsmittel mit hohem Gehalt an Phytinsäure (z.B. Vollkornbrot) verringern die Zinkaufnahme und sollten nach einer Einnahme von Zink vermieden werden. 22

 

Quellen:

21 Zink Verla® (10 mg Zinkgluconat)

22 Zinksalze in Mundwasser und Zahnpasta. Stellungnahme Nr. 011/2015 des BfR vom 6. Mai 2015

77 EFSA (2006): Tolerable Upper Intake Levels for Vitamins and Minerals. European Food Safety Authority

86 D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, 2. Auflage, 5. aktualisierte Ausgabe, 2019

107 H. Grosse  Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten. Verbraucherzentrale Düsseldorf, 1. Auflage 2019, S. 76