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Intelligente Verpackungen - das sollten Sie wissen

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Intelligente Verpackungen überwachen den Zustand verpackter Lebensmittel und liefern beispielsweise Informationen über die Frische der Lebensmittel. Dabei können verschiedene Techniken zum Einsatz kommen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Intelligente Verpackungen können dabei helfen, Lebensmittelabfälle zu reduzieren.
  • Viele Verfahren für intelligente Verpackungen sind mit hohen Kosten verbunden.
  • Datenträger und Barcodes können beim Auslesen Ihre persönlichen Daten erfassen.
Strichcode auf einer Getränkedose
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Intelligente Verpackungen können die Umgebungsbedingungen und Qualitätsmerkmale von Lebensmitteln überwachen oder die Rückverfolgbarkeit erleichtern. Dazu werden unterschiedliche Technologien eingesetzt. Meist handelt es sich um Sensoren und Indikatoren in der Verpackung oder auf Etiketten zum Lesen von Informationen. Durch intelligente Verpackungen können Händler und Verbraucher:innen erkennen, ob ein Lebensmittel richtig gelagert wurde und ob es nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit genießbar ist. Solche Verpackungen sind wegen der hohen Kosten pro Verpackungseinheit jedoch wenig verbreitet. Bislang betragen die Verpackungskosten noch rund 50 bis 100 % der Gesamtkosten des Packgutes. Außerdem ist noch nicht abschließend geklärt, wie intelligente Verpackungen recycelt werden können.

Frische-Indikatoren

Abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum, veränderte Farbe oder Konsistenz: Aus Angst vor verdorbenen Lebensmitteln werden viele Produkte entsorgt, die noch zum Verzehr geeignet wären. Hier kann ein Frische-Indikator helfen. Er wird auf der Verpackungsinnenseite angebracht und reagiert auf chemische Verbindungen, die während des Lebensmittelverderbs entstehen. Dies können Kohlenstoffdioxid, flüchtige Stickstoffverbindungen, Alkohol, Glucose oder organische Säuren sein.

Ab einer bestimmten Menge der Stoffwechselprodukte verändert sich die Farbe des Indikators und macht auf den Verderb aufmerksam. So kann bei fermentierten Lebensmitteln, Fleisch oder Fisch ein Sticker auf der Innenseite der Verpackung durch Farbveränderung anzeigen, ob das Lebensmittel noch genießbar ist. Ein Farbumschwung deutet auf Bakterienwachstum oder einen veränderten pH-Wert hin.

Andere Systeme messen Bestandteile von Fruchtaromen und geben dadurch Auskunft über den Reifegrad von Obst. Das kann bei exotischen Früchten ein Vorteil sein, bei denen Sie den Reifegrad schwer einschätzen können.

Zeit-Temperatur-Indikatoren (TTI = Time Temperature Indicator)

Der Einsatz von Zeit-Temperatur-Indikatoren (TTI) soll den "Lebensweg"und somit die Umgebungsbedingungen eines Produktes über die gesamte Lebensmittelkette aufzeichnen.
TTI messen über den Zeitverlauf, welchen Temperaturen das Lebensmittel ausgesetzt war. Diese Information spielt beim Bakterienwachstum eine entscheidende Rolle. So können sie anzeigen, ob bei tiefgefrorenen Produkten oder empfindlichen Lebensmitteln die Kühlkette immer eingehalten wurde.

Der TTI erfasst auf unterschiedliche Weisen die mechanischen, chemischen, elektrochemischen, enzymatischen oder mikrobiologischen Veränderungen eines Lebensmittels. Auch hier wird eine negative Veränderung durch Farbwechsel angezeigt.

RFID-Datenträger und Barcodes

Radio-Frequenz-Identifikations-Datenträger enthalten viele wichtige Informationen, die unter anderem die Rückverfolgbarkeit des Produkts verbessern. Mittels derartiger Etiketten und Datenträger können etwa Preis, Anlieferungszeitpunkt, Gewicht oder Mindesthaltbarkeitsdatum durch entsprechende Lesegeräte abgerufen werden. Außerdem werden sie genutzt, um sich vor Produktpiraterie und Diebstahl zu schützen. Zukünftig könnten smarte Kassen den Preis des Einkaufs ebenfalls durch das bloße Legen der Produkte in den Einkaufswagen erfassen.

Die RFID-Datenträger können aber auch Daten über Ihre Vorlieben beim Einkauf erfassen. Somit stehen neben den Kosten auch Fragen des Datenschutzes im Raum.

Auch Barcodes und QR-Codes können zu Marktforschungszwecken eingesetzt werden. Hersteller sehen dann, wann und wo der Code ausgelesen wurde. Anders als RFID-Etiketten können QR-Codes mit dem Smartphone ausgelesen werden und hilfreiche Informationen zum Produkt bereitstellen. Unabhängig von der Verpackungsgröße bekommen Sie so Hintergrundinformationen zur Herkunft tierischer Lebensmittel, zu Produktionsbedingungen sowie Inhaltsstoffen.