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Sparen für Kinder und Enkelkinder: Welche Anlageprodukte dafür taugen

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Viele Eltern oder Großeltern sparen, um den Nachwuchs finanziell unterstützen zu können: für eine teure Ausbildung, den Führerschein, ein Auto oder den unerwarteten Tod der Eltern. Dazu gibt es ganz unterschiedliche Anlageprodukte. Wir bewerten häufig genutzte Möglichkeiten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wer früh Geld für Kinder oder Enkelkinder zurücklegt, das der Nachwuchs dann zum Beispiel zum 18. Geburtstag zur Verfügung haben soll, hat verschiedene Anlagemöglichkeiten.
  • Es unterscheidet sich aber deutlich, wie effektiv diese sind. Bei manchen Produkten, die oft verkauft werden, fallen z.B. hohe Provisionen an. Einige sind auch nicht flexibel genug.
  • Wir bewerten häufig genutzte Möglichkeiten, damit Sie das zu Ihnen passende Produkt finden.
Ein Großvater und sein Enkel sitzen auf dem Sofa und werfen Münzen in ein Sparglas
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Geht es um das Sparen für die Ausbildung der Kinder oder Enkel, kommen verschiedene Produkte in Frage, je nach Anlagedauer, gewünschter Flexibilität und Risikobereitschaft. Bei uns lesen Sie, ob sich Produkte tatsächlich dafür eignen und welche Vor- und Nachteile sie haben.

Ausbildungsversicherungen

Die Ausbildungs­versicherung ist eine Form der kapital­bildenden Lebens­versicherung, die die Kosten der späteren Berufs­ausbildung eines Kindes abdecken soll. Versicherungs­nehmer und Beitragszahler ist meist ein Elternteil oder ein Groß­elternteil. Die frei vereinbare Ablaufleistung wird in der Regel erst zum Vertragsende (oft Beginn der Berufs­ausbildung) fällig, auch dann, wenn derjenige Elternteil oder Großelternteil, der versichert ist, während der Beitragszeit stirbt.

Es handelt sich hierbei im Kern um zwei Leistungen: um einen Schutz gegen die finanziellen Folgen aus dem Tod der Eltern / Großeltern und zweitens um eine Geldanlage für das Kind. Bei einzelnen Produkten wird zusätzlich ein Unfall- oder Invaliditätsrisiko des Kindes in einer bestimmten Höhe abgesichert.

Die Verbraucherzentrale rät von solchen Kombinationen ab, weil sie eventuelle Risiken oft nicht bedarfsgerecht absichern. Zudem ist ein Preis-Leistungsvergleich für die einzelnen Bestandteile nicht möglich. Schließlich lässt sich die Kombination nicht flexibel handhaben. Es ist beispielsweise nicht so einfach, über das Guthaben vor Vertragsende zu verfügen oder mit dem Sparen längere Zeit auszusetzen. Falls dies doch geht, dann ist es oft mit finanziellen Einbußen verbunden. Häufig zehren zudem hohe Abschluss- und Verwaltungskosten an der Rendite dieser Verträge.

Statt eine Ausbildungsversicherung abzuschließen, können Sie insbesondere den Todesfall der Eltern über eine Risikolebensversicherung absichern. Die Todesfallsumme sollte sich nicht an Ausbildungskosten orientieren, sondern an dem Sicherheitsbedürfnis der Eltern.

Weitere Risiken, die Ihren Lebensstandard bedrohen, können individuell bedarfsgerecht mit gesonderten Verträgen abgesichert werden:

  • Welche Versicherungen für verschiedene Lebenssituationen in Frage kommen können, erfahren Sie in unserer Übersicht.
  • Verlässt Ihr Nachwuchs die Schule, können Sie in unserem passenden Beitrag nachlesen, welche Versicherungen genau dann wichtig sein könnten.

Banksparpläne

Wer den Nachwuchs zum 18. Geburtstag oder zur abgeschlossenen Ausbildung mit einem größeren Geldgeschenk beglücken und dabei keinerlei Risiken tragen möchte, für den eignen sich Banksparpläne.

Im aktuellen Zinstief ist das Angebot an Banksparplänen sehr überschaubar. Einige Geldinstitute bieten diese Produkte aber speziell für Minderjährige noch an. Dabei sollten Sie die vertraglichen Besonderheiten beachten: Unter welchen Voraussetzungen gibt es einen Bonuszins? Sinkt der Guthabenzins bei Überschreiten eines bestimmten Anlagebetrags? Kann die Rate geändert oder ausgesetzt werden? Ist eine vorzeitige (Teil-)Kündigung möglich oder nur mit Abstrichen beim Zins?

Fondssparpläne / ETF-Sparpläne

Wer die Renditechancen des Aktienmarktes nutzen möchte und bereit ist, die Risiken möglicher Verluste zu tragen, kann einen Aktienfondssparplan abschließen oder eine Mischung aus Banksparplan und Aktienfondssparplan wählen.

Aufgrund der geringen Kosten und der sehr breiten Risiken sind sogenannte Indexfondssparpläne oder auch ETF-Sparpläne eine gute Wahl. Die Raten können hier sehr flexibel kostenlos verändert oder ausgesetzt werden.

ETF-Sparpläne bergen aber auch erhebliche Wertschwankungsrisiken. Mit unserem Renditerechner können Sie sich ausgiebig über Renditen und Risiken verschieden riskanter Anlagestrategien in der Vergangenheit informieren. In einem separaten Artikel geben wir grundlegende Hinweise und Tipps zur Geldanlage.

Altersvorsorgeverträge für den Nachwuchs

Geht es um die Altersvorsorge, verkaufen Vermittler gerne lang laufende Renten- und Lebensversicherungen oder auch sogenannte Generationenpolicen. Das hat einen einfachen Grund: Die Vermittlungsprovision errechnet sich aus der Summe der Einzahlungen über die vereinbarte Laufzeit. Altersvorsorge ist aber in erster Linie Vermögensaufbau, und da gibt es andere Produkte wie ETF-Sparpläne und Banksparpläne, die weitaus preiswerter zu haben sind.

Diese anderen Produkte sind außerdem flexibler. Das Kind möchte im Erwachsenenalter mit Sicherheit selbst entscheiden, wie risikobereit es anlegen oder ob es den Vertrag nicht lieber kündigen möchte - etwa um eine Immobilie zu finanzieren. Dann sind private Rentenversicherungen keine gute Wahl.

Bausparverträge

Bausparverträge für den Nachwuchs sind keine gute Geldanlage. Sie werden dennoch gerne verkauft, weil die Vermittler dafür eine Provision, die sogenannte Abschlussgebühr, erhalten. Zieht man alle Kosten von den Zinsen ab, rechnet sich so ein Vertrag nicht mehr.

Das Argument, dass Ihr Nachwuchs später vielleicht einmal bauen möchte, zieht leider auch nicht mehr: die Bausparkassen haben in den letzten Jahren konsequent Verträge gekündigt, sobald sie das konnten. Wäre Ihr Vertrag reif für die Darlehensphase, aber der Bedarf für ein Darlehen ist noch nicht da, dann müssen Sie mit einer baldigen Kündigung rechnen. Mehr zum Bausparen können Sie in unserem ausführlicheren Beitrag nachlesen.

Sparbücher und Tagesgeldkonten

Kinder können den wichtigen Umgang mit Geld und das Sparen erlernen, wenn sie die Sparform verstehen. Dazu eignen sich insbesondere Sparbücher oder auch Tagesgeldkonten. Beide sind unkompliziert und bergen kein Risiko. Anhand des Sparbuchs kann der Sprössling jederzeit schauen, wie viel Geld er schon zur Bank gebracht hat.

Hier stehen die Sicherheit und jederzeitige Verfügbarkeit im Vordergrund. Direktbanken ohne Filialnetz bieten häufig eine bessere Verzinsung bei ähnlicher Flexibilität. Der anschauliche Besuch bei der Bank, um bares Geld abzuholen oder einzuzahlen, entfällt dabei jedoch.