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Freunde-Finder bei Facebook: So löschen Sie hochgeladene Kontakte

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Haben Sie gespeicherte Kontakte bei Facebook hochgeladen, um prüfen zu lassen, wer dort auch ein Konto hat? Solche hochgeladenen Kontakte sollten Sie bei Facebook wieder löschen! Die Verbraucherzentrale erklärt in diesem Artikel, wie das geht.
Großes Firmenschild vor dem Facebook-Hauptquartier in Menlo Park, Kalifornien.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das Landgericht Berlin hat die Freunde-finden-Funktion bei Facebook für unzulässig erklärt.
  • Wenn Sie Facebook nutzen, sollten Sie nicht erlauben, dass gespeicherte Kontakte zu Facebook hochgeladen werden.
  • Bereits hochgeladene Kontakte können und sollten Sie bei Facebook löschen. Wir erklären Schritt für Schritt, wie das geht.
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Kontakte synchronisieren

Bei Facebook können Sie die Kontakte aus dem Adressbuch Ihres Smartphones mit dem Netzwerk synchronisieren. Dies bieten nahezu alle sozialen Netzwerke und Messenger an. Bei WhatsApp zum Beispiel ist es sogar die Voraussetzung dafür, dass die App in vollem Umfang funktioniert – einer der großen Kritikpunkte der Verbraucherzentralen an WhatsApp, das wie Facebook zum Konzern Meta gehört.

Bei Facebook muss man sich aktiv dafür entscheiden, gespeicherte Kontakte zu synchronisieren. Wer die Synchronisation aktiviert hat, liefert Facebook persönliche Daten (z. B. E-Mail-Adresse, Telefonnummer) anderer Menschen. Laut Facebook soll die Synchronisation dazu beitragen, neue Freunde vorzuschlagen und "Services zu verbessern". Hat zum Beispiel jemand aus Ihren Kontaktdaten ein Facebook-Profil, mit dem Sie noch nicht befreundet sind, kann Facebook Ihnen die Freundschaft vorschlagen.

Urteil: Freunde-finden-Funktion ist rechtswidrig

Aber: Anhand hochgeladener Kontaktdaten andere Facebook-Konten zu finden, verstößt gegen geltendes Recht. Das hat das Landgericht Berlin II im Dezember 2025 nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands entschieden (Az. 15 O 569/18). Denn auf die Weise bekommt Meta auch Daten von Leuten, die gar nicht bei Facebook registriert sind – etwa weil sie das soziale Netzwerk bewusst nicht nutzen. Das Gericht hat klargestellt, dass die Verarbeitung der Daten Unbeteiligter rechtswidrig ist.

Viele Apps und Netzwerke bieten die Möglichkeit, gespeicherte Kontakte zu synchronisieren. Das Berliner Urteil gilt zwar nur gegen Facebook und ist noch nicht rechtskräftig. Es hat aber Signalwirkung.

Grundsätzlich müssen Personen, deren Daten Sie durch eine Kontakte-Synchronisation an Unternehmen weitergeben, in die Weitergabe ihrer Daten eingewilligt haben. Das bedeutet in der Praxis, dass all Ihre gespeicherten Kontakte damit einverstanden sein müssen, dass Sie ihre Daten tatsächlich an Facebook, WhatsApp oder jeglichen anderen Dienst senden.

Hochgeladene Kontakte löschen

Facebook bietet ein eigenes Adressbuch für hochgeladene Kontakte an. Auf der Seite https://www.facebook.com/invite_history.php finden Sie es und können einzelne sowie alle hochgeladenen Daten löschen. Eine vergleichbare Seite gibt es auch für Kontakte aus dem Facebook-Messenger: https://www.facebook.com/mobile/messenger/contacts/

Kontakte hochladen verhindern

Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten:

In der Facebook-App

  1. Um die Synchronisation Ihrer Kontakte mit Facebook zu verhindern, tippen Sie in der Facebook-App bei Android oben links auf die drei horizontalen Linien und anschließend auf Einstellungen und Privatsphäre.
  2. Tippen Sie auf Einstellungen.
  3. Tippen Sie ins Suchfeld "Einstellungen durchsuchen" und tippen Sie Kontakte ein.
  4. Jetzt tippen Sie auf Kontenübersicht, Kontakte hochladen.
  5. In der Regel werden zwei Konten aufgeführt: eines für Facebook und eines für Messenger. Tippen Sie zuerst auf das für Facebook und schalten Sie dort Kontakte kontinuierlich prüfen aus. Wenn der kleine Schieberegler links steht und grau ist, müssen Sie nichts machen.
  6. Tippen Sie auf den Pfeil oben links, gelangen Sie zurück zur Liste Ihrer Konten. Tippen Sie hier auf das Konto für den Messenger und dann auf Kontakte hochladen. Steht dort bereits "Aus", müssen Sie nichts weiter einstellen.

In den App-Einstellungen des Betriebssystems

Sie können Facebook auch den Zugriff auf ihre gespeicherten Kontakte über die App-Berechtigungen verweigern. Öffnen Sie dafür die Einstellungen Ihres Smartphones und gehen Sie in den Bereich Apps. Wählen Sie Facebook aus und tippen Sie auf Berechtigungen. Sollte der Zugriff auf Kontakte erlaubt sein, verbieten Sie ihn. Gleiches machen Sie für die App Messenger, falls Sie sie installiert haben.

Facebook-Skandal 2018: Cambridge Analytica

Der vzbv hat seine Klage gegen die Freunde-finden-Funktion bei Facebook bereits 2018 eingereicht. Das Verfahren wurde zwischenzeitlich ausgesetzt, weil die Klagebefugnis von Verbraucherverbänden bei DSGVO-Verstößen ungeklärt war. Erst nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs hat das Landgericht Berlin das Verfahren wieder aufgenommen.

2018 war auch das Jahr, an dessen Anfang der Skandal um Cambridge Analytica öffentlich wurde. Was dabei ans Licht kam, hat Datenschützer wenig überrascht. So zum Beispiel, dass öffentlich bereitgestellte Informationen von Facebook-Nutzern durch fremde Firmen erfasst, gespeichert und verarbeitet werden konnten. Das können Sie in Ihren Facebook-Einstellungen einschränken.

Aufgrund der Berichterstattung in den Medien hatten etliche Nutzer:innen eine Kopie ihrer Profildaten bei Facebook angefordert, um herauszufinden, was das Unternehmen über sie wusste. Dabei zeigte sich unter anderem, dass Facebook offenbar auch Daten zum Telefon- und SMS-Verhalten aufgezeichnet und gespeichert hatte. Dass diese Möglichkeit bestand, war keine neue Erkenntnis. Dass sie womöglich auch genutzt wurde, hat aber viele erschreckt.

Android-App soll Telefon-Daten erfasst haben

Apps, also die Anwendungen auf Smartphones und Tablets, erfordern meistens Berechtigungen. Sie wollen auf bestimmte Bereiche des Geräts zugreifen. Die Facebook-App für Android-Telefone wollte unter anderem Zugriff auf die Telefon- und SMS-Funktion haben. Darüber sollen so genannte Metadaten an Facebook übermittelt worden sein. Metadaten sind zum Beispiel Infos darüber, wann Sie mit wem wie lange telefoniert haben. Inhalte von Telefonaten und SMS sind keine Metadaten. Facebook hat eine bewusste Metadatensammlung damals dementiert.

Trotzdem hat Android-Hersteller Google Anfang 2019 auch diesen Vorfall zum Anlass genommen, den Zugriff auf die Telefon- und Nachrichtenfunktion von Android-Geräten einzuschränken. In Android-Versionen, die seitdem erschienen sind, haben nur noch solche Apps Zugriff, mit denen Nutzer:innen explizit Nachrichten senden und empfangen oder telefonieren. Entwickler:innen müssen gegenüber Google begründen, warum ihre App die Funktionen braucht. Ein unbemerktes Erfassen der Nutzerverhaltens in diesen Kategorien soll somit ausgeschlossen werden.

Bietet Ihr Betriebssystem die Möglichkeit, Berechtigungen für Apps einzuschränken, sollten Sie diese nutzen! Erlauben Sie nur das, was Sie für die App unbedingt benötigen! Schalten Sie diese Erlaubnis ggf. auch nur vorübergehend frei, wenn Sie sie benötigen! Denn wenn Daten erst mal übertragen wurden, wird es aufwändig, sie zu löschen. Funktioniert die Anwendung ohne Berechtigung gar nicht, überlegen Sie, ob Sie mit den Risiken leben wollen.

Alternativ zur App lassen sich viele Dienste, wie zum Beispiel Facebook, auch über einen Browser mobil nutzen.

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