Gerade für Personen mit Einschränkungen können VR-Brillen eine stärkere Teilhabe ermöglichen. Auch im beruflichen Kontext werden VR-Brillen immer häufiger eingesetzt. Beispielsweise im Training, der Konstruktion oder der Fernunterstützung. So können VR-Brillen dabei helfen, bestimmte Szenarien in der Ausbildung und Betriebsabläufe zu simulieren oder die Behandlung psychischer Krankheiten unterstützen. Neben der Vielzahl an interessanten Anwendungsmöglichkeiten bringen VR-Brillen jedoch auch Risiken für den Datenschutz mit sich.
Welche Daten sammeln VR-Brillen von mir?
VR-Brillen sammeln deutlich mehr Daten als die übliche Internetnutzung über einen Bildschirm. Der Grund: Die Geräte haben viele eingebaute Sensoren, wie Kameras oder Mikrofone. Diese Sensoren zeichnen auf, wie Sie sich bewegen, wohin Sie schauen und wie Sie sich verhalten.
Diese fünf Arten von Daten können VR-Brillen erfassen:
- Bewegungen: Die Geräte erkennen Ihre Kopfbewegungen, Körperhaltung und Handbewegungen. Außerdem kann nachverfolgt werden, wie Sie sich im Raum fortbewegen.
- Augenbewegungen: Neuere Modelle haben innenliegende Kameras. Diese können Ihre Blickrichtung verfolgen und messen, wie lange Sie auf etwas schauen.
- Gesichtsausdrücke: Einige neue Modelle können ebenfalls Ihre Gesichtsausdrücke aufzeichnen. Das soll dazu dienen, die eigenen Gesichtsausdrücke auf die gespielten Figuren zu übertragen.
- Ton und Sprache: Mikrofone können Ihre Stimme und Geräusche im Raum aufzeichnen.
- Umgebung: Viele Modelle nutzen Außenkameras, um die räumliche Umgebung zu scannen. So soll vermieden werden, dass man beim Spielen an Hindernisse stößt. Dabei können aber auch Ausschnitte des Zimmers oder andere Personen gefilmt werden.
Wie beim normalen Surfen im Internet kann Ihr Nutzungsverhalten aufgezeichnet und ausgewertet werden. Dazu zählen auch die Gestaltung Ihres Avatars, Ihre Aktivitäten in Spielen oder Ihre Käufe. Beim Aufenthalt in VR-Welten kann außerdem genauer erfasst werden, wie Begegnungen mit anderen Personen ablaufen, beispielsweise mit wem Sie sprechen oder wie lange Gespräche dauern.
Schon bei einer Nutzungsdauer von 20 Minuten können bis zu 2 Millionen sogenannte Datenpunkte anfallen. Ein Datenpunkt ist dabei eine einzelne Information, zum Beispiel, wohin Sie gerade schauen oder wie schnell Sie Ihren Kopf drehen.
Was verraten die gesammelten Daten über mich?
Die Sammlung und Verarbeitung einiger Daten kann technisch notwendig sein. Beispielsweise wird oft bei der ersten Benutzung der Raum, in dem man sich befindet, gescannt und die eigene Körpergröße berechnet. In einigen Fällen ist die kurzzeitige Speicherung von Gesprächen sogar wichtig für die eigene Sicherheit. Nur so kann ein Fehlverhalten von anderen Personen gemeldet und geprüft werden.
Allerdings kann die Vielzahl der gesammelten Daten je nach Nutzungskontext noch sehr viel mehr über Sie verraten.

