Viel Zucker, Koffein und Zusätze: Fertiger Eistee kann schädlich sein

Stand: 23. Juli 2026

Eistee ist aus den Einkaufsregalen nicht mehr wegzudenken. Start-Ups haben das Trendgetränk entdeckt und bringen im Wettstreit mit großen Marken laufend neue Sorten in die Läden. Besonders begehrt sind die süßen Getränke bei Kindern. Viele Menschen halten Eistee für gesünder als Softgetränke. Die Verbraucherzentrale hat die Zutaten von 54 Eistees verglichen. Das Ergebnis: Fast alle enthalten Zusatzstoffe und in einem Glas Eistee stecken bis zu sieben Würfel Zucker.

Das auffälligste Ergebnis der Untersuchung: Alle 54 geprüften Eistees enthalten Koffein. Der Wachmacher wirkt sich auf das zentrale Nervensystem aus und kann in zu großen Mengen Herzrasen, Übelkeit und Kreislaufstörungen auslösen. Ein Hinweis auf das enthaltene Koffein fand sich nur auf weniger als einem Drittel der Flaschen oder Tetrapacks. „Der Hinweis auf Koffein ist nicht verpflichtend, wenn das Getränk auf Kaffee oder Tee basiert“, erklärt Ökotrophologin Kristina Rerich von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Verbraucherinnen und Verbraucher wünschen sich mehr Information und können oft nicht erkennen, ob und wie viel Koffein enthalten ist. „Vor allem zum Schutz der Kinder wäre ein verpflichtender Hinweis auf Koffein beim Eistee wünschenswert“, so Rerich.

Zucker im Eistee fördert Karies und Übergewicht

Viele fertige Eistees enthalten reichlich Zucker. In den vier süßesten Produkten der Untersuchung steckten pro Glas mehr als sieben Würfelzucker. Die vermeintlichen Durstlöscher liefern viele Kalorien sättigen jedoch nur wenig. Der enthaltene Zucker lässt den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen, sodass der Körper vermehrt Insulin ausschüttet. Ein Regelmäßiger Konsum von zuckerhaltigen Getränken wird mit einem höheren Risiko für Übergewicht und Diabetes mellitus Typ II in Verbindung gebracht. Auch die Zähne leiden: Zucker und Säure  im Eistee können den Zahnschmelz angreifen und die Entstehung von Karies begünstigen.

Wenig Frucht, viele Zusatzstoffe 

Fruchtsaft ist in fertigen Eistees kaum enthalten. „Der fruchtige Geschmack nach Pfirsich und Zitrone kommt von zugesetzten Aromen. Nur zwei der geprüften Eistees enthalten keine Aromastoffe“, schildert Rerich. Ein Drittel der Produkte hat einen Fruchtgehalt von drei Prozent oder mehr. Nur vier der 54 Produkte sind frei von Zusatzstoffen.

Neuer Trend: Eistee mit Süßstoffen statt Zucker

In den letzten Jahren sind zunehmend Eistees auf den Markt gekommen, die statt Zucker Süßstoffe wie Sucralose, Acesulfam-K, Steviolglycoside und Aspartam enthalten. Da diese Stoffe kaum oder keine Kalorien liefern, werden sie häufig als kalorienärmere und vermeintlich gesündere Alternative zu zuckerhaltigen Getränken wahrgenommen. Süßstoffe sind in der Europäischen Union zugelassen und gelten innerhalb der empfohlenen Aufnahmemengen als sicher. Dennoch werden ihre möglichen langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit weiterhin wissenschaftlich untersucht. 

Selber machen ist die bessere Lösung

Eistee zu Hause selbst herzustellen ist einfach. Wenn als Grundlage reiner Früchtetee ohne Aromen oder Bestandteile von Schwarztee verwendet wird, eignet sich das Getränk ideal für Kinder. Für einen fruchtigen Geschmack sorgt ein Schuss Saft. Zusätzlicher Zucker ist damit überflüssig. 
 

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