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Soja im Faktencheck: Mythen, Risiken und Chancen

Pressemitteilung vom
Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein ordnet Sorgen und Hoffnungen rund um den Verzehr von Soja ein.
Sojabohnen und Soja-Milch auf einem Tablett auf einem Tisch
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Wundermittel oder Gift für den Hormonhaushalt? Um Soja ranken sich zahlreiche Mythen: So schade der Konsum von Soja etwa der Schilddrüse, sei bei Brustkrebs nicht zu empfehlen, führe bei Männern zu einer „Verweiblichung“ oder lindere Wechseljahresbeschwerden. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH) deckt auf und stellt wissenswerte Informationen zum Verzehr von Soja in einem Web-Text zusammen. 

Sojaprodukte wie Tofu, Sojadrink und Co. gehören für viele Menschen zum Speiseplan. Soja gilt, wie alle Hülsenfrüchte, als sehr gesund für den Menschen und gut für die Umwelt. Doch die in Sojabohnen enthaltenen Isoflavone sorgen immer wieder für Diskussionen. Diese sekundären Pflanzenstoffe ähneln in ihrer Struktur dem Hormon Östrogen – und genau das verunsichert viele Menschen. „Die meisten Sorgen sind bei einem üblichen Verzehr von Soja-Produkten oft unbegründet“, sagt Levke Prien, Ernährungsexpertin bei der VZSH.

Brustkrebs: Soja in üblichen Mengen unbedenklich

Der Verzehr üblicher Mengen von Sojalebensmittel ist nach aktuellem wissenschaftlichen Kenntnisstand auch bei Brustkrebs unbedenklich. Ein bis zwei Portionen täglich (eine Portion entspricht etwa 100 Gramm Tofu oder 250 Milliliter Sojadrink) gelten auch während einer antihormonellen Therapie als unbedenklich. Fachgesellschaften sehen keine Hinweise darauf, dass moderater Sojakonsum das Risiko für ein Wiederauftreten von Brustkrebs erhöht.

Männergesundheit und Wechseljahre bei Frauen

Die Sorge, Soja könne den Testosteronspiegel senken oder eine „Verweiblichung“ bei Männern verursachen, ist unbegründet. Studien zeigen keine relevanten hormonellen Effekte bei einem üblichen Konsum. Auch für eine verlässliche Linderung von Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen durch Soja-Isoflavone gibt es bislang keine gesicherten Belege.

Schilddrüse: Auf die Jodversorgung kommt es an

Bei ausreichender Jodversorgung sind durch normalen Sojakonsum keine relevanten negativen Auswirkungen auf die Schilddrüse zu erwarten. Anders kann es bei Jodmangel oder bestehenden Schilddrüsenerkrankungen aussehen: Isoflavone aus Sojalebensmitteln und insbesondere hohe Mengen aus isolierten, hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln könnten hier nachteilige Effekte haben. „In solchen Fällen empfiehlt sich eine ärztliche Begleitung“, rät Prien.

Vorsicht bei Isoflavon-Supplementen

„Grundsätzlich ist Vorsicht bei hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln mit Isoflavonen geboten“, mahnt die Ernährungsexpertin. Die gesundheitliche Unbedenklichkeit solcher Supplemente, insbesondere für Menschen mit Erkrankungen der Schilddrüse oder hormonabhängigen Krebserkrankungen, ist nicht ausreichend belegt. Wer beispielsweise an östrogenabhängigem Brust- oder Gebärmutterkrebs erkrankt ist oder war, sollte Nahrungsergänzungsmittel mit isolierten Isoflavonen nicht einnehmen.

 

Vielfalt statt Verunsicherung

Soja und Sojaprodukte wie Tofu, Tempeh oder Sojadrink dürfen in üblichen Mengen Bestandteil einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung sein. Sie liefern hochwertiges Protein, Ballaststoffe sowie Vitamine und Mineralstoffe. Wie so oft ist das Maß entscheidend, weiß Prien: „Wer sich vielseitig ernährt und auf eine gute Jodversorgung achtet, muss Soja nicht meiden.“

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

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