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So gelingt maßvolles Einkaufen und Kochen

Pressemitteilung vom
Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein liefert Tipps im Rahmen der Aktionswoche Deutschland rettet Lebensmittel
Gurkenschalen werden in den Biomüll geworfen
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78 Kilogramm Lebensmittel landen in Deutschland pro Person und Jahr im Müll. Das entspricht dem Normalgewicht eines 1,80 Meter großen Menschen. Dabei ist ein Großteil der in Privathaushalten anfallenden Lebensmittelabfälle vermeidbar. Anlässlich der Aktionswoche Deutschland rettet Lebensmittel zeigt die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH) vom 28. September bis zum 06. Oktober, worauf Verbraucherinnen und Verbraucher achten sollten.

„Wie können wir Lebensmittel vor der Tonne retten? – Die richtigen Tipps machen es möglich. Dabei können wir auch noch Geld sparen und zum Klimaschutz beitragen. Wichtige Punkte sind die Themen Lagerung und Kennzeichnung von Lebensmitteln. Auch die Größe von Portionen, die wir einkaufen oder kochen, spielen eine Rolle, wenn es darum geht, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Mit cleveren Ideen bei der Resteverwertung können Lebensmittel weiterverwendet werden. Es gibt also viele Möglichkeiten, wie wir im Alltag aktiv mehr Lebensmittel vor dem Wegwerfen bewahren können. Wir müssen sie durch gute und fachliche Aufklärungsarbeit kennenlernen und ausprobieren“, so Verbraucherschutzminister Werner Schwarz.
Zum Auftakt der Aktionswoche findet bereits am 28. September der Online-Vortrag „Teller statt Tonne“ statt. Teilnehmer erhalten eine Einführung in das Thema Lebensmittelverschwendung und erfahren Tipps zur Hygiene, Lagerung und zum Umgang mit Lebensmitteln. Ab dem 02. Oktober räumt die VZSH außerdem auf ihren Instagram- (verbraucherzentrale_sh), Facebook- und YouTube-Kanälen mit „unfassbaren“ Lebensmittelmythen auf.

Mindestens haltbar oder zu verbrauchen?

Lebensmittelkennzeichnungen bergen die Gefahr, missverstanden zu werden. So ist etwa das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) kein Wegwerfdatum. Der Hersteller garantiert dem Verbraucher lediglich, dass produktspezifische Eigenschaften, wie zum Beispiel die Konsistenz beim Joghurt oder die Farbe der Konfitüre, bis zum angegebenen Datum gewährleistet sind. Auch nach Ablauf des MHD sind daher viele Produkte noch genießbar. „Wer sich unsicher ist, sollte den eigenen Sinnen vertrauen: Alles, was wie gewohnt aussieht, riecht und schmeckt, ist sehr wahrscheinlich noch genießbar“, so Levke Schwanz, Ernährungsexpertin der VZSH. Speziell bei Konserven oder trockenen Lebensmitteln wie Reis oder Nudeln sagt das MHD kaum etwas über den Zeitpunkt aus, ab dem diese Lebensmittel nicht mehr gegessen werden sollten. 

Anders sieht es mit leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fleisch oder Fisch aus. Sie werden in der Regel mit einem Verbrauchsdatum gekennzeichnet. Denn anders als beim MHD besteht beim Verzehr eines Lebensmittels mit überschrittenem Verbrauchsdatum die Gefahr, dass es keimbelastet und gesundheitsschädigend ist. „Ist das Verbrauchsdatum überschritten, sollte das entsprechende Lebensmittel entsorgt werden“, so Levke Schwanz. 

Erst planen, dann kaufen:

Der Wochenplan: Empfehlenswert ist ein Wochenplan, der als Speiseplan für die gesamte Woche dient. Unnötig häufige Gänge in den Supermarkt sind so vermeidbar. Das spart Zeit und Geld. Wer darauf achtet, welche Zutaten im Laufe der Woche in verschiedenen Rezepten wiederholt zum Einsatz kommen, kann clever haushalten. Wer Reste gleich für den nächsten Tag einplant, kommt mit weniger Lebensmitteln und Zeitaufwand aus. 

Die Einkaufsliste: Eine Einkaufsliste oder Notizen im Smartphone erinnern daran, was zu Hause wirklich fehlt und wovon im Vorratsschrank noch ausreichend vorhanden ist. Neben der Zeitersparnis punkten Verbraucher damit, dass nichts überflüssig gekauft wird. Wer im Supermarkt auf unnötiges Hin- und Herlaufen verzichten möchte, bringt seine Lebensmittel auf der Liste in die Reihenfolge, in der die Regale angeordnet sind.

Die Lagerung im Blick behalten:

Auf die Lagerung kommt es an: Lebensmittel, die richtig gelagert werden, halten länger. Wichtig ist dabei zu beachten, dass Lebensmittel sich in ihren optimalen Lagerbedingungen unterscheiden. 

Überblick behalten: Nach dem Einkauf sollten die Lebensmittel ihrem Mindesthaltbarkeits- beziehungsweise Verbrauchsdatum entsprechend gelagert werden: „Wer die neue hinter die alte Ware ins Regal oder in den Kühlschrank einsortiert, weiß, was als nächstes verbraucht werden soll“, so Levke Schwanz. 

Resteverwertung statt Restetonne:

Zu viel gekocht? Kein Grund zum Wegwerfen: Reste halten sich gut verschlossen mehrere Tage im Kühlschrank oder können portionsweise eingefroren werden. Manches kann auch am Folgetag in einem anderen Gericht verarbeitet werden.  
Vor allem diejenigen, die für ungewohnt viele Gäste kochen, verschätzen sich leicht mit den Mengen. Übriggebliebenes landet oft im Abfall und verursacht damit vermeidbare Kosten. Der Portionsplaner ist ein Tool der Verbraucherzentrale, das die notwendige Lebensmittelmenge errechnet: Pro Person zeigt der Planer an, welche Mengen für die Vor- Haupt- und Nachspeise einzuplanen sind.  

Nicht alles ist für die Tonne: Besonders Obst und Gemüse bieten viel Potenzial beim Abfallsparen. Viele Sorten müssen nicht geschält werden und liefern in und unter der Schale wertvolle Vitamine, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Wer den Bio-Apfel doch lieber ohne die Schale isst, kann aus ihr einen fruchtigen Tee zubereiten. Vorsicht gilt aufgrund der Pestizidbelastung bei der Schale von Lebensmitteln aus konventionellem Anbau. „Auch eine verschrumpelte Möhre muss nicht zwingend in der Tonne landen. Geraspelt verfeinert sie Saucen oder Salate. Aus dem Strunk von Brokkoli oder Blumenkohl lassen sich zusammen mit Kartoffeln cremige Pürees kreieren“, so Levke Schwanz. 

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

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