Frühzeitig vorsorgen und berufliche Chancen nutzen
Ein zentraler Baustein für finanzielle Sicherheit im Alter ist eine möglichst stabile Erwerbsbiografie. Berufstätigkeit, Weiterbildung und Qualifikation erhöhen langfristig die Einkommensperspektiven und damit auch die Rentenansprüche. „Die beste Absicherung gegen Altersarmut sind eine möglichst stabile Erwerbsbiografie und gute Qualifikation“, so Michael Herte, Finanzexperte der VZSH. „Deshalb sollten Frauen jede Chance zur Weiterbildung und zum beruflichen Aufstieg nutzen. Ein höheres Einkommen wirkt sich nicht nur im Alltag aus, sondern auch direkt auf die späteren Rentenansprüche.“
Fünf Schritte zu einer besseren Altersvorsorge
Wer seine finanzielle Zukunft absichern möchte, sollte frühzeitig aktiv werden. Diese Schritte können dabei helfen:
- Rentenansprüche klären - Der erste Schritt ist eine Kontenklärung bei der Deutschen Rentenversicherung. Dabei wird geprüft, welche Zeiten der Erwerbstätigkeit und Kindererziehung angerechnet wurden und wie hoch die zu erwartende Rente ausfallen könnte.
- Freiwillige Beiträge prüfen - Für Selbstständige, Beamtinnen, Frührentnerinnen oder Personen ohne Pflichtbeiträge kann es sinnvoll sein, freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Damit lassen sich Rentenansprüche erhöhen. Der monatliche Mindestbeitrag liegt 2026 bei 112,16 Euro. Auch gelten Schulzeiten ab dem 17. Geburtstag für die Rente mit. Hier sind freiwillige Einzahlungen möglich.
- Sonderzahlungen nutzen - Beschäftigte ab 50 Jahren können nach den Regeln der sogenannten Flexirente Sonderzahlungen leisten, um Abschläge bei einem vorzeitigen Renteneintritt auszugleichen. Bleibt der Renteneintritt unverändert, erhöht sich die spätere Rente. Unter bestimmten Voraussetzungen sind solche Zahlungen steuerlich absetzbar.
- Staatliche Förderung nutzen – aber Kosten prüfen - Riester-Verträge können insbesondere für Eltern mit geringem Einkommen durch staatliche Zulagen attraktiv sein. Allerdings sollten Interessierte genau auf Abschluss- und Verwaltungskosten achten, da diese den finanziellen Vorteil deutlich schmälern können.
- Langfristig Vermögen aufbauen - Als flexible Ergänzung zur Altersvorsorge können Fonds- oder ETF-Sparpläne geeignet sein. Schon mit kleinen monatlichen Beträgen lassen sich langfristig Vermögenswerte aufbauen. Voraussetzung ist ein ausreichend langer Anlagehorizont – idealerweise zehn bis zwanzig Jahre – sowie eine breite Streuung der Anlagen.
Finanzplanung in allen Lebensphasen wichtig
Die eigene Finanzplanung sollte regelmäßig überprüft und an veränderte Lebenssituationen angepasst werden – etwa bei Berufseinstieg, Familiengründung, Teilzeitphasen oder Trennung. Auch ein finanzieller Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben kann helfen, unerwartete Belastungen abzufedern.
Pink Tax – weniger verdienen, mehr zahlen?!
Obwohl Frauen im Schnitt weniger verdienen als Männer, zahlen sie bei manchen Produkten und Dienstleistungen trotzdem mehr. Farbe, Verpackung oder Duft – die Pink Tax beschreibt Preisunterschiede bei Produkten und Dienstleistungen, die speziell für Frauen vermarktet werden, sich aber nur geringfügig von vergleichbaren Produkten für Männer unterscheiden.
Tipp: Verbraucherinnen können Preise vergleichen und auch geschlechtsneutral vermarktete oder als „für Männer“ gekennzeichnete Produkte wählen, wenn diese günstiger sind. Werden Dienstleistungen allein wegen des Geschlechts teurer angeboten, kann dies gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstoßen.
FAQ: Finanzen für Frauen
- Warum sind Frauen häufiger von Altersarmut betroffen?
Frauen verdienen in Deutschland weiterhin im Durchschnitt weniger als Männer. Laut Statistischem Bundesamt lag der Gender Pay Gap 2025 bei 16 Prozent. Außerdem arbeiten Frauen häufiger in Teilzeit oder unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit wegen Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen. Diese Faktoren führen zu geringeren Rentenansprüchen und erhöhen das Risiko für Altersarmut.
- Was ist der wichtigste Schutz gegen Altersarmut?
Eine möglichst stabile Erwerbsbiografie mit guter Qualifikation und Weiterbildung. Ein höheres Einkommen wirkt sich direkt auf die Rentenansprüche aus.
- Was können Frauen konkret tun, um ihre Altersvorsorge zu verbessern?
Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein empfiehlt fünf zentrale Schritte:
Rentenansprüche klären: Eine Kontenklärung bei der Deutschen Rentenversicherung zeigt, welche Zeiten angerechnet wurden und wie hoch die voraussichtliche Rente ist.
Freiwillige Beiträge prüfen: Selbstständige oder Personen ohne Pflichtbeiträge können freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.
Sonderzahlungen nutzen: Ab 50 Jahren können Einzahlungen geleistet werden, um Abschläge bei vorzeitigem Renteneintritt auszugleichen.
Staatliche Förderung prüfen: Riester-Verträge können insbesondere für Eltern mit geringem Einkommen attraktiv sein, allerdings sollten Kosten genau geprüft werden.
Vermögen aufbauen: Fonds- oder ETF-Sparpläne können langfristig eine flexible Ergänzung zur Altersvorsorge sein.
- Wann sollte man sich um Altersvorsorge kümmern?
Je früher, desto besser. Ein früher Start ermöglicht es, auch mit kleineren monatlichen Beträgen langfristig Vermögen aufzubauen.
- Warum ist Finanzplanung in verschiedenen Lebensphasen wichtig?
Lebenssituationen verändern sich – etwa durch Berufseinstieg, Familiengründung, Teilzeitphasen oder Trennung. Deshalb sollte die Finanzplanung regelmäßig überprüft und angepasst werden.
- Was bedeutet „Pink Tax“?
Mit „Pink Tax“ werden Preisunterschiede bei Produkten oder Dienstleistungen bezeichnet, die speziell für Frauen vermarktet werden. Diese sind manchmal teurer als vergleichbare Produkte für Männer.
- Was können Verbraucherinnen gegen die Pink Tax tun?
Ein Preisvergleich lohnt sich. Oft sind geschlechtsneutral vermarktete Produkte oder solche aus dem „Männersegment“ günstiger. Werden Dienstleistungen ausschließlich wegen des Geschlechts teurer angeboten, kann dies gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstoßen.