Ihr gemeinnütziger Verein für Information, Beratung, Bildung und Interessenvertretung.

 

Generali ignorierte gesetzliche Vorgaben

Stand:
Eine Kundin der Generali Lebensversicherung AG vermisste in ihrer Standmitteilung wichtige Leistungsdaten ihres Vertrages. Begründung des Versicherers: Dies sei aufgrund technischer Gegebenheiten leider nicht möglich gewesen.
Off

Standmitteilungen sind so etwas wie der jährliche Kontoauszug von Lebens- und Rentenversicherungen. In der Standmitteilung erfährt der Versicherte, wie sich sein Vertrag entwickelt und mit welcher Leistung er in Zukunft rechnen kann. So die Theorie. In der Praxis ist das leider nicht immer so. Bereits im Sommer 2016 hatten die Marktwächterexperten den Informationsgehalt und die Vergleichbarkeit von Standmitteilungen untersucht und zum Teil erhebliche Mängel entdeckt. Die damalige Untersuchung war Ausgangspunkt einer verbraucherfreundlichen Gesetzesänderung im Sommer 2018. Sie verpflichtet Versicherer zu mehr Transparenz gegenüber ihren Kunden. Doch nicht alle Versicherer halten sich an die gesetzlichen Vorgaben.

Eine Kundin der Generali Lebensversicherung AG beschwerte sich über eine Standmitteilung, datiert auf Oktober 2018, in der sie wichtige Leistungsdaten ihres Vertrages vermisste. Nach eingehender Prüfung stellte sich heraus, dass die Standmitteilung tatsächlich nicht die gesetzlichen Vorgaben erfüllte und die Angaben zur Ablaufleistung bei Beitragsfreistellung und der garantierten Überschussbeteiligung fehlten. Laut Auskunft des Versicherers sei eine fristgerechte Umsetzung zum 1. Juli 2018 aufgrund technischer Gegebenheiten leider nicht möglich gewesen.

„So eine Gesetzesänderung fällt ja nicht plötzlich vom Himmel. Die Unternehmen hatten genug Vorlauf, ihre Standmitteilungen an die neuen Vorgaben anzupassen“, kritisiert Sandra Klug, Teamleiterin der Marktwächter der Verbraucherzentrale Hamburg. „Leidtragende sind die Kunden, denen wichtige Leistungsdaten ihres Vertrages vorenthalten werden. Kunden sollten die Generali damit nicht durchkommen lassen und ihr Recht auf diese Angaben einfordern.“

Hausfront mit mehreren Balkonen mit Steckersolarmodulen

Neue Gesetze und Normen für Steckersolar: Was gilt heute, was gilt (noch) nicht?

Für Balkonkraftwerke gelten zahlreiche Vorgaben, die politisch oder technisch definiert sind. Was ist heute erlaubt und was nicht? Verschaffen Sie sich einen Überblick über Änderungen und Vereinfachungen.
Logos der Apps Facebook und Instagram auf einem Smartphone

Abo für Facebook und Instagram: Neue Klage gegen Meta

Geld bezahlen oder personalisierte Werbung sehen: Vor diese Wahl stellen Facebook und Instagram ihre Mitglieder seit November 2023. Die Verbraucherzentrale NRW klagt jetzt in einem zweiten Verfahren gegen den Betreiberkonzern Meta. Ein erstes Verfahren war bereits erfolgreich.
Düstere Schwarz-Weiß-Aufnahme eines Mannes, der vor einem Laptop sitzt

Betrug: Phishing-Mails und falsche SMS von Ministerien und Behörden

Aktuelle Entwicklungen machen sich Kriminelle schnell zu Nutze. So auch zu den Themen Inflation, Energiekrise und nationale Sicherheit. Der Betrug kommt per SMS, E-Mail oder auf falschen Internetseiten. In diesem Artikel warnen wir vor verschiedenen aktuellen Betrugsmaschen.