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5 häufige Kostenfallen im Alltag

Stand:

Hinter Schnäppchen und Gewinnversprechen stecken oft üble Tricks, mit denen Verbrauchern das Geld aus der Tasche gezogen werden soll. Wir warnen vor 5 Kostenfallen, denen Verbraucher immer wieder begegnen.

 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Zu lange Vertragslaufzeiten, die Horrorrechnung vom Schlüsseldienst oder ein unerwünschter Wechsel des Energieanbieters: In vielen Bereichen sind Verbraucher in Deutschland immer noch nicht ausreichend geschützt.
  • Zum Weltverbrauchertag machen die Verbraucherzentralen auf fünf Kostenfallen im Alltag aufmerksam, über die sich Verbraucher immer wieder beschweren.
  • Neben der Wachsamkeit der Verbraucher ist auch die Politik gefordert, die Schlupflöcher für unseriöse Anbieter zu schließen.
Eine junge Frau sitzt mit verärgertem Gesicht und verschränkten Armen auf einem Sofa
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Anlässlich des Weltverbrauchertages ziehen die Verbraucherzentralen Bilanz: Kostenfallen lauern im Verbraucheralltag an vielen Stellen. Dies sind fünf der wichtigsten, über die sich Verbraucher bei den Verbraucherzentralen immer wieder beschweren.

Kostenfalle 1: Plötzlich ändert sich der Energieanbieter

Immer wieder werden Verbrauchern unbemerkt Strom- und Gasverträge untergeschoben. Am Telefon oder an der Haustür nehmen Vermittler Kontakt auf. Im Gespräch geht es zwar um Energie und womöglich konkrete Tarifangebote. Zugleich fragen diese Vermittler aber Daten ab, die für einen Anbieterwechsel benötigt werden.

Dass der Vermittler im Namen des Verbrauchers einen Wechsel einleiten will, macht er dabei nicht deutlich. Die Betroffenen erfahren davon oft erst nachträglich - aus der Auftrags- oder Kündigungsbestätigung.

Kostenfalle 2: Zu lange Vertragslaufzeiten

Fitnessverträge, Partnervermittlungsverträge, Zeitschriftenabonnements oder auch Telefonverträge: Zu guten Konditionen bekommen Verbraucher oft nur Verträge mit einer zweijährigen Laufzeit angeboten.

Und die verlängern sich automatisch um ein weiteres Jahr, wenn der Verbraucher sie nicht rechtzeitig kündigt. Das wird von vielen schlicht übersehen oder gerät wieder in Vergessenheit, sodass sie länger als gewollt an ihren Vertrag gebunden sind.

Kostenfalle 3: Unerlaubte Telefonwerbung

Telefonwerbung gegenüber Verbrauchern ohne deren vorherige ausdrückliche Zustimmung ist unzulässig. Sie wird mit einem Bußgeld von bis zu 300.000 Euro belegt.

Trotz dieses Verbots halten die Verbraucherbeschwerden zu unerlaubter Telefonwerbung weiter an. Unseriöse Anbieter nutzen diese Anrufe häufig, um Verbrauchern ungewollte Zeitschriftenabos oder andere Verträge unterzuschieben.

Kostenfalle 4: Inkassokosten sind häufig zu hoch

Viele Inkassounternehmen machen selbst dann, wenn ihre Tätigkeit nur im Versenden eines Mahnschreibens besteht, Kosten von über 70 Euro geltend. Sie berufen sich dabei auf einen gesetzlichen Gebührenrahmen, der gewisse Spielräume lässt. Die geforderten Beträge erscheinen jedoch oft deutlich überhöht und unangemessen.

Ein weiteres Problem: Verbraucher sehen sich immer wieder Inkassoforderungen gegenüber, obwohl sie sich selbst gar nicht darüber bewusst sind, dass sie überhaupt in Verzug geraten sind. Häufig sind diese Forderungen unberechtigt.

Kostenfalle 5: Das Geschäft mit den Notdiensten

Unseriöse Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe nutzen Notlagen von Verbrauchern aus. Sie verlangen für häufig unsachgemäß durchgeführte Leistungen völlig überhöhte Beträge und drängen ihre Kunden zu einer sofortigen Bezahlung. Preise für eine einfache Türöffnung von über 1.000 Euro sind keine Seltenheit. Auch andere Bereiche wie die Schädlingsbekämpfung oder die Rohrreinigung fallen durch unsachgemäße Arbeiten und unverhältnismäßig hohe Geldforderungen auf.

Aus Sicht der Verbraucherzentralen ließen sich viele dieser Ärgernisse für Verbraucher beseitigen, wenn der Gesetzgeber einschreiten würde. Beispielsweise durch eine Bestätigungslösung für telefonisch geschlossene Verträge, die politisch längst im Gespräch ist. Ebenso fehlt eine klare Regelung für Inkassokosten. Für beides und weitere Ziele setzen sich die Verbraucherzentralen bundesweit ein.

Bis hier allerdings seitens der Politik Taten folgen, raten die Verbraucherzentralen allen, im Alltag sehr wachsam zu sein, Vertragsbedingungen und Geschäftsbedingungen da, wo es möglich ist, genau zu lesen und sich lieber einmal zu viel als zu wenig bei den Verbraucherberatungsstellen zu erkundigen.

Über den Weltverbrauchertag

Der Weltverbrauchertag wird jedes Jahr am 15. März begangen. Weltweit erinnern an diesem Tag Verbraucherorganisationen an die Schutzinteressen der Verbraucher, an grundlegende Verbraucherrechte sowie an die Notwendigkeit, sozialem Unrecht, ökologischem Raubbau und ökonomischem Machtmissbrauch zu begegnen.