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Coronavirus: Wie Sie sich schützen und wer sich testen lassen sollte

Stand:

Verbraucher sind verunsichert: Wie kann man sich vor dem Coronavirus schützen, wer sollte sich testen lassen und wo wendet man sich hin?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wegen der Coronavirus-Krise dürfen Hausärzte Patienten bis Ende Mai auch am Telefon krankschreiben. Das ist möglich, falls Sie eine leichte Atemwegserkrankung ohne Anzeichen für Corona haben.
  • Wenn Sie Symptome für Corona aufweisen, sollten Sie sich testen lassen – und zwar, falls Sie Kontakt zu Corona-Kranken hatten, in einem Gesundheitsberuf arbeiten oder älter sind / Vorerkrankungen haben.
  • Zur Vorsorge gelten ähnliche Tipps wie gegen die Grippe: Händewaschen, Vorsicht beim Husten und ein gewisser Abstand zu krank wirkenden Menschen.
  • Zum Schutz der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen wird dringend empfohlen, alle Kontakte auf ein unerlässliches Maß zu beschränken, um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten.
Eine kranke Frau sitzt auf dem Sofa und niest in ein Taschentuch
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Um welches Virus handelt es sich und welche Erkrankungen verursacht es?

Das neuartige Coronavirus, SARS-CoV-2, kann in erster Linie Erkrankungen der Atemwege verursachen und Symptome wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber, manchmal auch Durchfall. Bei schweren Verläufen können Atemprobleme oder Lungenentzündung hinzukommen. Deutsche Forscher haben im Kreis Heinsberg festgestellt, dass viele der dort von ihnen befragten Infizierten einen mehrtägigen Geruchs- und Geschmacksverlust beschreiben. Zum Beispiel konnten sie demnach ihr Shampoo nicht mehr riechen und Essen schmeckte ihnen fade.

Bei einem Teil der Patienten kann das Virus einen schwerwiegenden Verlauf nehmen. Todesfälle traten bisher vor allem bei Patienten auf, die älter waren und/oder chronische Grunderkrankungen hatten. Die ausgelöste Krankheit wird als COVID-19 bezeichnet. Das Wort setzt sich zusammen aus den englischen Begriffen Corona Virus Disease 2019.

Das Robert Koch-Institut (RKI) stuft das Risiko, das von Corona für die Bevölkerung ausgeht, derzeit als "hoch" ein. RKI-Präsident Lothar Wieler begründete die Änderung der Risikoeinschätzung mit der Dynamik der Pandemie und dem Anstieg der Fallzahlen.
 

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In der ersten Folge beschäftigen wir uns mit dem Thema: Einkaufen in der Corona-Pandemie

 

Welche Länder sind von Erkrankungen mit dem Coronavirus betroffen?

Das Virus verursachte im Dezember 2019 erstmals Erkrankungen in der chinesischen Provinz Wuhan. Inzwischen sind Länder rund um den Globus betroffen. In Deutschland hat die Bundesregierung drastische Einschränkungen des Alltagslebens verfügt. Schulen, Kitas, etliche Geschäfte und Freizeiteinrichtungen bleiben geschlossen. Viele Bundesländer haben einschränkende Besuchsregelungen für Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen und Pflegeheime erlassen. Denn das Coronavirus ist besonders für ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen und geschwächtem Immunsystem gefährlich.

Aktuelle Fallzahlen, betroffene Länder und Informationen zu Risikogebieten finden Sie beim Robert Koch-Institut unter www.rki.de/covid-19-risikogebiete und www.rki.de/covid-19-fallzahlen.


Alle unsere Verbraucher-Informationen zu Corona finden Sie übrigens auf unserer Übersichtsseite zum Thema.


Wann sollte man sich auf das Coronavirus testen lassen?

Das Robert Koch-Institut hat die Kriterien angepasst, nach denen Ärzte entscheiden sollen, welche Patienten auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 getestet werden sollen.

  1. Akute respiratorische Symptome (z.B. grippeähnliche Symptome wie Husten, Schnupfen, Halskratzen, Fieber) und Kontakt zu einer infizierten Person in den letzten 14 Tagen.
  2. Vom Arzt festgestellte Hinweise auf eine virale Lungenentzündung im Zusammenhang mit einer Fallhäufung in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern.
  3. Vom Arzt festgestellte Hinweise auf eine virale Lungenentzündung ohne Hinweis auf eine andere Ursache.
  4. Akute respiratorische Symptome (z.B. grippeähnliche Symptome wie Husten, Schnupfen, Halskratzen, Fieber) bei Risikogruppen (Alter über 60, immunsupprimiert, onkologische Behandlung etc.) oder Beschäftigten im Pflegebereich, in Arztpraxen oder Krankenhäusern.
  5. Nur bei ausreichender Testverfügbarkeit: akute respiratorische Symptome (z.B. grippeähnliche Symptome wie Husten, Schnupfen, Halskratzen, Fieber) ohne Risikofaktoren.

Nach dem Robert Koch-Institut kann es bei Patienten, die milde erkrankt sind, vorkommen, dass sie momentan nicht getestet werden können. Sie sollten "zuhause bleiben und Kontakt zu anderen meiden", meldet das RKI.

Das Robert Koch-Institut empfiehlt inzwischen die generelle Testung aller Atemwegserkrankungen auf eine mögliche Corona-Infektion. Tests seien nicht mehr an die Bedingung geknüpft, dass es ausreichend Kapazitäten gebe, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade.

Wohin wenden Sie sich, wenn Sie sich testen lassen möchten?

Der erste Ansprechpartner ist der Hausarzt. Rufen Sie in der Praxis an und schildern Ihren Verdacht.

  1. Handelt es sich um eine leichte Atemwegserkrankung ohne Anzeichen für Corona, kann Sie der Hausarzt schon am Telefon für bis zu sieben Tage krankschreiben (Arbeitsunfähigkeit, AU). Sie müssen dann nicht mehr in die Praxis. Eine Verlängerung für weitere sieben Tage ist ebenfalls am Telefon möglich.
  2. In solchen Fällen einer leichten Atemwegserkrankung ist eine telefonische AU auch möglich, wenn bei Ihnen der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht. Sollte zusätzlich ein Test erforderlich sein, informiert der Arzt Sie darüber, wo Sie sich testen lassen können. Ist für diese Untersuchung eine Überweisung erforderlich, schickt der Arzt Ihnen die Überweisung per Post zu. Achtung: Falls Sie als Verdachtsfall mit leichten Symptomen nach Rücksprache mit dem Arzt erst einmal zu Hause bleiben und es Ihnen dann doch schlechter geht, rufen Sie unverzüglich wieder beim Arzt an und geben Sie Bescheid!
  3. Hält Ihr Hausarzt beim Anruf einen Besuch der Praxis für sinnvoll, wird er einen Termin mit Ihnen vereinbaren. Bei diesem Termin sollten Sie bei Verdacht auf Corona räumlich oder zeitlich von anderen Patienten getrennt sein. Wenn eine Indikation zur Testung vorliegt, sollte der Hausarzt einen Rachenabstrich machen und an ein geeignetes Labor versenden oder einen Termin für ein Testzentrum veranlassen.

Die telefonische Krankschreibung ist eine Sonderregelung, die Krankenkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung wegen der Coronavirus-Krise getroffen haben. So sollen Praxen entlastet und Ansteckungen vermieden werden. Diese Regelung ist noch einmal verlängert worden - bis 31. Mai. Ab dem 1. Juni gilt dann wieder das reguläre Verfahren.

Auch für die telefonische AU-Bescheinigung benötigen Ärzte zwar die Versichertenstammdaten aus Ihrer elektronischen Gesundheitskarte. Das sollen die Arztpraxen aber ebenfalls am Telefon regeln können: Waren Sie im aktuellen Quartal bereits in der Praxis, ist dabei die elektronische Gesundheitskarte eingelesen worden und die Versichertendaten liegen bereits vor. Kennt man Sie in der Praxis, können die Mitarbeiter Ihre Daten aus der Patientenakte übernehmen. Waren Sie noch nie in der Praxis, in der Sie anrufen, kann Sie das Personal am Telefon nach Ihren Versichertendaten fragen und sie händisch einpflegen.

Alle Regelungen für eine Krankschreibung am Telefon gelten übrigens auch, falls Ihr Kind krank ist und Sie deshalb als Elternteil Krankengeld haben möchten.

Ersteinschätzung zu Infektion auch telefonisch unter 116 117 möglich

Unter der Rufnummer 116 117 des ärztlichen Bereitschaftsdiensts können Sie nun auch eine telefonische Ersteinschätzung erhalten, ob sie möglicherweise an COVID-19 erkrankt sind.

Wählen Sie die Nummer und fragen nach der Ersteinschätzung, wird man Sie nach Patienten­daten wie Geschlecht und Alter, chronischen Krankheiten, Vorerkrankungen und Medika­tion, Leitsymptomen und Begleitbeschwerden abfragen. Das Ergebnis ist dabei keine Diagnose, sondern eine Einschätzung, wie dringlich eine Behandlung ist.

Sie bekommen außerdem eine Empfehlung, wer für Sie die richtige Anlaufstelle für eine Behandlung ist.

Mit dem digitalen Gesundheitslotsen können Sie via Chat in wenigen Schritten klären, ob Sie Symptome des Coronavirus aufweisen und erhalten eine Risikoabschätzung, ob es sich tatsächlich um Corona handeln könnte.

Weitere verlässliche Antworten und konkrete Informationen, wie Sie sich schützen und anderen helfen können finden Sie auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums https://www.zusammengegencorona.de.

Weitere Informationen zu Corona erhalten Sie auch bei den zuständigen Stellen in Ihrem Bundesland. Einige haben spezielle Telefonnummern geschaltet.

  • Falls Sie in Baden-Württemberg wohnen, können Sie sich an die spezielle Hotline zu Corona wenden: 0711 / 90439555, täglich von 9 bis 18 Uhr.
  • Verbraucher in Berlin können sich an die dortige Hotline wenden: 030 / 90282828, täglich von 8 bis 20 Uhr.
  • In Hamburg gibt es eine Hotline unter: 040 / 428284000, jederzeit erreichbar.
  • Das Land Hessen hat für Verbraucher aus Hessen eine Hotline für Fragen zum Corona-Virus eingerichtet: 0800 / 5554666, montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr.
  • Für NRW: Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat ein Bürgertelefon zum Coronavirus: 0211 / 91191001, montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr. Außerdem gibt es im Internet eine Sonderseite der Landesregierung.
  • Für Rheinland-Pfalz hat das Land eine Hotline für Fragen zum Corona-Virus eingerichtet: 0800 / 5758100, montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr. Bei Verdacht auf eine Corona-Infektion sollten Betroffene sich aber zunächst telefonisch bei der rheinland-pfälzischen 24-Stunden-Hotline "Fieberambulanz" unter der Nummer 0800 / 9900400 melden.
  • In Thüringen hat das Landesamt für Verbraucherschutz eine Hotline unter: 0361 / 573815099, montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 15 Uhr.

Corona-Selbsttest: Eignen sich Do-it-yourself-Tests für zu Hause?

Viele Menschen wüssten gerne, ob sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Von Do-it-yourself-Sets für den Corona-Selbsttest zu Hause ist jedoch weiterhin abzuraten. Die privat zu tragenden Kosten können eine Fehlinvestition sein:

  • Begrenzte Tests: Alle Menschen in Deutschland auf Coronavirus-Infektionen zu testen, ist logistisch nicht möglich.
  • PCR-Test kompliziert: Der PCR-Test ist der genaueste Corona-Test, gleichwohl aber auch aufwändig und muss korrekt durchgeführt werden. Laut Robert Koch-Institut (RKI) sollten 2 Proben genommen werden: aus den oberen und den unteren Atemwegen. Das selbst richtig zu machen, kostet Überwindung.
  • Antikörper-Tests nur Momentaufnahme: Frei verkäuflich sind häufig Antikörper-Test. Doch Antikörper bilden sich meist erst ein bis zwei Wochen nach dem Beginn einer Infektion mit dem SARS-Cov-2-Virus. Zudem gibt es große Qualitätsunterschiede bei der Treffsicherheit der Tests. Ein negatives Ergebnis schließt daher eine Infektion nicht sicher aus, sondern müsste durch andere Laborverfahren bestätigt werden.
  • Hohe Fehleranfälligkeit: Viele Faktoren wie eine schlechte Probenqualität, ein unsachgemäßer Transport oder der falsche Zeitpunkt der Probenentnahme können das Ergebnis eines Selbsttests verfälschen.

Wer charakteristische Erkältungssymptome zeigt und unsicher ist, sollte sich statt auf einen Corona-Selbsttest auf die bekannten telefonischen Hilfsangebote zurückgreifen. Die Gesundheitsexperten entscheiden dann, ob ein Test durchgeführt werden sollte oder nicht.

Wie wird das Virus übertragen?

Man geht davon aus, dass die Übertragung überwiegend von Mensch zu Mensch durch Atemwegströpfchen erfolgt, wie bei der Grippe. Deshalb gilt Vorsicht beim Sprechen, Niesen und Husten.

Neben der Tröpfcheninfektion kommen auch Kontakt- und Schmierinfektionen in Betracht, weshalb eine gute Händehygiene sinnvoll ist.

Laut Robert Koch-Institut weisen - auch wenn eine abschließende Bewertung derzeit schwierig sei - bisherige Untersuchungen darauf hin, dass SARS-CoV-2-Viren auch über Aerosole im gesellschaftlichen Umgang in besonderen Situationen übertragen werden können. Daraus ergibt sich die Empfehlung, Räume, in denen sich mehrere Personen aufhalten, regelmäßig und gut zu lüften.

In der Regel können Betroffene für andere ansteckend sein, sobald die Symptome eintreten. In einigen Fällen können aber auch Patienten mit milden oder fehlenden Symptomen ansteckend sein.

Kann Corona durch Waren und Lebensmittel, z.B. aus China, übertragen werden?

Es ist unwahrscheinlich, dass die Coronaviren (SARS-CoV-2) über importierte Lebensmittel oder andere Waren, zum Beispiel importiertes Spielzeug, übertragen werden (Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), abgerufen am 27.2.2020). Denn in der Umwelt, besonders auf trockenen Oberflächen, sind die Viren nicht stabil. Sie werden innerhalb kurzer Zeit inaktiv und sind dann nicht mehr ansteckend.

Das BfR teilt außerdem mit, dass derzeit keine Fälle bekannt sind, bei denen nachgewiesen wurde, dass sich Menschen über Lebensmittel oder andere Produkte infiziert haben. Das gilt auch für andere Coronaviren.

Wer in Quarantäne muss bzw. freiwillig zu Hause bleiben sollte

Grundsätzlich sollte derzeit jeder wenn möglich zu Hause bleiben. Zudem hat die Bundesregierung gemeinsam mit den Ministerpräsidenten der Länder am 22. März ein bundesweites Kontaktverbot ausgesprochen. Für zunächst 14 Tage dürfen Restaurants und Dienstleister wie Friseure nicht mehr öffnen. Draußen sollen Sie außerdem mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen halten. Sie dürfen draußen maximal eine andere Person treffen, die nicht in Ihrem Haushalt wohnt. Details dazu haben wir in unseren Corona-FAQ zusammengestellt.

Achten Sie zu Hause darauf, die Zimmer regelmäßig zu lüften. Falls Ihr Hausarzt einen Verdacht auf Corona feststellt, muss er das dem Gesundheitsamt melden. Patienten, die nur leicht erkrankt sind, müssen nicht zwangsläufig in einem Krankenhaus aufgenommen werden, können aber unter häusliche Beobachtung gestellt werden. Wenn das Laborergebnis vorliegt, in der Regel am gleichen Tag oder Folgetag, wird das weitere Vorgehen vom Gesundheitsamt festgelegt.

Reiserückkehrer aus Italien, Österreich und der Schweiz sollen sich außerdem nach Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums vom 13. März 2020 selbst in Quarantäne begeben. "Wenn Sie innerhalb der letzten 14 Tage in Italien, in der Schweiz oder in Österreich waren: Vermeiden Sie unnötige Kontakte und bleiben Sie zwei Wochen zu Hause", schrieben Minister Jens Spahn und sein Ministerium auf Twitter. Dies gelte "unabhängig davon, ob Sie Symptome haben oder nicht".

Übrigens müssen Angestellte und Selbstständige keine Sorge vor Einkommenseinbußen haben. Wenn das Gesundheitsamt eine offizielle Quarantäne für Sie anordnet (zu Hause oder in einer Klinik), dann zahlt bei Angestellten in der Regel der Arbeitgeber weiter Lohn. Selbstständige erhalten eine Vergütung für ihren Verdienstausfall. Wer nach einem Urlaub in einem Risikogebiet freiwillig zu Hause bleibt, sollte sich mit seinem Arbeitgeber, der Krankenkasse bzw. dem örtlichen Gesundheitsamt abstimmen.

Informationen für Berufstätige rund um Corona finden Sie auch beim Bundesarbeitsministerium.

Wie lange dauert die Inkubationszeit?

Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Inkubationszeit bis zu 14 Tagen beträgt. Als Inkubationszeit wird der Zeitraum von der Infektion bis zum Ausbruch erster Symptome bezeichnet.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Infos, dass zum Beispiel Nahrungsergänzungsmittel vor Corona-Erkrankungen schützen, sind falsch! Mehr dazu lesen Sie hier. Vor allem in sozialen Medien werden solche Fake-News schnell verbreitet. Vertrauen Sie in Ihrem eigenen Interesse bitte den Aussagen aus seriösen Quellen wie zum Beispiel dem Robert Koch-Institut, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) oder den Ministerien. Einige Links finden Sie am Ende dieses Textes.

Nach bisherigem Wissensstand zu möglichen Übertragungswegen schützen

  1. Husten- und Nies-Etikette,
  2. Händehygiene und
  3. 1 bis 2 Meter Abstand zu krankheitsverdächtigen Personen.

Diese Maßnahmen sind übrigens immer sinnvoll: Sie schützen gerade in der Erkältungs- und Grippezeit auch vor einer Infektion mit anderen Erregern.

Viele Verbraucher sind beunruhigt, weil sowohl in den Apotheken, als auch in den Drogerien Händedesinfektionsmittel meist nicht mehr erhältlich sind. Aber: Händewaschen ist eine ebenfalls sehr wirksame und einfache Methode, um sich und andere vor Infektionen zu schützen. Allerdings waschen viele Menschen ihre Hände zu kurz und reduzieren damit die Anzahl der Keime auf der Haut nicht wirksam. Gründliches Händewaschen sollte 20 bis 30 Sekunden dauern und umfasst 5 Schritte:

  1. Hände unter fließendes Wasser halten, Temperatur kann man so wählen, wie es einem angenehm ist.
  2. Hände gründlich einseifen: Handaußen- und -innenflächen, Fingerspitzen, Daumen und Fingerzwischenräume, Fingernägel.
  3. Seife 20 bis 30 Sekunden gründlich einreiben.
  4. Hände unter fließendem Wasser abspülen. In öffentlichen Toiletten Wasserhahn mit einem Einweghandtuch oder dem Ellbogen schließen.
  5. Hände gründlich abtrocknen, in öffentlichen Toiletten am besten mit einem Einmalhandtuch.

Wenn keine Waschmöglichkeiten zur Verfügung stehen, sollte man zumindest vermeiden mit den Händen Mund, Augen oder Nase zu berühren oder mit den Händen Speisen zu essen.

Normale Seife ist ausreichend. Bisher gibt es keine Studien, die zeigen, dass die Verwendung von Seifen mit antimikrobiellen Zusätzen für die Allgemeinbevölkerung einen Nutzen bringt. Selbst wenn keine Seife vorhanden ist, reduziert das Waschen mit Wasser die Anzahl der Krankheitserreger.

Husten- und Nies-Etikette

  • Halten Sie beim Husten oder Niesen Abstand von anderen Personen und drehen sich weg.
  • Niesen oder husten Sie in ein Einwegtaschentuch, das sie anschließend entsorgen bzw., bei einem Stofftaschentuch, in die 60-Grad-Wäsche geben.
  • Waschen Sie nach Naseputzen, Husten oder Niesen immer die Hände!
  • Haben Sie kein Taschentuch griffbereit, husten oder niesen Sie in die Armbeuge und wenden sich dabei von anderen Personen ab.

Ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum Schutz vor Atemwegserkrankungen sinnvoll?

Die Frage ist nicht nur unter Fachleuten umstritten. Die Bundesländer haben dennoch eine Maskenpflicht beschlossen – die meisten ab dem 27. April. Den Zeitpunkt für Ihr Bundesland und die genauen Regelungen finden Sie z.B. auf der Internetseite Ihrer Landesregierung. Oft gilt die Maskenpflicht unter anderem in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Der Hintergrund: Dort ist es nicht immer möglich, den korrekten Abstand zu anderen einzuhalten. Die zentralen Hygienemaßnahmen wie Händehygiene sollten dabei aber nicht vernachlässigt werden.

Wenn eine erkrankte Person einen Mund-Nasen-Schutz trägt, kann dadurch das Risiko einer Ansteckung anderer Personen beim Sprechen, Husten oder Niesen verringert werden. Dabei muss der Mund-Nasen-Schutz aber eng getragen und regelmäßig gewechselt oder gründlich gereinigt werden, weil er durch den Atem mit der Zeit feucht wird und die Virenbarriere dadurch schwindet.

Es gibt dagegen keine Nachweise dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person verringert.

Unbenommen davon sind die Empfehlungen für Atemschutzmasken für medizinisches Personal.

Ausführliche Informationen zu Mund-Nase-Schutz, auch zu selbstgemachten Masken, geben wir in einem separaten Artikel.

Wie sinnvoll sind kostenpflichtige Selbsttests aus dem Internet?

Vermehrt werden Tests im Internet angeboten, die selbst durchzuführen und zu bezahlen sind. Die Test-Kits enthalten z.B. einen Tupfer für den Abstrich, einen Fragebogen und eine Verpackung. Auch wenn viele Menschen gerne Sicherheit hätten und sich einen Test wünschen, ist das nicht ratsam. Denn die Labore, die die sogenannten PCR-Tests auswerten können, sind derzeit ausgelastet mit den Tests von Menschen, auf die die oben genannten Kriterien des Robert Koch-Instituts zutreffen. Der Berufsverband Deutscher Laborärzte betont, dass Tests nach medizinischer Notwendigkeit priorisiert werden müssen.

Zudem ist nicht klar, welche Labore mit welchen Qualitätsstandards die privaten Tests analysieren. Auch können Fehler beim Abstrich, während des Transports oder im Labor den Test verfälschen. Weiterhin ist der Test nur eine Momentaufnahme. Selbst nach einem negativen Ergebnis könnte man sich direkt danach infizieren. Wenn der Test medizinisch notwendig ist, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten. Ob er notwendig ist, entscheidet der behandelnde Arzt.

Schnelltests, mit denen eine Bestätigung der Infektion mit dem Coronavirus ganz alleine zu Hause durchgeführt und ausgewertet werden kann, ähnlich wie ein Schwangerschaftstest, gibt es bislang nicht.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gegen das Coronavirus stehen zur Verfügung?

Eine spezifische Therapie steht derzeit nicht zur Verfügung. Erkrankte werden entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes symptomatisch behandelt, z.B. mit Gabe von Sauerstoff, Flüssigkeit und Antibiotika bei bakteriellen Begleitinfektionen.

Quellen / weitere Informationen

Informationen zum Coronavirus beim Gesundheitsamt Frankfurt

FAQ zu Corona beim Robert Koch-Institut

Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (unter anderem zu Hygiene bei Husten und Niese sowie Händewaschen)

Bundesarbeitsministerium zu Fragen von Berufstätigen

Die Bundesregierung stellt außerdem Informationen zu Corona in Leichter Sprache bereit.

Der Verein Ethno-Medizinisches Zentrum hat einige Informationen zu Corona und den Regelungen in Deutschland auf verschiedene Sprachen übersetzt - damit Menschen mit Migrationshintergrund sich möglichst gut informieren können.