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Weltspartag 2015

Stand:

Am Freitag, dem 30.10.2015, ist es wieder so weit. <br/>
Seit 1925 feiern viele Banken und Sparkassen in Deutschland traditionell am letzten Werktag im Oktober den Weltspartag.

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Erfunden wurde dieser Tag des Sparens, um die von der Wirtschaftskrise der 20er Jahre geplagte Bevölkerung dazu zu bringen, sich selbst eine finanzielle Grundlage aufzubauen, die als Sicherheitspolster oder Altersvorsorge dienen kann.

Was damals aus der Not entstanden ist, ist leider so aktuell wie noch nie. Demografischer Wandel, das niedrige Zinsniveau und das ständig sinkende Rentenniveau drohen immer mehr Rentner in die Altersarmut zu treiben.

Bereits heute ist die gesetzliche Rente keinesfalls hoch genug, um den gewohnten Lebensstandard zu sichern. Wer als Westdeutscher 45 Jahre durchschnittlich verdient und damit und einen Entgeltpunkt pro Jahr erreicht hat, erhält, wenn er heute fristgerecht in Altersrente geht, 1.263,- Euro Bruttorente.

Durchschnittlich verdient bedeutet dabei, dass in jedem der 45 Berufsjahre die jeweilige Bezugsgröße erlangt wurde. Diese liegt im Jahr 2015 bei immerhin 2.835,- Euro, die im Monat brutto auf dem Gehaltszettel stehen müssten.

Wenn ein Durchschnittsverdiener in der Vergangenheit also weder eine betriebliche Altersvorsorge erhalten hat noch privat vorgesorgt hat, sinkt sein Einkommen auf weniger als die Hälfte. Wer sich nun mit der Berechnung seiner eigenen Rente vertieft auseinandersetzen möchte, kann in der hier verlinkten Publikation der Deutschen Rentenversicherung mit dem Titel "Rente: So wird sie berechnet" nachschlagen.

Nach dieser unschönen Rechnung sollten am Freitag nicht nur die Kinder ihre Sparschweine bei der Bank abgeben und die Münzsortiermaschinen zum Klingeln bringen, sondern auch die Erwachsenen einmal darüber nachdenken, wie sie ihren Ruhestand finanzieren.

Denn was das Sparen angeht sind die Erwachsenen in Deutschland leider kein besonders gutes Vorbild. Weniger als 10 % des verfügbaren Einkommens wird in einem durchschnittlichen Haushalt auf die hohe Kante gelegt. Dabei wird bestimmt niemand von sich behaupten, mit dem Geld sorglos umzugehen, aber:

führen Sie eigentlich ein Haushaltsbuch,

laufen irgendwelche Geräte in Ihrem Haushalt auf Standby,

heizen und lüften Sie optimal

und wie viel Ihrer Einkäufe landet wöchentlich im Abfall?

Wenn Sie jeden Tag zu einem kleinen Weltspartag machen, bleibt ganz sicher etwas übrig, um es anzulegen. Wer dann auch noch die richtigen staatliche Förderungen beantragt und bei der Auswahl der Anlageprodukte auf deren versteckte Kosten achtet, kann dem Ruhestand etwas zuversichtlicher begegnen.

Weitere Informationen und Beratung zum Thema Altersvorsorge und Geldanlage wie auch sämtliche Tipps zu Einsparpotential im Haushalt bieten die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Zum Schluss noch die Bemerkung am Rande, dass der Weltspartag und Halloween traditionell auf den gleichen Tag, den 31. Oktober fallen. Ein Schelm ist, wer Böses dabei denkt. Doch wer sich einmal richtig gruseln möchte, braucht sich nur die aktuellen Konditionen für Spareinlagen im Vergleich zu den Dispozinsen anschauen.