Ihr gemeinnütziger Verein für Information, Beratung, Bildung und Interessenvertretung.

Themen: Geld & Versicherungen | Digitale Welt Lebensmittel | Umwelt & Haushalt Gesundheit & Pflege | Energie | Reise & Mobilität | Verträge & Reklamation

Digitales Bezahlen - so zahlen Sie sicher

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Was sind Fake Shops, wie funktioniert kontaktloses Bezahlen, wie schafft man teure Leistungen auf der Handyrechnung aus der Welt? Wir beantworten acht wichtige Fragen zum digitalen Bezahlen.
Tastatur mit Smartphone, online shopping
Den Einkauf an der Supermarktkasse kontaktlos bezahlen oder den Fahrschein mit dem Smartphone lösen: Digitales Bezahlen bietet viele Möglichkeiten.
On

Die neuen Funktionen bergen aber auch Risiken. Zum Weltverbrauchertag geben wir Tipps, damit der digitale Einkauf nicht zum Sicherheitsrisiko wird.

1. Welche Bezahlmethode ist sicher beim Online-Kauf?

Wer im Internet einkauft, der kann schnell auf Probleme stoßen. Manchmal wird gar keine Ware geliefert, das Gelieferte entspricht nicht der Bestellung oder nach einem Widerruf wird das Geld nicht zurückgezahlt.

  • Vermeiden Sie Zahlungen mittels Vorkasse, wenn Sie einen Händler noch nicht kennen.
  • Wählen Sie, wenn möglich, den Kauf auf Rechnung.
  • Beachten Sie, dass der Einsatz bestimmter Bezahlmethoden in wenigen Fällen mit ausgewiesenen Zusatzkosten verbunden sein kann.

2. Wo und wann besteht "Käuferschutz"?

Der sogenannte "Käuferschutz" ist eine Art Versicherung für den Kauf im Internet. Dabei verspricht der Anbieter eines Zahlungsdienstes, etwa Paydirekt oder Paypal, zum Beispiel das Geld zurückzuzahlen, wenn es Probleme bei der Bestellung gibt. Es handelt sich dabei um eine zusätzliche Leistung, welche nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Insofern kommt es hier auch immer auf das Kleingedruckte der Anbieter an. Der Käuferschutz beschränkt sich meist nur auf zwei Situationen: die Ware wird nicht geliefert oder es wird eine falsche Ware geliefert.

  • Informieren Sie sich, welche Leistungen der Käuferschutz im Einzelfall umfasst.
  • Probleme bei der Durchführung des Widerrufs und der Gewährleistung sind meist nicht abgesichert.
  • Prüfen Sie daneben auch, welche Möglichkeiten außerhalb des Käuferschutzes bestehen, das Geld zurückzuholen. Bei Kreditkarten etwa gibt es Möglichkeiten, unter dem Begriff "Chargeback" über das kartenausgebende Institut Ihr Geld bei Problemen zurückzufordern.

3. Was tun, wenn etwas schief geht? Wie komme ich an mein Geld?

Manchmal reagieren Händler gar nicht auf eine Bestellung und behalten schon gezahltes Geld ein. Nicht immer können Sie Ihr Geld aber so einfach und ohne Angabe von Gründen wie im Lastschriftverfahren zurückbuchen lassen.

  • Bevor Sie versuchen, Ihr Geld zurückzuholen, suchen Sie am besten den Kontakt mit Ihrem Vertragspartner und bitten Sie um eine Klärung. Lassen Sie sich aber nicht zu lange vertrösten, um nicht Fristen zu verpassen.
  • Wenden Sie sich an den Betreiber des gewählten Bezahlsystems oder an das kartenausgebende Institut, um eine Rückzahlung zu veranlassen.
  • Beachten Sie bei ausgeführten Überweisungen, dass eine Rückbuchung hier grundsätzlich nicht möglich ist.

4. Was tun, wenn jemand mit meinen Daten einkauft?

Wenn Sie Abbuchungen für Zahlungen auf Ihren Abrechnungen entdecken oder Rechnungen für Bestellungen erhalten, die Sie selbst nicht in Auftrag gegeben haben, sind Sie wahrscheinlich Opfer eines Identitätsdiebstahls. Ein Dritter kauft unter Nutzung zu Ihren Lasten ein.

  • Melden Sie den Missbrauch von Bezahlmitteln dem Betreiber sofort, nachdem Sie davon Kenntnis erlangt haben.
  • Wenden Sie sich auch an die Polizei und informieren Sie den betroffenen Anbieter.
  • Sperren Sie betroffene Nutzer-Konten und ändern Sie Passwörter.

5. Wie kann ich mich vor Identitätsdiebstahl schützen?

Um sich vor Nutzung sensibler Daten durch Kriminelle zu schützen, sollten Sie sich beim digitalen Bezahlen umsichtig verhalten.

  • Verwenden Sie sichere und lange Passwörter aus Groß- und Kleinbuchstaben mit Sonderzeichen. Nutzen Sie für Ihre Benutzerkonten unterschiedliche Passwörter.
  • Öffnen Sie keine E-Mail-Anhänge von unbekannten Absendern und geben Sie nicht sensible Daten an, wenn das in einer E-Mail gefordert wird.
  • Kontrollieren Sie Kontoauszüge oder Buchungsbestätigungen aufmerksam auf ungewollte Zahlungen.
  • Geben Sie so wenig Daten wie möglich von sich preis.

6. Wie erkenne ich "Fake Shops"?

Betrüger im Internet gehen immer heimtückischer vor. Mit professionell gestalteten Internetseiten spiegeln sie Seriosität vor und locken mit auffällig günstigen Preisen. Doch wer über Vorkasse zahlt, erhält seine Ware nicht oder bekommt eine Produktfälschung zugeschickt. Unser Tipp erläutert, woran man einen "Fake Shop" erkennt.

  • Achten Sie auf ein vollständiges Impressum. Vorsicht bei Unternehmen mit Sitz im Ausland.
  • Bezahlen Sie nicht per Vorkasse. Seien Sie wachsam, denn oft werden bis zum letzten Bestellschritt mehrere Zahlungsmöglichkeiten suggeriert und bei der eigentlichen Bestellung wird dann nur noch Vorkasse angeboten.
  • Prüfen Sie Unternehmen, die Ihnen bislang unbekannt sind, anhand von Erfahrungsberichten anderer Verbraucher im Netz und beachten Sie unsere wichtigsten Erkennungszeichen von Fake-Shops.

7. Wie funktioniert Mobiles Bezahlen über Funkwellen?

An immer mehr Kassen in Deutschland können Sie mit funkfähigen Karten oder Smartphones nach dem Standard NFC bezahlen. Zum Bezahlen müssen Karten oder Geräte nur vor das Lesegerät gehalten werden. Für Beträge bis 25 Euro wird in der Regel keine PIN abgefragt. Viele Kreditinstitute geben neue Karten nur noch mit kontaktloser Bezahlfunktion heraus.

  • Bevor Sie sich für eine kontaktlose Bezahlmethode entscheiden, erkundigen Sie sich am besten, wo Sie damit schon einkaufen können.
  • Die Funkkarten können nur auf sehr kurze Distanz von Fremden ausgelesen werden. Spezielle, bei Kreditinstituten und im Handel erhältliche Schutzhüllen blockieren die Funkwellen.

8. Drittanbieter - Abzocke auf der Mobilfunkrechnung

Viele haben das schon erlebt: Auf der Mobilfunkrechnung erscheinen unerklärliche Posten für Leistungen, die man gar nicht bestellt hat. Hintergrund dafür sind Verträge mit sogenannten Drittanbietern, die am Smartphone oder Tablet unter oft fragwürdigen Bedingungen zustande gekommen sind. Über das sogenannte WAP-Billing rechnen die Anbieter direkt über den Mobilfunkanbieter ab.

  • Vorsicht bei Werbeeinblendungen, die Downloads anbieten. Schon wenige Klicks können in ein Abo führen.
  • Richten Sie für Ihren Mobilfunkanschluss eine sogenannte Drittanbietersperre ein. Die Einrichtung ist kostenfrei.
  • Mit der Sperre können nach Wahl entweder alle oder nur bestimmte Anbieter gesperrt werden.