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Versicherungen für Berufsanfänger

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Mit dem Start ins Berufsleben sollten sich junge Leute auch den leidigen Themen Versicherung und Altersvorsorge widmen. Das wenige vorhandene Geld muss optimal eingesetzt werden – die Absicherung vor existenzbedrohenden Risiken steht an erster Stelle.

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Von Michael Herte

Die wichtigste Versicherung ist die Krankenversicherung - sie ist auch gesetzliche Pflicht. Für alle, die eine betriebliche Ausbildung beginnen, gilt die Familienversicherung nicht mehr. Die Beitragssätze - derzeit einheitlich 14,6 Prozent des Bruttolohns - und Mindestleistungen der Krankenkassen sind gesetzlich vorgegeben, ein Vergleich lohnt sich aber im Hinblick auf Zusatzleistungen. Wer zu Beginn der Ausbildung selbst keine Krankenversicherung gewählt hat, für den legt der Arbeitgeber die Krankenkasse fest.

Nicht gesetzlich vorgeschrieben, doch ebenso unverzichtbar wie die Krankenversicherung ist eine private Haftpflichtversicherung. Selbstverursachte Schäden in der Freizeit werden hierdurch abgedeckt. Ohne eine solche Versicherung bleibt man auf den verursachten Kosten sitzen, was zum persönlichen Ruin führen kann. Bevor eine eigene Haftpflichtversicherung abgeschlossen wird, sollte zunächst geklärt werden, ob die Eltern eine private Haftpflichtversicherung haben, in der man selbst noch mitversichert ist. Dies ist häufig der Fall, so lange man noch zu Hause wohnt.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung auch schon in der Ausbildung oder im Studium zu haben, macht durchaus großen Sinn, da in der Regel noch keine gesetzlichen Ansprüche gegenüber dem gesetzlichen Rentenversicherungsträger bestehen. Man sollte beim Vertragsabschluss auf eine "Nachversicherungsgarantie" achten, um später ohne erneute Gesundheitsprüfung die Versicherungsleistung ihrem Bedarf entsprechend zu erhöhen.

Wer jetzt noch Geld übrig hat, kann über die Altersvorsorge nachdenken. Je eher man anfängt fürs Alter zu sparen, desto weniger muss man hierfür monatlich anlegen. Die Altersvorsorge basiert auf drei Säulen: der gesetzlichen Rente, der betrieblichen und der privaten Vorsorge. Besonders auf die betriebliche und private Altersvorsorge kann man Einfluss nehmen. Private Altersvorsorge bedeutet im Grunde, dass man Geld spart und vielleicht noch staatliche Förderungen erhält. Hier ist es wichtig, dass Sparverträge flexibel sind und jederzeit ohne Verluste gekündigt werden können, falls das Geld für andere Zwecke benötigt wird. Kapitalbildende Lebens- oder Rentenversicherungen sind hierfür ungeeignet. In Betracht könnten auch eine Unfall-, Rechtsschutz- oder private Krankenzusatzversicherung kommen. Ohne eine vorherige unabhängige Beratung, wie sie die Verbraucherzentrale anbietet, sollte kein Vertrag unterschrieben werden.