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Verbraucherschutz für Fernwärmekunden muss verbessert werden!

Stand:

In der letzten Zeit suchen immer mehr Verbraucher wegen Fragen oder Problemen zu Fernwärmerechnungen und Verträgen die Verbraucherzentrale auf.

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Sie sind erschrocken über die Höhe der Jahresrechnung und wollen diese überprüfen lassen. Andere erhalten plötzlich von ihren Fernwärmelieferanten Vertragsänderungen oder gar neue Verträge, die kräftige Preiserhöhungen z. T. mit neuen Preissystemen bedeuten. Weitere wundern sich über eine Erhöhung der Anschlussleistung, die ihnen nicht gerechtfertigt erscheint. Verbraucher, die sich bewusst für ein Niedrigenergiehaus oder eine solche Mietwohnung entschieden haben, verstehen nicht, warum sie trotz des geringen Energieverbrauchs hohe Kosten für die Wärme haben.

Die Vorteile

  • Eine zentrale Wärmeerzeugung kann ökologischer sein als Einzelfeuerungsanlagen.
  • In Wärmenetzen kann Kraftwärmekopplung, Abwärme aus der Industrie, Energie aus der Müllverbrennung und erneuerbare Energie sinnvoll genutzt werden.
  • Ein Fernwärmeanschluss ist meist kostengünstiger als eine eigene Heizungsanlage.
  • Es entfällt der Aufwand für Wartung, Energiebeschaffung und ggf. Lagerung.

Die Nachteile:

  • Die Entscheidung für einen Fernwärmeanschluss ist eine für mindestens 15 Jahre.
  • Im Neubau ist sie meist nicht mehr revidierbar. Ersten besteht oft Anschluss- und Benutzungszwang. Zweitens lassen sich Schornstein und andere Heizsysteme nachträglich nicht mehr oder nur mit erheblichem Aufwand installieren.
  • Die Preisgestaltung ist meist ebenso wenig nachvollziehbar wie die Preisänderungsklauseln. Ohne fachliche Unterstützung ist es kaum möglich, den Preis für den eigenen Fernwärmebedarf zu ermitteln. Preise und Vertragsbedingungen sind häufig nicht im Internet veröffentlicht.
  • Die Preise sind aufgrund der unterschiedlichen Preissysteme nicht vergleichbar. Denn die Kosten für Fernwärme setzen sich aus den unterschiedlichsten Bausteinen wie Grundpreis, Leistungspreis, Arbeitspreis, Messpreis, Verrechnungspreis o.ä. zusammen. Jeder Anbieter verwendet andere Bausteine.
  • Die Tendenz der Anbieter, die Grundpreise stärker zu erhöhen als die Arbeitspreise oder gar eine Mindestanschlussleistung vorzugeben, erschwert die Bemühungen Energie zu sparen. Das kann die Klimaschutzziele der Bundes- und Landesregierung gefährden.
  • Auch über die Qualität der Fernwärme, d.h. welche Brennstoffe werden in welchem Verhältnis eingesetzt, geben die meisten Anbietern keine Informationen.

Transparenz über die Vertragsgestaltung, die Preise und die Qualität ist also nicht vorhanden – ein Beleg für lokale Monopole. Und in Monopolen bedürfen die Verbraucher ganz besonderen Schutzes. In diesem Zusammen müssen die Kontrollbehörden gestärkt werden! Außerdem müssen durch weitere Gesetzesänderungen die Pflichten der Anbieter erhöht und die Rechte der Verbraucher verbessert werden.