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Neue Regeln seit 15.8.: Diese Elektrogeräte gehören zum Elektroschrott

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Elektroschrott können Sie bei Händlern abgeben. Das betrifft auch den Online-Handel.
  • Bei größeren Geräten klappt das im Tausch alt gegen neu.
  • Die Sammelstellen der Kommunen gibt es weiter als kostenlose Alternative.
  • Seit 15. August 2018 zählen mehr Gegenstände als bisher zum Elektroschrott.
Große alte Elektrogeräte in einem Container
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Kaputter Fön, defekter Toaster, aussortierter Computer – vielfach gammeln ausgemusterte Geräte im Keller vor sich hin oder landen unnütz in der Mülltonne. Nur rund 42 Prozent der jährlich anfallenden fast zwei Millionen Tonnen werden ordnungsgemäß entsorgt. Laut Gesetz sollen es mindestens 65 Prozent bis 2019 sein.

Um eine sachgerechte Entsorgung der Haushalts- und Hightech-Utensilien und die Verwertung von darin verwendeten Rohstoffen stärker anzukurbeln, gibt es neben den kommunalen Sammelstellen weitere Anlaufstellen, wo Sie ausgediente Geräte loswerden können: Seit 24. Juli 2016 müssen auch größere Einzel- oder Online-Händler elektrische und elektronische Oldies zurücknehmen.

Durch die Rücknahmepflicht haben Sie mehr Möglichkeiten, Ihre Altgeräte abzugeben. So können verwertbare Teile daraus recycelt werden und der restliche Schrott wird richtig entsorgt.

Welcher Händler muss zurücknehmen?

Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern müssen kostenfrei Altgeräte zurücknehmen. Verkauft der Laden neben Elektrogeräten auch weitere Waren, zählt nur die Fläche mit elektronischen Produkten. Bei Online-Händlern wie Otto oder Amazon zählt die Lagergrundfläche, auf der Elektrowaren stehen.

Für Verbraucher kann es mitunter im Geschäft schwierig sein, die Fläche zu schätzen. Bei Online-Händlern haben Sie kaum eine Chance, die Lagerfläche zu erfahren. Die Branchengrößen dürften aber alle in der Rücknahmepflicht sein. Vorsicht gilt bei Dritthändlern, die über Portale wie Amazon ihre Waren verkaufen: Die können durchaus kleiner sein und sind dann nicht in der Pflicht.

Eine freiwillige Rücknahme ist immer möglich: Das machen einige kleinere Händler und Hersteller auch schon länger. Dieser Service muss für Verbraucher kostenlos sein, lediglich Transportkosten können in Rechnung gestellt werden.

Kommunen sammeln weiterhin

Für die Sammlung von Elektro-Altgeräten müssen Kommunen nach wie vor Sammelstellen (meist Recyclinghöfe) vorhalten. Dort können Sie alle Altgeräte kostenlos abgeben. Für eine Abholung bei Ihnen kann die Kommune allerdings Gebühren verlangen.

Welche Gerätegrößen müssen zurückgenommen werden?

Geräte mit einer Kantenlänge unter 25 Zentimetern (also: jede Seite des Geräts darf nicht länger sein) müssen immer zurückgenommen werden – unabhängig davon, ob Sie es in dem bestimmten Laden gekauft haben oder dort nun ein neues Gerät kaufen. Die Geschäfte können dafür Sammeltonnen aufstellen.

Für größere Geräte gilt das Prinzip alt gegen neu: Wird ein Gerät gekauft, muss ein Gerät der gleichen Kategorie (z.B. Fernseher gegen Fernseher) kostenfrei zurückgenommen werden. Weitere Klassiker sind Kühlschränke, Waschmaschinen und Wäschetrockner. Das gilt auch, wenn das Gerät (z.B. Waschmaschine) nach Hause geliefert wird. In diesem Fall müssen Sie beim Abschluss des Kaufvertrages dem Händler mitteilen, ob ein Altgerät bei Auslieferung mitgegeben wird. Dieser Service muss beim stationären Handel immer kostenlos sein, beim Online-Handel können ggf. Kosten anfallen.

Wie soll das bei Online-Händlern klappen?

Auch für den Online-Handel gilt die Rücknahmepflicht, sofern die Lagerfläche für Elektrogeräte mehr als 400 Quadratmeter beträgt. Der Online-Händler muss Ihnen beim Kauf eines Gerätes mitteilen, wo ein entsprechendes Alt-Gerät in zumutbarer Entfernung zurückgegeben werden kann oder eine Möglichkeit der kostenlose Rücksendung anbieten.

Im Gegensatz zum stationären Handel kann der Online-Handel selbst entscheiden, welche Form der Rücknahme er anbietet. Der Anbieter kann entscheiden, ob er die kostenlose Versendung der Altware ermöglicht, die kostenlose Rücknahme bei Anlieferung oder nur die kostenlose Rückgabe an einer Sammelstelle. In diesem Fall müssen Sie die alten Geräte zu dieser – teilweise weit entfernten – Sammelstelle auf eigene Kosten bringen.

Wird eine Sammelstelle benannt, dann entfällt damit beim Online-Handel eine sehr wichtige verbraucherfreundliche Regelung: die generell kostenlose Mitnahme des alten Elektro-Großgeräts, wenn ein neues Gerät geliefert wird. Der stationäre Handel ist verpflichtet, diesen Service kostenlos anzubieten, wenn dies beim Kauf vereinbart wird. Online-Händler können sich jedoch durch das Angebot von Sammelsystemen in "zumutbarer Entfernung" davon befreien und sich den "Mitnahme-Service" bei Anlieferung des neuen Gerätes von Ihnen bezahlen lassen. Das ist derzeit leider rechtens. Sie sollten sich deshalb unbedingt beim Online-Kauf nach den Rückgabekonditionen erkundigen und Anbieter vergleichen.

Was genau fällt unter "Elektroschrott"?

Mehrere Elektrogeräte wie Kühlschrank, PC, Monitor, Lampen, Leuchtmittel, Staubsauger, Bohrmaschine
Solche Geräte gelten nach ihrer Nutzung als Elektroschrott.

Bis auf wenige Ausnahmen fallen alle Geräte, die Strom – ob aus der Steckdose, dem Telefonkabel oder einer Batterie – für ihre Funktion benötigen, unter das "Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG)". Neu dabei sind zum Beispiel Pedelecs bis maximal 25 km/h, Photovoltaikmodule, Nachtspeicheröfen und Leuchten.

Vorsicht bei Nachtspeicheröfen: Enthalten alte Heizkörper Asbest, müssen die Öfen fachmännisch abgebaut und verpackt werden. Die öffentlichen Sammelstellen nehmen die Heizungen mit den giftigen Fasern kostenlos entgegen. Nach vorheriger Anmeldung holen Mitarbeiter die alten Öfen auch ab.

Seit dem 15. August 2018 gehören auch Produkte zum Elektroschrott, wenn sie fest verbaute elektrische oder elektronische Bestandteile enthalten. Dazu zählen Schuhe mit beleuchteter Sohle, Rucksäcke mit fest vernähter Be­leuchtung, Badezimmerschränke mit fest eingebautem beleuchteten Spiegel, ein elektrisch verstellbarer Fernseh­sessel oder ein Tresor mit elektrischem Schloss.

Fest verbunden? Kompletter Artikel ist Elektroschrott

Wenn bei all diesen Gegenständen der elektr(on)ische Bestandteil fest mit dem Produkt verbunden ist oder nur unter sehr großer Anstrengung und nicht ohne Beschädigungen ausgetauscht werden kann, dann ist das gesamte Produkt Elektroschrott. Es spielt keine Rolle, ob Sie diese Produkte noch nutzen, wenn die Elektronik kaputt ist, was ja z.B. bei den Sportschuhen möglich ist. Am Lebensende gehören sie dann in die Elektro-Altgeräte-Sammlung.

Nicht fest verbunden? Nur elektr(on)ische Teile sind Elektroschrott

Es gibt Möbelstücke und andere Produkte, bei denen die Elek­trik/Elektronik nicht fest eingebaut ist. Diese Teile können einfach ab­montiert und defekte Teile ausgetauscht bzw. nachgerüstet werden. Dazu gehört z.B. der Badezimmer- oder Wohnzimmerschrank, bei dem die Beleuchtung nur angeschraubt wurde. Oder der Na­ben-Dynamo am Fahrrad bzw. die nachrüstbare elektrische Gangschal­tung fürs Rad. Hier fallen nur die elektrischen Bestandteile unter das Gesetz und müssen bei den Elektro-Altgeräte-Sammelstellen bzw. im Handel zurückgegeben werden.

Was fällt nicht unter "Elektroschrott"?

  • Nicht-schadstoffhaltige Lampen – also Glühlampen und Halogenlampen – können weiterhin über den Restmüll entsorgt werden.
  • Mechanisches Spielzeug wie aufziehbare Figuren gehören auch in die Restmülltonne.
  • Batterien und Akkus, die ohne das Gerät, in dem sie stecken, weggeworfen werden sollen, müssen nach wie vor zurück zum Handel gebracht oder können freiwillig von kommunalen Sammelstellen zurückgenommen werden.
  • Autoradios gelten als fest in das Auto eingebaute Geräte und fallen deshalb nicht unter das entsprechende Gesetz. Fragen Sie bei Ihrer Gemeinde oder dem örtlichen Entsorger nach, wie entsorgt werden soll.
  • Warmwassergeräte und Klimageräte werden als "feste Installationen" gewertet und fallen ebenfalls nicht unter das Gesetz.

Sonderfall Tonerkartuschen und Druckerpatronen

Bei Tonerkartuschen und Druckerpatronen muss man genau hinsehen. Es gibt sowohl Modelle, in denen elektronische Bauteile enthalten sind, als auch welche, die nur mechanische Teile beinhalten, etwa reine Tonerbehälter. Mit elektrischen Bauteilen gehören sie in den Elektroschrott - nur mit mechanischen Bauteilen gehören sie in den Restmüll. Beide Modelle können aber auch in die (freiwilligen) Sammlungen der Händler gegeben werden. Wenn Sie nicht sicher sind, was für Ihren Toner bzw. Ihre Druckerpatrone zutrifft, fragen Sie beim Hersteller nach.

Lässt sich auch mit kaputten Geräten Geld verdienen?

Ja, Sie können defekte Elektrogeräte auch verkaufen. Allerdings ist dann eine sachgerechte Entsorgung nicht sichergestellt. Schrotthändler verdienen hauptsächlich an Metallteilen Geld. Womöglich werden die kaputten Geräte illegal ins Ausland transportiert und nicht recycelt. Wir raten deshalb nicht zu einem Verkauf.

Warum ist ein Recycling der alten Geräte sinnvoll?

Nicht einmal die Hälfte der Elektrogeräte in Deutschland wird recycelt. Das bedeutet, dass große Mengen wertvoller und knapper werdender Metalle unwiederbringlich verloren gehen, aber auch Schadstoffe nicht sicher entsorgt werden.

In den Geräten stecken beispielsweise Schwermetalle wie Quecksilber, Blei und Kadmium, aber auch Flammschutzmittel und FCKW. Für alle gilt: Sie können Gesundheit und Umwelt gefährden. Umgekehrt lassen sich aus Geräten auch wertvolle Stoffe gewinnen wie etwa Gold, Platin, Kupfer und sortenreine Kunststoffe. Je nach Gerätetyp müssen laut Gesetz zwischen 75 bis 85 Prozent der gesammelten Altgeräte verwertet werden.

Altgeräte, die nicht sachgerecht entsorgt werden, können die menschliche Gesundheit und Umwelt gefährden. Das gilt ganz besonders, wenn Altgeräte als Gebrauchtwaren oder illegal nach Asien oder Afrika exportiert werden. Dort gefährden täglich Menschen, auch Kinder, ihre Gesundheit, um mit primitiven Mitteln die Rohstoffe (z.B. Kupfer aus PVC-Kabeln) aus dem Elektroschrott wieder nutzbar zu machen. Zudem verseuchen die vielen Schadstoffe Böden und Luft.

Was kann ich tun, wenn sich der Händler weigert, etwas anzunehmen?

Kontaktieren Sie die zuständige Ordnungsbehörde (das Ordnungsamt) Ihrer Gemeinde. Das ist übrigens bei Problemen bei der Rückgabe von Pfandflaschen auch schon möglich. Oder wenden Sie sich an die Verbraucherzentrale.

Um Käufer an ihre Rückgabepflicht zu erinnern, müssen Elektro(nik)-Geräte mit dem Symbol einer durchgestrichenen Mülltonne gekennzeichnet sein. Doch das Verbot, Elektro-Oldies bedenkenlos wegzuwerfen, gilt ebenfalls für alle älteren, undeklarierten Geräte.

Nichts geht über länger nutzen:

  • Elektrogeräte werden oft ausrangiert, bevor sie nicht mehr funktionieren. Gerade im Bereich der Unterhaltungselektronik, bei IT- oder Telekommunikationsprodukten werden ständig neue Produkte auf den Markt gebracht. Ein Computer wird im Durchschnitt nur drei Jahre benutzt. Alles, was nicht kaputt ist, gehört nicht zum Elektroschrott!
  • Sozialkaufhäuser oder Secondhand-Läden sind eine Möglichkeit, alten Geräten zu einer zweiten Chance zu verhelfen.
  • Auch leicht defekte Geräte lassen sich oft mit wenigen Handgriffen wieder flott kriegen. Die Nachfrage beim Spezialisten lohnt sich in jedem Fall. Sie können auch ein Repair-Café besuchen, das es mittlerweile in vielen Orten gibt.