Ihr gemeinnütziger Verein für Information, Beratung, Bildung und Interessenvertretung.

Themen: Geld & Versicherungen | Digitale Welt Lebensmittel | Umwelt & Haushalt Gesundheit & Pflege | Energie | Reise & Mobilität | Verträge & Reklamation

Sommer, Sonne, Cybercrime

Stand:

Ein tolles Strandfoto auf Facebook teilen, noch einen kurzen WhatsApp-Gruß an die Familie senden und nebenbei nur schnell die E-Mails checken: Auch im Urlaub wollen viele Menschen nicht auf ihr Smartphone, Tablet oder Notebook verzichten. Für Millionen Internetnutzer, die statt des eigenen Vertrags gerne die kostenlosen Optionen vor Ort nutzen, wird das WLAN-Surfen im Ausland allerdings zum Verhängnis.

Off

Das zeigt eine neue Studie des amerikanischen Sicherheitsanbieters und Softwareentwicklers Intel Security.

Darin beschäftigte sich das Unternehmen mit dem Verhalten von Smartphone-Nutzern in ihrer Urlaubszeit. Ein Ergebnis der Studie: "54 Prozent der Deutschen würden einen einwöchigen Urlaub gar nicht erst antreten, wenn es am Reiseziel keinerlei Internetverbindung gäbe", so Intel Security im Juni. Viel zu groß ist die Angst davor, etwas Wichtiges zu verpassen oder schlichtweg nicht erreichbar zu sein.

Problematisch ist dabei aber nicht zwingend die vermeintliche Abhängigkeit nach Smartphone, Tablet und Co. Problematisch sind vor allem die Risiken, welche die Nutzung des WLANs im Ausland birgt. Die Studie schlüsselt nämlich ebenso auf, in welchen Ländern das Risiko einer Malware-Attacke, also der Infektion mit Schadprogrammen wie Viren oder Trojanern, auf mobile Endgeräte besonders hoch ist. Wenig überraschend: Am stärksten betroffen sind Länder wie Frankreich, die USA, Spanien, Großbritannien, Italien und die Türkei. Länder also, die laut Deutschem Reiseverband auch zu den beliebtesten Reisezielen aller Nationen zählen (Stand: 2015).

Absoluter Spitzenreiter im Hinblick auf Malware-Angriffe ist die USA mit einer alarmierenden Gesamtsumme von über 4,8 Millionen erfassten Vorfällen. Betrachtet man die Studienergebnisse allerdings in Relation zur Gesamteinwohnerzahl der untersuchten Länder, dann stellt sich heraus, dass Großbritannien mit über 60,5 Millionen Einwohnern und mehr als zwei Millionen Attacken das eigentliche Eldorado der Malware-Terroristen zu sein scheint. Ebenfalls mit erhöhter Gefahr müssen Spanien-Urlauber rechnen. Hier ermittelte Intel Security fast 1,7 Millionen Angriffe. Mobile Malware ist eine reale Bedrohung und sollte nicht ignoriert werden.

Eine gute Nachricht gibt es aber: Laut Studie sind im ersten Quartal 2016 die Malware-Fälle in den meisten untersuchten Ländern zurückgegangen. Die Ausnahme dabei macht Kuba, das zeitgleich auch zunehmend an touristischer Beliebtheit gewinnt. Hier gibt es zwar eine Steigerung an Cyber-Attacken, jedoch sind diese in der Gesamtzahl keinesfalls mit "Problemländern" wie der USA, England oder Spanien vergleichbar. Allgemein, fasst Intel Security zusammen, sollte gerade bei beliebten Reisezielen erhöhte Vorsicht gelten.

Die Top Five der am stärksten betroffenen Länder mit Malware-Angriffen (1. Quartal 2016):

USA 990707

Großbritannien 437246

Spanien 352509

Frankreich 141266

Türkei 115266

(Quelle: Pressemitteilung von Intel Security vom 28. Juni 2016. Titel: "Immer erreichbar! Deutsche wollen im Urlaub trotz Gefahren nicht auf ihr Smartphone verzichten. Die dazugehörigen Studienergebnisse finden Sie ebenfalls unter: https://sophiedermaux.carto.com/viz/70aa3e96-3949-11e6-8177-0ef7f98ade21/embed_map)

Wer sich also beim nächsten Sommerurlaub bestmöglich vor einem Angriff aus dem Netz schützen will, der sollte in jedem Fall darauf achten, noch vor der Reise einen Antivirenscanner zu installieren und das Klicken auf unbekannte Links zu vermeiden. Außerdem sollten Urlauber ihre mobilen Endgeräte ausschließlich über sichere Hotspots, also beispielsweise Hotspots der dortigen Telekommunikationsunternehmen, und nicht in Bars oder Cafés, mit dem Internet verbinden.

Und wer jedes unnötige Malware-Risiko im Urlaub vermeiden will, der kann ja immer noch sein Handy und Co. beiseitelegen und auf die traditionelle Variante eines Urlaubsgrußes zurückgreifen: die gute alte Postkarte.