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Selbstbestimmt bis zum Schluss

Stand:

Am Ende des Lebens steht der Tod. Die heutigen medizin-technischen Möglichkeiten, können diesen Zeitpunkt mitunter über einen langen Zeitraum hinauszögern – dies kann Fluch oder Segen sein.

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Der freie Wunsch der betroffenen Person soll im Vordergrund stehen – doch wenn von diesem für den Fall der Fälle nichts geregelt worden ist, wie lässt sich dann noch sein Wunsch ermitteln, wenn er sich selbst nicht mehr äußern kann? Die Zahl derjenigen Menschen, die pflegebedürftig zu Hause oder in Pflegeheimen versorgt werden, nimmt ständig zu. Auch junge Menschen werden durch Unfälle oder schwere Erkrankungen oft dauerhaft pflegebedürftig

Häufig sehen sich die Angehörigen einer Situation ausgesetzt, wo sie eine möglicherweise einsame Entscheidung treffen müssen.

Eine in gesunden Tagen verfasste Patientenverfügung kann in solchen Fällen für Klarheit über den Willen des Betroffenen sorgen. Sie nimmt zudem im Ernstfall die Last einer schweren Entscheidung von den Angehörigen.

Möglichst konkret ist hier zu beschreiben, in welchen Situationen eine Patientenverfügung gelten soll - wie beispielsweise die Sterbephase, das Endstadium einer unheilbaren Erkrankung oder dauernder Verlust der Einsichts- und Kommunikationsfähigkeit.

Aus der Patientenverfügung muss konkret und deutlich hervorgehen, welche Maßnahmen (wie etwa künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr, künstliche Beatmung) in welcher Situation durchgeführt oder unterbleiben sollen – je konkreter desto besser. Eine solche Verfügung gewährleistet eine Einflussnahme auf eine spätere ärztliche und pflegerische Behandlung und wahrt damit das Selbstbestimmungsrecht auch wenn man zum Zeitpunkt der Behandlung nicht mehr ansprechbar und nicht mehr einwilligungsfähig ist.

Die Verfügung darf allerdings nicht die Forderung nach aktiver Sterbehilfe enthalten.

Der formulierte Verzicht auf weitere Behandlung bei einer tödlich verlaufenden Krankheit bedeutet auch nie die völlige Einstellung der ärztlichen Versorgung, sondern kann nur den Verzicht auf bestimmte Medikamente, Transfusionen, Reanimation oder Operation bedeuten.

Die Versorgung hat dann nicht mehr eine Heilung zum Ziel, sondern die Erhaltung der bestmöglichen Lebensqualität. Ebenso wird die Pflege nicht eingestellt - selbst wenn man Derartiges fordert. Menschliche Zuwendung, Stillung von Hunger- und Durstgefühl sowie die ausreichende Zufuhr von Schmerzmitteln lässt sich durch die Patientenverfügung nicht unterbinden.