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Wann gibt es eine Lebensmittelwarnung?

Stand:

Fremdkörper oder Verunreinigungen gehören nicht in Lebensmittel. Geraten sie doch hinein, müssen Hersteller nicht sichere Produkte zurücknehmen oder zurückrufen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn Sie Dinge in Lebensmitteln finden, die dort nicht hinein gehören, reklamieren Sie die Produkte beim Händler oder Hersteller.
  • Auch die Ämter der Lebensmittelüberwachung sind in solchen Fällen geeignete Ansprechpartner.
  • Um nicht einwandfreie Lebensmittel aus dem Handel zurück zu holen, nutzen Hersteller Rücknahmen und Rückrufe.
Teller mit Besteck und Stop-Schild
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Salmonellen oder Coli-Bakterien, Metall- oder Kunststoffteilchen – die Gründe, aus denen vor Lebensmitteln gewarnt wird, ähneln sich oft. Wenn die betroffenen Produkte die Gesundheit gefährden, dann werden sie aus dem Verkehr gezogen und die Verbraucher werden darüber informiert. Was passiert hinter den Kulissen? Hier sind Antworten.

Wer etwas im Lebensmittel findet, das dort nicht hin gehört, kann sich ans zuständige Lebensmittelüberwachungsamt wenden. Zuständig ist das Amt, in dessen Bezirk der Händler sitzt, der das betroffene Produkt verkauft hat. Alternativ können sich Verbraucher auch an den Hersteller wenden. Wichtig ist, dass Fremdkörper gemeldet werden, damit die Lebensmittelüberwachung oder der Hersteller entsprechende Maßnahmen zum Schutz aller Verbraucher treffen können.

Mehr Info zum Reklamieren von Lebensmitteln

Besteht Anspruch auf Ersatz?

Verbraucher haben das Recht auf einwandfreie Produkte. Der Händler ist bei Beanstandungen erster Ansprechpartner für sie. Im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung können betroffene Kunden mit dem Kassenbon als Kaufnachweis ihr erworbenes Produkt zunächst gegen ein einwandfreies Lebensmittel umtauschen. Ist ein Umtausch nicht möglich, können sie ihr Geld zurück verlangen. Grundsätzlich muss der Verbraucher dabei beweisen, dass das Lebensmittel nicht einwandfrei ist.

Wer überwacht die Qualität von Lebensmitteln?

Fremdkörper können an jeder Stelle des Produktionsprozesses ins Lebensmittel geraten – sei es ein Käfer im Spinat, eine Metallschraube aus einer Maschine, Splitter aus einem verwendeten Glasbehälter oder ein Haar eines Mitarbeiters.

Schon bei den Rohstoffen fängt deshalb die Gefahrenanalyse an, geht über sämtliche Prozesse der Produktion, betrifft die Personalhygiene und die Kontrolle von Maschinen. Hersteller sind dazu verpflichtet, das Risiko einer Kontamination mit Fremdkörpern zu minimieren. Die Methoden reichen von einfachen Sieben, Filtern oder Magneten bis hin zu aufwändigen Geräten, die mit Hilfe von Röntgenstrahlen, Mikrowellen, Laser oder Ultraschall Fremdkörper verschiedenster Art erkennen können. Die Auswahl und der Einsatz der jeweiligen Maßnahmen hängen vom Produkt, dem Risiko von Fremdkörpern und der Unternehmensgröße ab.

Um Belastungen mit Keimen auszuschließen, lassen viele Hersteller die Lebensmittel in Labors untersuchen. Die amtliche Lebensmittelüberwachung überprüft durch Betriebs- und Produktkontrollen, ob Unternehmer die lebensmittelrechtlichen Vorschriften erfüllt haben.

Was ist eine Rücknahme?

Stellt ein Lebensmittelproduzent fest, dass seine Produkte, die noch nicht verkauft wurden, nicht einwandfrei sind, kann er sie aus dem Handel zurücknehmen. Das findet meist still und ohne öffentlichen Hinweis statt. Die Händler nehmen die Ware einfach aus den Regalen. Damit wird meistens ein Imageverlust vermieden, wenn die Qualität des Produkts nicht stimmt. Eine Pflicht zur Rücknahme besteht, wenn Produkte gesundheitsschädlich oder nicht zum Verzehr geeignet, also beispielsweise verdorben, sind.

Was ist ein Rückruf?

Bei einem Rückruf werden sowohl betroffene Produkte aus dem Handel genommen als auch Warnungen an Verbraucher veröffentlicht. Entdeckt ein Unternehmen, dass eines seiner produzierten Lebensmittel zu einer Gesundheitsgefährdung führen kann, so ist es zum Rückruf verpflichtet. Ruft das Unternehmen nicht zurück, muss die zuständige Behörde die Verbraucherschaft informieren.

Auf dem Online-Portal lebensmittelwarnung.de werden die öffentlichen Rückrufe vom Bund und von den Ländern veröffentlicht.

Zahl der Rückrufe gestiegen

Zwischen 2015 und 2018 ist die Zahl der Rückrufe von Produkten aus Deutschland gestiegen. Das zeigt die Auswertung des Europäischen Schnellwarnsystems für Lebens- und Futtermittel:

2015 2016 2017 2018
120 117 143 153

Dies deutet darauf hin, dass zu viele Unternehmen ihre Pflicht zur Eigenkontrolle vernachlässigen. Denn für die Sicherheit der angebotenen Lebensmittel sind in erster Linie die Hersteller verantwortlich. Aufgabe der amtlichen Lebensmittelüberwachung ist es u.a., die Eigenkontrolle der Unternehmen zu überprüfen. Doch auch hier gibt es erhebliche Lücken. In Deutschland sank die Zahl der Betriebskontrollen von 2007 bis 2017 um 22 Prozent.