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In Asien gekauft, in Deutschland geärgert!

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Der Einkauf asiatischer Produkte hat seine Tücken.

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Die Globalisierung hat es den Verbrauchern ermöglicht, per Mausklick Waren jeglicher Art rund um die Uhr aus den entferntesten Ecken der Welt kaufen zu können. Viele Verbraucher bestellen gerade von asiatischen Anbietern Kleidung oder elektronische Artikel, die in der Regel sehr günstig sind und oftmals auch noch bestimmten Marken verblüffend ähnlich sehen. Doch Vorsicht! Hier steckt der Teufel im Detail: Was viele Verbraucher im Kaufrausch übersehen, ist, dass viele der hier in Deutschland geltenden Verbraucherrechte in Asien entweder nicht gelten oder nicht durchsetzbar sind. So ist z.B. ein Widerruf so gut wie unmöglich. Gefällt die bestellte Ware nicht, macht ein Zurücksenden keinen Sinn, weil der Verbraucher sein Geld nicht zurückbekommt.

Die Einfuhrkosten

Was ebenfalls oftmals übersehen wird, sind die Kosten, die gegebenenfalls bei der Einfuhr entstehen. Nur innerhalb der Europäischen Union herrscht freier Warenverkehr. Beim Online-Einkauf aus dem übrigen Ausland müssen gegebenenfalls Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und weitere Gebühren gezahlt werden. Bei geringwertigen Artikeln ist eine Grenze besonders wichtig: Liegt der Wert einer Sendung unter 22 Euro (Warenwert, ausländische Umsatzsteuer und Porto zusammen), entstehen keine weiteren Kosten. Gerade bei Online-Shops, bei denen die Versandkosten bereits im Kaufpreis enthalten sind, lohnt es sich deshalb, eine Bestellung in Pakete von jeweils maximal 22 Euro Wert aufzuteilen.

Bis zur Grenze von 150 Euro fällt zwar kein Zoll an, dafür sind die Postsendungen aber mit der entsprechenden Einfuhrumsatzsteuer zu versteuern. Dabei gilt bis zu einem Warenwert von 700 Euro eine Pauschalsteuer von 17,5 Prozent. Über 700 Euro sind Zoll und zusätzlich die Einfuhrumsatzsteuer (meist 19 Prozent) zu zahlen, die Höhe der Zölle hängt von der Art der Ware ab (bis etwa 17 Prozent). Dazu kommen zum Teil noch Gebühren für die Verzollung, die das Postunternehmen erhebt.

Nichts als Ärger

Außerdem besteht bei Käufen von imitierter Markenware häufig die Gefahr, dass die Ware wegen des Verdachts auf Marken- und Produktpiraterie gleich einbehalten und später vernichtet wird. Letztlich muss noch darauf hingewiesen werden, dass Kleidung aus Fernost teilweise mit hochgiftigen Chemikalien behandelt wurden, so dass diese auch gesundheitliche Probleme wie Hautreizungen oder Allergien auslösen können. Diese Produkte sind mitunter so toxisch, dass die darin enthaltenen Chemikalien laut einer Studie von Greenpeace bereits deutsche Gewässer stark belasten. Das Fazit der Verbraucherzentrale fällt daher eindeutig aus: Hände weg!