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Haushaltsnahe Dienstleistungen – der Vertragsabschluss

Stand:

Erfahren Sie, was bei einem Vertrag mit einem Dienstleister wichtig ist.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Vertrag mit einem Dienstleister für Haushaltshilfen sollte schriftlich abgeschlossen werden.
  • Kosten und Leistungen werden einzeln aufgeschlüsselt.
  • Im Vertrag sind Kündigungsmöglichkeiten für beide Seiten enthalten.
  • Der Vertrag gibt an, was bei Terminabsagen passiert.
Ein älteres Paar unterschreibt einen Vertrag.
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Die ersten Schritte sind getan. Sie haben sich für Unterstützung im Haushalt entschieden, verschiedene Anbieter miteinander verglichen und nun ist Ihre Wahl auf ein Angebot gefallen. Jetzt sollen die Dinge verbindlich geregelt werden und der Anbieter bereitet einen Vertrag vor. Wir zeigen Ihnen, auf welche Punkte Sie bei einem Vertrag über haushaltsnahe Dienstleistungen achten sollten.

Das Angebot als Basis für den Vertrag

Die Basis für den Vertrag ist das Angebot. Das heißt: Der Vertrag sollte schriftlich auf der Grundlage des vorliegenden Angebots ausgearbeitet werden. Das ist bei allen Verträgen sinnvoll – egal, ob Sie sich länger binden oder nur eine einmalige Dienstleistung annehmen möchten.

  • Der Vertrag sollte übersichtlich gestaltet sein,
  • gut lesbar und
  • alle Punkte aus dem Angebot enthalten.
  • Zusätzlich sollte er auf alle Punkte eingehen, die im Erstgespräch besprochen wurden.

Achten Sie darauf, dass nur die Leistungen aus dem Angebot aufgenommen wurden und nichts hinzugefügt wurde, was nicht vorher abgesprochen war. Idealerweise erläutert der Dienstleister den Vertrag noch einmal vor Unterschrift.

Art, Umfang und Häufigkeit der Dienstleistung gehören in den Vertrag

Aus dem Vertrag sollte klar werden, wie oft, in welchem Umfang und auf welche Art eine Dienstleistung erbracht werden soll. So können Sie sicher sein, dass die gewünschten Dienstleistungen auch in Zukunft in Ihrem Sinn durchgeführt werden.

Die genaue Aufschlüsselung beugt Missverständnissen vor. Außerdem haben Sie so eine gute Grundlage, nicht ordnungsgemäß durchgeführte Dienstleistungen zu beanstanden.

Achten Sie darauf, dass im Vertrag ein Ansprechpartner genannt wird, an den Sie sich für weitere Absprachen oder bei Problemen wenden können.

Transparenz bei den Kosten

Die anfallenden Kosten für die gebuchten Dienstleistungen sollen in einem Vertrag zu haushaltsnahen Dienstleistungen transparent aufgeführt werden. Dabei werden die folgenden Punkte möglichst klar und eindeutig beantwortet:

  • Nach welchem Abrechnungsmodell wird berechnet?
  • Welche Zusatzkosten für Materialien oder Fahrten werden entstehen?
  • Welchen Abrechnungszeitraum sieht der Dienstleister vor?
  • Wie lange dauert es, bis die Rechnung gestellt wird?

Noch mehr Fragen zur Rechnung? Dann informieren Sie sich in unserem Artikel.

Kündigungsfristen bei haushaltsnahen Dienstleistungen

Wer einen Anbieter zum ersten Mal beauftragt, kann sich nicht sicher sein, ob die Qualität am Ende stimmt. Ein Vertrag mit langen Laufzeiten ist in diesem Fall also erstmal nicht sinnvoll. Zumindest nicht so lange, bis sicher ist, dass das Unternehmen den Auftrag zu Ihrer Zufriedenheit erfüllt. Achten Sie deshalb darauf, bei regelmäßigen Dienstleistungen eine Grundlaufzeit von höchstens drei Monaten zu vereinbaren.

Darüber hinaus sollte aus dem Vertrag klar und deutlich hervorgehen, welche Kündigungsfristen für Sie und für den Dienstleister gelten. Die Kündigungsfrist sollte für Sie maximal fünf Werktage betragen. Werden die Preise erhöht, haben Sie außerdem ein Sonderkündigungsrecht.

Übrigens: Die Möglichkeit, fristlos zu kündigen, besteht bei wichtigen Gründen, wie beispielsweise Diebstahl. Unabhängig davon, welche Kündigungsfrist Sie vereinbart haben.

Für den Anbieter sollte bei regelmäßigen Leistungen eine verlängerte Kündigungsfrist von mindestens vier Wochen gelten. So haben Sie die Möglichkeit, Ersatz zu finden, sollte der Dienstleister kündigen.

Regelungen für Terminabsagen

Überprüfen Sie, ob der Vertrag angibt, was passiert, wenn ein Termin nicht stattfindet. Das ist wichtig. Bei Terminabsagen wird übrigens danach unterschieden, wer absagt. Aus dem Vertrag sollte hervorgehen, wie kurzfristig Sie einen Termin absagen können, ohne dass dabei für Sie Kosten entstehen. Idealerweise ist das in der Regel bis 12 Uhr des vorherigen Werktages möglich. Wenn bei einer kurzfristigen Absage Kosten entstehen, muss für Sie klar erkennbar sein, welchen Betrag Sie bezahlen müssen.

Umgekehrt regelt der Vertrag auch, was passiert, wenn das Unternehmen den Termin kurzfristig absagt, zum Beispiel wegen Krankheit eines Mitarbeiters. Wird in diesem Fall Ersatz gestellt oder der Termin innerhalb eines bestimmten Zeitfensters nachgeholt?

Haftungsfragen bei haushaltsnahen Dienstleistungen

Wenn Sie ein Unternehmen beauftragen, haushaltsnahe Dienstleistungen auszuführen, wird es in ihrem privaten Lebensbereich aktiv. Deshalb ist es wichtig, dass das Unternehmen (oder der selbstständige Dienstleister) über einen entsprechenden Versicherungsschutz verfügt, um für mögliche Schäden aufzukommen. Das können eine zerbrochene Vase, ein defekter Staubsauger oder ein Wasserschaden sein. Aber auch ein verlorener Wohnungsschlüssel gehört dazu. Aus dem Vertrag sollte klar werden, dass der Dienstleister für alle Schäden, die im Zusammenhang mit der Erbringung der Dienstleistung entstehen, die Haftung übernimmt.

TIPP: Stimmen Sie auf keinen Fall zu, wenn der Anbieter eine Haftungsbeschränkung auf grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz vorschlägt. Die Haftung sollte auch leichte Fahrlässigkeit umfassen. Um auf der sicheren Seite zu sein, verlangen Sie am besten den Nachweis einer Haftpflichtversicherung.

Datenschutz

Bevor Sie unterschreiben, prüfen Sie, ob Angaben zum Datenschutz gemacht werden. Das ist ein wichtiger Teil des Vertrags. Ihre Daten dürfen keinesfalls an Dritte weitergegeben werden. Das muss vertraglich zugesichert sein.

Wird ein Wohnungsschlüssel beim Dienstleister aufbewahrt, sollte die Aufbewahrung ohne Namenszuordnung erfolgen.