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Corona: Was, wenn die Pflege zu Hause neu organisiert werden muss

Stand:

Das übliche Betreuungssetting bricht zusammen: Einrichtungen der Tages- und Nachtpflege schließen wegen des Coronavirus, osteuropäische Betreuungskräfte verlassen das Land, ambulante Pflegedienste arbeiten anders. Für Betroffene und Angehörige ist das eine enorme Belastung. Was Sie tun können.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Für Betroffene und ihre Angehörigen bedeutet der Ausfall von Betreuungsleistungen meist: Die Pflege muss zu Hause in Eigenregie übernommen werden.
  • Ausnahmen gibt es zum Beispiel für Angehörige, die in Schlüsselpositionen arbeiten, und für Pflegebedürftige, deren Betreuung zu Hause nicht sichergestellt werden kann.
  • Wir zeigen Möglichkeiten, Geld / Lohnfortzahlung oder Unterstützung in dieser schwierigen Zeit zu bekommen.
Eine Frau sitzt neben einer älteren Frau am Bett und hält ihre Hand
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Durch die Schließung von Tages- und Nachtpflegeeinrichtungen sowie den Ausfall vieler Betreuungskräfte aus dem Ausland müssen viele Menschen die Pflege ihrer zu Hause lebenden Angehörigen aktuell neu organisieren. Bei Neuaufnahmen ist in vielen Bundesländern nun außerdem eine 2-wöchige Quarantäne vorgesehen. Das kann in verschiedener Hinsicht zur Belastung werden. Betroffenen stellen sich unter anderem Fragen nach

  • Möglichkeiten, im Job kurzfristig zurückzustecken, um die Betreuung aufzufangen
  • finanziellem Ausgleich für den Verdienstausfall
  • dem Schutz der Pflegebedürftigen, für die das Coronavirus wegen ihres Alters und / oder Vorerkrankungen eine besondere Gefahr ist
  • dem Schutz pflegender Angehöriger, die in belastenden Situationen auch auf sich selbst achten müssen
  • Möglichkeiten professioneller Hilfe, wo es ohne schlicht nicht geht

Wir wollen Ihnen hier einen Überblick, Tipps und Hilfestellungen zur Verfügung stellen. Ansprechpartner sind auch immer die Pflegestützpunkte der Bundesländer. Eine bundesweite Datenbank mit Adressen finden Sie bei der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege.

Der Bundestag hat auf die teils prekäre Lage in der Pflege in Zeiten von Corona reagiert. Das Gesetz ist am 22. Mai 2020 verkündet worden und tritt am 23. Mai 2020 in Kraft. Durch dieses Gesetz werden die Hilfen für Angehörige, die zuhause ihre Pflegebedürftigen pflegen, verschiedene Erleichterungen und Vereinfachungen eingeführt.

  1. kurzzeitige Arbeitsverhinderung
  2. Familienpflegezeit
  3. Kurzzeitpflege
  4. Entlastungsleistungen

Details finden Sie unten unter den jeweiligen Punkten.

Diese Ansprüche sind bei der Pflegekasse geltend zu machen und gelten nur für pflegebedürftige Personen, die einen Pflegegrad haben.


Informationen für die spezielle Situation mit so genannter häuslicher "24-Stunden-Betreuung", bei der (ausländische) Betreuungskräfte bei Pflegebedürftigen wohnen, geben wir übrigens in einem separaten Text.

Alle unsere Verbraucher-Informationen zu Corona finden Sie übrigens auf unserer Übersichtsseite zum Thema.


Zunächst: Ausnahmen und Notfallregelungen prüfen

Für viele stellt sich nun die Frage: Wie können wir als Berufstätige die entfallene Betreuungsmöglichkeit kompensieren? Kann man zur Pflege seines Angehörigen zu Hause bleiben?

Sie sollten sich zunächst bei einer bisher genutzten Tagespflegeeinrichtung erkundigen, ob es Ausnahmen für besondere Berufsgruppen gibt, zu denen Sie vielleicht gehören. Hierzu zählen, je nach Bundesland, zum Beispiel Einrichtungen der Gesundheitsversorgung und der Pflege, Kinder- und Jugendhilfe, der Feuerwehr, Rettungsdienst und Gefahrenabwehr. Aber auch die Mitarbeiter des ÖPNV, der Entsorgungsbetriebe, sowie der Energie- und Wasserversorgung und der Telekommunikation.

In den meisten Bundesländern dürfen Einrichtungen außerdem eine Notbetreuung für die Fälle einrichten, in denen eine ausreichende eine Pflege und Betreuung zu Hause nicht sichergestellt werden kann. Ob das so ist, entscheidet die Leitung der Tages- / Nachtpflegeeinrichtung im Einzelfall. Pflegebedürftige und pflegende Angehörige müssen daher nachvollziehbar darstellen, warum und inwieweit die Pflege und Betreuung zuhause nicht gewährleistet ist.

Es spielt dabei sicherlich eine große Rolle, wie oft die zu pflegende Person die Tagespflege in der Woche aufsucht. Entscheidend ist auch, wie kräftezehrend die Pflege und Betreuung ist und welchen Pflegegrad die Person hat. Es soll auf jeden Fall vermieden werden, dass die häusliche Versorgung durch eine etwaige Überforderung komplett zusammenbricht.

Kurzzeitige Arbeitsverhinderung, vereinfacht und verbessert für Zeiten von Corona

Die kurzzeitige Arbeitsverhinderung ist eine Möglichkeit, kurzfristig die Pflege eines pflegebedürftigen nahen Angehörigen sicherzustellen und zu organisieren. Aufgrund des Corona-Hilfspakets der Bundesregierung wurde auch der Zugang zur Pflegezeit und zum Pflegeunterstützungsgeld erleichtert. Demnach gilt: Zur Organisation und Pflege stehen normalerweise 10 Tage zur Verfügung. Dies wurde jetzt bis Ende September auf bis zu 20 Tage erweitert. In der Vergangenheit bereits genutzte Tage werden allerdings abgezogen. In dieser Zeit können Sie Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung erhalten.

Bis zum 30. September kann das Pflegeunterstützungsgeld auch geltend gemacht werden, wenn das Coronavirus bei Ihnen einen pflegerischen Versorgungsengpass hervorruft, der nicht anders behoben werden kann. Diese Situation müssen Sie durch eine Bestätigung des behandelnden Arztes oder durch eine Bestätigung der Pflegeeinrichtung nachweisen.

Sollte der Versorgungsengpass dadurch entstehen, dass Angebote oder Betreuungen ganz oder teilweise eingestellt werden, sollten Sie dort um Bestätigung bitten. Wenn die übliche Pflegeperson coronabedingt ausgefallen ist und Sie daher übernehmen oder die Pflege organisieren müssen, reicht eine kurze Bestätigung der Pflegeperson aus.

Das Pflegeunterstützungsgeld kann bis zum 30. September bis zu 20 Tage gewährt werden.

Hinweis: Auch wenn der Angehörige schon einmal den Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld genutzt hat, kann er diesen nun nochmal geltend machen. Allerdings werden die Arbeitstage, die Sie bereits genutzt haben, von den 20 Tagen abgezogen.

Der Anspruch setzt nicht voraus, dass die Beschäftigten zunächst gegebenenfalls vorhandene Urlaubsansprüche nutzen.

Alle Arbeitnehmer haben darauf ein Recht– und zwar unabhängig von der Größe Ihres Unternehmens. Eine bestimmte Ankündigungsfrist gibt es nicht. Sie ist also "sofort" möglich. Jedoch sind Sie verpflichtet, Ihrem Arbeitgeber den Verhinderungsgrund und die voraussichtliche Dauer mitzuteilen.

Außerdem ist es möglich, sich die Arbeitsverhinderung aufzuteilen. Beispielsweise können sich zwei Geschwister jeweils 10 Tage frei nehmen.

Zum Thema Gehalt: Eine Lohnfortzahlung während der kurzzeitigen Arbeitsverhinderung gibt es nur, wenn diese ausdrücklich im Arbeitsvertrag oder als Ergänzung dazu vereinbart wurde.

Gibt es keine Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber, zahlen die Pflegekassen für die kurzzeitige Arbeitsverhinderung ein Pflegeunterstützungsgeld. Diese Leistung gibt es ebenfalls bis zu 20 Tage - abgezogen werden die Arbeitstage, die schon in Anspruch genommen wurden. Diese Leistung beträgt 90 Prozent des ausgefallenen Netto-Entgelts. Sie müssen sie bei der Pflegekasse des pflegebedürftigen Angehörigen unverzüglich beantragen.

Teilzeit durch die "Familienpflegezeit"

Generell gilt: Wenn 6 Monate Pflegezeit (alles zu dieser Möglichkeit lesen Sie in unserem entsprechenden Artikel) nicht ausreichen, können Arbeitnehmer bis zu 2 Jahre teilweise aus dem Job aussteigen, um einen pflegebedürftigen Angehörigen zuhause zu pflegen. Dies gilt generell für Betreibe mit mehr als 25 Mitarbeitern. Das nennt sich Familienpflegezeit. Der Arbeitnehmer wird hier für höchstens 24 Monate teilweise von der Arbeit freigestellt.

Wer diese Familienpflegezeit noch nicht oder noch nicht vollständig genommen hat, kann sie aufgrund der Erleichterungen in der Corona-Zeit bis zum 30. September nun flexibler in Anspruch nehmen. So kann die Mindestarbeitszeit von 15 Stunden in der Woche für einen Monat unterschritten werden. Die Ankündigung gegenüber dem Arbeitgeber muss 10 Tage vor dem Beginn der Familienpflegezeit erfolgen.

Wenn die Familienzeit bis spätestens 1. September beginnt, kann sie in Textform beim Arbeitgeber angekündigt werden. Textform meint hierbei eine lesbare Erklärung von dem Betroffenen. Nicht erforderlich ist dann eine echte Unterschrift. Daher kommt auch eine Erklärung per Fax oder Brief ohne Unterschrift, E-Mail oder auch SMS bzw. WhatsApp und Co. in Betracht.

Auch die weiteren Ankündigungen und Vereinbarungen, zum Beispiel über die Mindestarbeitszeit, können in solcher Textform erfolgen.

Um den geringeren Lohn auszugleichen, kann ein Darlehen beantragt werden. Um dies auszugleichen, werden bis zum 30. September pandemiebedingte Einkommensausfälle bei der Ermittlung der Darlehenshöhe auf Antrag nicht berücksichtigt.

Flexible Nutzung von "Pflegezeit" und "Familienpflegezeit"

Zusätzlich zur so genannten Familienpflegezeit gibt es noch die Freistellung oder Teilzeit durch die "Pflegezeit" für bis zu 6 Monate, um einen pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause zu pflegen (alles zu dieser Möglichkeit lesen Sie in unserem entsprechenden Artikel).

Als Erleichterung zur Corona-Zeiten hat der Gesetzgeber nun eingeführt, dass der Arbeitgeber einer Verlängerung der Pflegezeit durch eine angeschlossene Familienpflegezeit zustimmen kann. Sie können daher an 6 Monate Pflegezeit einen Teil der Familienpflegezeit anknüpfen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Familienpflegezeit zum 30. September endet und die 24 Monate der Familienpflegezeit noch nicht voll sind. Eine entsprechende Ankündigung muss 10 Tage vor Beginn bei dem Arbeitgeber erfolgen.

Kurzzeitpflege

Kann Ihr Angehöriger nicht zuhause gepflegt werden, so haben Sie die Möglichkeit, ihn in der stationären Kurzzeitpflege unterzubringen. Um Engpässe zu überbrücken, finden Sie derzeit Kurzzeitpflegeplätze auch in Einrichtungen der Rehabilitation und in Krankenhäusern. Normalerweise zahlt die Pflegekasse dann bis zu 1612 Euro und übernimmt die Kosten für acht Wochen im Jahr.

Das neue Gesetz, das am 23. Mai 2020 in Kraft tritt, soll auch hier eine Verbesserung bringen: Bis zum 30. September soll der Anspruch auf 2418 Euro erhöht werden, wenn die Kurzzeitpflege in stationären Rehabilitations- und Vorsorgeeinrichtungen geleistet wird.

Entlastungsleistungen und Erleichterungen in Zeiten von Corona

Für stundenweise Betreuung durch einen Pflege- oder Betreuungsdienst und weitere Entlastung im Alltag könnten Sie Entlastungsleistungen in Anspruch nehmen. Das geht natürlich nur, falls Ihr Angehöriger einen Pflegegrad hat und falls Sie in der aktuellen Situation noch Betreuungsdienste mit freien Kapazitäten finden. Der Entlastungsbetrag kann genutzt werden für:

  • Tages- und Nachtpflege, auch für die Kosten für Unterkunft, Mahlzeiten und Investitionen
  • Kurzzeitpflege
  • Leistungen von ambulanten Pflegediensten:
    Personen mit Pflegegrad 1 können sämtliche notwendigen Leistungen eines Pflegedienstes mitfinanzieren.
    In den Pflegegraden 2 bis 5 sind körperbezogene Pflegemaßnahmen, wie das Waschen und Anziehen, ausgenommen. Diese dürfen ausschließlich mit den Pflegesachleistungen finanziert werden. Der Entlastungsbetrag steht lediglich für zusätzliche Unterstützung zur Verfügung, wie etwa Hilfe im Haushalt und Alltagsgestaltung.
  • Angebote zur Unterstützung im Alltag bei Anbietern, die nach Landesrecht zugelassen sind, z.B. haushaltsnahe Dienstleistungen, Gruppenangebote, Alltags- und Pflegebegleiter.

Erweiterungen aufgrund der Corona-Krise ab dem 23. Mai 2020:

Abweichend davon sollen Pflegebedürftige des Pflegegrades 1 bis zum 30. September den Entlastungsbetrag auch für die Inanspruchnahme anderer Hilfen im Wege der Kostenerstattung einsetzen können, wenn dies zur Überwindung von infolge der Corona-Krise verursachten Versorgungsengpässen erforderlich ist. Andere Hilfen können professionelle Angebote oder auch nachbarschaftliche Hilfe sein. An den Nachweis gegenüber der Pflegekasse zur Erstattung der Kosten sollen die Pflegekassen im Interesse einer zügigen und unbürokratischen Abwicklung keine überhöhten Anforderungen stellen.

Achtung: Diese Erweiterung gilt nur für Pflegebedürftige im Pflegegrad 1. Pflegebedürftige in den Pflegegraden 2 bis 5 sind weiterhin an die oben genannten Einschränkungen gebunden.

Auch die Übertragbarkeit dieser Entlastungsleistungen ist erweitert worden. Normalerweise kann man die Entlastungsleistungen eines Jahres bis Ende Juni des Folgejahres in Anspruch nehmen. Für alle Pflegebedürftigen gilt nun: Die bisherige Ansparmöglichkeit von nicht in Anspruch genommenen Entlastungsleistungen wird einmalig um drei Monate verlängert. Das bedeutet, dass Sie die Leistungen aus dem Jahr 2019, die Sie noch nicht ausgegeben haben, bis Ende September 2020 in Anspruch nehmen können. Diese Erweiterung gilt für Pflegebedürftige aller Pflegegrade.

Das Hilfspaket der Pflegeversicherungen

Ein Hilfspaket der Pflegeversicherungen soll Betroffene ebenfalls unterstützen. Das bietet Ihnen die Möglichkeit einer Kostenerstattung in Höhe der ambulanten Sachleistung, sollten die professionellen Anbieter ausfallen.

Kann die übliche ambulante Pflege nicht mehr stattfinden und können auch Angehörige das nicht auffangen, könnten Sie mit Mitteln der Pflegeversicherung andere Helfer bezahlen. Dafür kommen laut des Spitzenverbands der Pflegekassen in Frage:

  • andere Betreuungsdienste
  • medizinische Leistungserbringer (z.B. Mitarbeiter aus Reha-Kliniken)
  • anerkannte Betreuungs- und Entlastungsangebote
  • aber auch Personen ohne Qualifikation (z.B. Nachbarn)

Vorrangig soll die Versorgung durch qualifizierte Leistungserbringer erfolgen. Der Pflegebedürftige soll in einem solchen Fall bei seiner Pflegekasse einen Antrag auf Erstattung für die von der Pflegekraft erbrachten Leistungen stellen. Die Pflegekasse kann dem Pflegebedürftigen diese Kosten bis maximal 1995 Euro erstatten.

Der Spitzenverband geht hier aber von "Einzelfallentscheidungen" der Pflegekassen aus – ob Sie also tatsächlich etwas bekommen, ist offen. Auch die Höhe der Vergütung liegt im Ermessen der Pflegekasse.

Das wird für Betroffene kaum ausreichen. Wenn ein Pflegedienst ausfällt, ist es in der aktuellen Situation nahezu unmöglich, kurzfristig Ersatz zu organisieren, weil wohl nur wenige Pflege- und Gesundheitsprofis für solche Tätigkeiten zu bekommen sind.

Sonstige Möglichkeiten: Verhinderungspflege und Homeoffice

Hat Ihr Angehöriger einen Pflegegrad und springen in der aktuellen Situation entfernte Verwandte, Freunde, Nachbarn ein und unterstützen Sie bei der Betreuung Ihres Angehörigen, während Sie Ihrer Arbeit nachgehen, können Sie Leistungen der Verhinderungspflege bei der Pflegekasse abrufen. Für Pflegebedürftige ab dem Pflegegrad 2 übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten einer Verhinderungspflege zu Hause für bis zu sechs Wochen pro Kalenderjahr, höchstens jedoch bis zu einem Betrag in Höhe von 1612 Euro. Wenn keine Mittel aus der Kurzzeitpflege in Anspruch genommen wurden, kann der Betrag auf bis zu 2418 Euro erhöht werden.

Voraussetzung ist, dass die Pflegeperson den Pflegebedürftigen bereits sechs Monate in seiner häuslichen Umgebung versorgt hat.

Die Verhinderungspflege können Sie auch stundenweise in Anspruch nehmen.

Gut zu wissen: Wird die Verhinderungspflege durch nahe Angehörige oder Personen, die mit der pflegebedürftigen Person in häuslicher Gemeinschaft leben, sichergestellt, kann für die Verhinderungspflege nur der 1,5-fache Betrag des Pflegegeldes für den festgestellten Pflegegrad genutzt werden. Nahe Angehörige sind hier Eltern, Kinder (einschließlich der für ehelich erklärten und angenommenen Kinder), Großeltern, Enkelkinder und Geschwister, sowie Stiefeltern, Stiefkinder, Stiefenkelkinder (Enkelkinder des Ehegatten), Schwiegereltern, Schwiegerkinder (Schwiegersohn / Schwiegertochter), Schwiegerenkel (Ehegatten der Enkelkinder), Großeltern der Ehegatten, Stiefgroßeltern sowie Schwager / Schwägerin.

Bei entfernten Verwandten, Bekannten oder Nachbarn oder einem ambulanten Pflegedienst oder Betreuungsdienst kann der gesamte Betrag der Verhinderungspflege eingesetzt werden.

Eine weitere Möglichkeit, die Betreuung sicherzustellen, bietet das mobile Arbeiten / Homeoffice, wenn dies bei der eigenen Berufstätigkeit möglich ist. So wären Sie während der Arbeit zu Hause zumindest in der Nähe Ihres pflegebedürftigen Angehörigen und können unterbrechen, falls er Hilfe braucht.

Ein Rechtsanspruch auf Homeoffice besteht dabei allerdings nicht.

Klären Sie im Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber, ob Homeoffice oder mobiles Arbeiten möglich ist. In der aktuellen Situation zeigen sich viele Arbeitgeber kulant, wenn Arbeiten von zu Hause aus durchgeführt werden können.

Bei Kontakt zum Pflegebedürftigen gilt nun besondere Vorsicht

Wer Angehörige besucht, im Alltag unterstützt oder pflegt, sollte sich jetzt strikt an die Hygieneregeln halten und darauf achten, möglichst keine Erreger mit zu bringen. Dazu gehört, in der Öffentlichkeit so wenig wie möglich mit den Händen anzufassen sowie sich nach Kontakt mit anderen Personen und zum Beispiel nach den Einkäufen die Hände gründlich zu waschen.

Wichtig ist es, schnell zu reagieren, wenn Sie Krankheitssymptome bemerken. Kümmern Sie sich außerdem rechtzeitig um mögliche Vertretungen. Ausführliche Tipps geben wir in unserem separaten Artikel.