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Steuererklärung: Wer sie bis zum 31. Mai beim Finanzamt abgeben muss

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wenn Sie fürs Steuerjahr 2017 eine Steuererklärung abgeben müssen, muss diese bis zum 31. Mai beim Finanzamt eingegangen sein. Ausnahme ist unter anderem Rheinland-Pfalz: Hier wird die Fristverlängerung großzügig gehandelt und es geht bis zum 31. Juli.
  • Mit einem Antrag auf Fristverlängerung können Sie Ihre Steuerklärung unter Umständen später abgeben. Später dran sein dürfen Sie auch, wenn Sie ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein unterstützt.
  • Auch wenn Sie nicht zur Abgabe verpflichtet sind, können Sie von einer freiwilligen Einkommenssteuererklärung profitieren. Für Angestellte etwa gibt es oft Geld zurück, ebenso für Rentner die zu hohe Abgeltungssteuer für Kapitalerträge bezahlt haben.
Steuerformular mit Schrift "Steuernummer" und "An das Finanzamt", auf dem Euro-Geldscheine und die Spitze eines Kugelschreibers liegen Foto: Stockfotos-MG / Fotolia.com
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Wer muss eine Steuerklärung abgeben?

Häufige Konstellationen, bei denen Sie eine Einkommenssteuererklärung abgeben müssen:

  • Arbeitnehmer und Pensionäre
    Bei Angestellten zieht der Arbeitgeber die Lohnsteuer monatlich vom Arbeitslohn ab. In vielen Fällen sind die Einkommenssteuern damit bereits gezahlt und Sie müssen sich nicht weiter mit dem Finanzamt auseinander setzen. Anders sieht das aus, wenn Sie zusätzliche Einnahmen haben. Als Arbeitnehmer müssen Sie bis zum 31. Mai zum Beispiel eine Steuererklärung machen, wenn …
    • … Sie oder Ihr Ehepartner einen Arbeitslohn oder eine Pension erhalten haben und einer von Ihnen nach Steuerklasse V, VI oder IV mit Faktor besteuert wurde.
    • … wenn das Finanzamt Ihnen einen Lohnsteuerfreibetrag gewährt hat. Ausgenommen davon sind Pauschbeträge für Behinderte, Hinterbliebene und Freibeträge für Kinder.
    • … Sie durch Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen- oder Elterngeld mehr als 410 Euro im Jahr erhalten haben.
    •  … Ihre Nebeneinkünfte 410 Euro im Jahr überstiegen haben. Dazu zählen zum Beispiel Einkünfte aus selbstständiger Arbeit sowie Mieteinnahmen.
  • Rentner
    Als Rentner sind Sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen den jährlichen Grundfreibetrag übersteigt. 2017 sind es 8.820 Euro pro Person. Maßgeblich hierfür sind steuerpflichtige Einkünfte aus den sieben Einkunftsarten wie beispielsweise die private oder gesetzliche Rente, Mieteinnahmen oder Lohn.
  • Unternehmer
    Wenn Sie als Unternehmer gewerblich oder freiberuflich tätig sind und Einkünfte von mehr als 8.820 Euro aus Land- und Forstwirtschaft, Vermietung oder aus einem Gewerbebetrieb haben, müssen Sie ebenfalls eine Steuererklärung abgeben.
  • Anleger
    Es besteht Abgabepflicht für Anleger, die auf ihre Kapitaleinkünfte noch Kirchensteuer zahlen müssen, ausländische Erträge zu versteuern haben oder wenn das Finanzamt zu wenig Abgeltungssteuer erhalten hat.
  • Beamte
    Ist die vom Arbeitgeber berücksichtigte Vorsorgepauschale für Ihr Beamtengehalt höher als Ihre tatsächlich gezahlten Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ( Basisabsicherung ), müssen Sie Ihre Steuererklärung fristgerecht beim Finanzamt einreichen.
    Die Frist verlängert sich übrigens, wenn Sie ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein unterstützt. Dann ist der letzte Termin für die Steuererklärung 2017 der 31. Dezember 2018 und wird gegebenenfalls vom Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein verlängert.

 

Steuererklärung 2017 - was Sie wissen müssenWann lohnt sich eine freiwillige Abgabe der Steuerklärung?

Auch wenn Sie nicht gesetzlich zur Abgabe verpflichtet sind, kann sich eine Einkommenssteuererklärung für Sie lohnen. Prüfen Sie deswegen immer, ob das freiwillige Ausfüllen der Formulare zu einer Erstattung  von bereits gezahlter Lohnsteuer führen kann. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie nicht das ganze Jahr berufstätig waren besonders hohe Werbungskosten über dem Werbungskostenpauschbetrag von 1000 Euro hatten (das ist z.B. schon der Fall, wenn Sie mehr als etwa 15 Kilometer von Ihrer Arbeitsstelle entfernt wohnen) oder geheiratet haben.

Eine generelle Aussage darüber, wann sich eine freiwillige Einkommenssteuererklärung rechnet, ist schwer zu treffen: Da kommt es sehr auf den Einzelfall an. Viele Steuerprogramme bieten eine Prognose, sobald Sie Ihre Daten eingegeben haben. Ob es eine Rückerstattung gibt, kann zum Beispiel die kostenfreie Software der Finanzämter namens Elster unverbindlich schätzen.

Wenn Sie mit einer Steuerrückerstattung rechnen, haben Sie vier Jahre Zeit, um Ihre freiwillige Erklärung beim Finanzamt einzureichen.

Was tun, wenn die Zeit nicht reicht?

Für zu spät eingereichte Steuererklärungen können die Finanzämter Verspätungszuschläge oder gar Zwangsgelder erheben. Auch Verspätungszinsen können berechnet werden. Im Zweifel schätzt ein Finanzamt-Mitarbeiter Ihre Steuer, was meist nicht zu Ihrem Vorteil ist. Übrigens sind Sie auch dann noch zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet, selbst wenn Sie die Schätzung bezahlt haben. Um das zu vermeiden, können Sie eine Fristverlängerung beantragen. Das geht nach § 109 der Abgabenordnung formlos schriftlich. In dem Schreiben können Sie argumentieren, weswegen Sie verhindert sind und mehr Zeit benötigen.

Voraussetzung für eine Verlängerung: Sie haben die Überschreitung der Steuererklärungsfrist nicht selbst zu verschulden. Gründe hierfür können zum Beispiel Krankheit, längere Auslandsaufenthalte oder noch ausstehende Unterlagen sein. Ob Ihr Antrag genehmigt wird, liegt im Ermessen des Finanzbeamten und sollte anhand von Unterlagen (z.B. einem Nachweis über Krankenhausaufenthalt) belegt werden.

Wann fordert das Finanzamt zur Abgabe der Steuererklärung auf?

Auch wenn Sie eigentlich nicht zu oben beschriebenen Gruppen gehören, die jedes Jahr eine Steuererklärung abgeben müssen, kann das Finanzamt Sie dennoch per Post dazu auffordern. Wenn Sie einen solchen Brief bekommen, sollten Sie das Schreiben nicht ignorieren – will das Finanzamt eine Steuererklärung von Ihnen haben, müssen Sie reagieren.

Hintergrund: Das Finanzamt meldet sich immer dann, wenn es eine so genannte Kontrollmitteilung über Einkünfte erhalten hat, die sich steuerlich auswirken können   zum Beispiel durch Erbschaft oder Schenkung.

Neue Fristen für die Abgabe der Steuererklärung ab 2018

Im kommenden Jahr ändern sich die Fristen. Wer dann seine Erklärung für das Jahr 2018 macht, hat zwei Monate länger Zeit – die Steuererklärung muss dann in allen Bundesländern erst am 31. Juli 2019 beim Finanzamt vorliegen.

Wird die Steuererklärung nicht selbst, sondern durch einen Steuerberater oder Lohnhilfeverein zusammengestellt, gelten generell andere Fristen: Der letzte Termin für die Erklärung 2017 ist weiterhin der 31. Dezember 2018; dagegen kann die Steuererklärung für 2018 bis zum 29. Februar 2020 (Schaltjahr) abgegeben werden.
Ausnahme: Verschickt das Finanzamt eine sogenannte Vorweganforderung, in der Sie aufgefordert werden, die Steuer für das Folgejahr innerhalb einer gesetzten Frist einzureichen, dann gibt es auch keine Verlängerung, wenn Sie von einem Berater unterstützt werden.

Neuer Ratgeber „Steuererklärung für Rentner und Pensionäre“

Immer mehr Rentner müssen Steuern zahlen – dafür sorgen steigende Renten und das Alterseinkünftegesetz. Und viel zu viele Rentner verschenken Jahr für Jahr Geld ans Finanzamt, das sie sich per Steuererklärung zurückholen könnten. Wer aber Bescheid weiß, hat mehr von seiner Rente. Unsere Ratgeber-Empfehlung nicht nur für Rentner, sondern auch für alle, die es werden wollen.

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