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Fliegende Händler

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Vielfach kann man beobachten, dass gut gekleidete, freundlich auftretende und wortgewandte Personen gezielt vorwiegend ältere Menschen auf öffentlichen Park- und Rastplätzen oder an ihrer Haustüre ansprechen, um ihnen ein „einmaliges Angebot“ zu unterbreiten.

Sie bieten Produkte zum Kauf an, die ihrer Beschreibung nach entweder Designerstücke sind, die qualitativ nicht besser sein könnten oder die einen unvergleichlichen Erfolg versprechen. Nicht selten werden diese Qualitätsmerkmale durch Vorlage eines Hochglanzprospektes noch untermauert.

Das Verlockende an der ganzen Sache ist, dass der durchaus oft seriös wirkende Verkäufer diese Produkte seinen Angaben zufolge zu einem „absoluten Schnäppchenpreis“ also weit unter dem tatsächlichen Wert der Sache anbietet.

Fast immer wird diese Offerte in eine Geschichte eingekleidet, die dem Verkäufer zeigen soll, dass das Produkt eigentlich viel mehr wert sei.

Besonders Messer, Kochtopfsets, Schmuck, Textilien, Teppiche, Kosmetika, Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel sowie Haushalts- oder Gartengeräte werden häufig auf diese Weise angepriesenen.

So erklärte zum Beispiel ein scheinbar für ein großes Unternehmen tätiger Geschäftsmann, der angeblich hochwertige Gartenscheren auf einer eigens hierfür veranstalteten Messe nicht verkauft hatte, jene Gartenartikel, die im Kofferraum seines PKW lagerten, „weit unter Wert“ für einen Stückpreis von 40 Euro verkaufen zu müssen, da er ansonsten bei der Rückreise am Flughafen Probleme mit dem Zoll bekäme.

Doch ist dieses verlockende Angebot tatsächlich die einmalige Gelegenheit, bei der man unbedingt zugreifen muss oder steckt etwas anderes dahinter?

In der Regel sieht es leider so aus, dass das gekaufte Produkt nicht das erhoffte und angepriesene Schnäppchen ist. Vielmehr hat die Ware nicht die versprochene Qualität, zeigt nicht die ihr zugeschriebene Wirkung oder ist für die beabsichtigte Nutzung nicht geeignet. Stattdessen hat der Käufer eine Sache von geringer Qualität erworben, bei deren näherer Betrachtung sich der Schnäppchenpreis als völlig überteuert darstellt.

Im oben erwähnten Beispielsfall waren die verkauften Gartenscheren von so geringer Qualität, dass sie bereits beim ersten Benutzen kaputt gingen und der gezahlte Kaufpreis viel zu hoch war.

Grundsätzlich kann der Geprellte durch Ausübung seines Widerrufrechtes den Kaufvertrag rückgängig machen, jedoch setzt dies voraus, dass er noch mit dem vorher seriös wirkenden Verkäufer Kontakt aufnehmen kann. Hieran scheitert es aber zumeist, da sich angegebene Telefonnummern oder Anschriften in Prospekten oder auf Visitenkarten als falsch herausstellen. Das Widerrufsrecht ist somit in den meisten Fällen nutzlos und der Käufer bleibt auf dem Schaden sitzen. Es bleibt lediglich die Möglichkeit, eine Strafanzeige wegen Betruges bei der Polizei zu erstatten.

Das zuvor so verlockende Angebot entpuppt sich als Falle eines Betrügers.

Tipp:

Falls Ihnen ein derartiges Angebot gemacht wird, sollten Sie keinesfalls sofort dem Kauf zustimmen, denn diesen Effekt - das unüberlegte Zugreifen- möchte der Verkäufer mit seiner Anpreisungstaktik gerade erzielen. Erbitten Sie sich stets Bedenkzeit.

Seien Sie misstrauisch, wenn Sie an Orten angesprochen werden, an denen die angebotenen Produkte für gewöhnlich nicht verkauft werden.

Lassen Sie sich nicht von etwaig vorgezeigten Visitenkarten oder Dienstausweisen beein-drucken. Diese geben keine Gewähr für die Seriosität.

Man wird Ihnen sagen, dass Sie die einmalige Möglichkeit haben, dieses gute Geschäft zu tätigen. Wägen Sie daher unbedingt ab, ob Sie das angebotene Produkt überhaupt benötigen. Zeigen Sie Entschlossenheit und sagen Sie NEIN, wenn ein Erwerb für Sie auf keinen Fall in Frage kommt oder Sie Zweifel haben. Mit Sicherheit wird versucht, Sie dennoch zu überreden. Daher lassen Sie sich nicht auf weitere Diskussionen ein, sondern verlassen Sie am besten den jeweiligen Ort bzw. schließen Sie die Türe.

Wenn Sie an Ihrer Haustüre angesprochen werden sollten, bitten Sie den Anbietenden nicht hinein, auch wenn diese Person seriös, freundlich und nett wirken mag. Es ist bereits vermehrt zu Trickdiebstählen in Wohnungen gekommen, nachdem gutgläubige - wiederum vorwiegend ältere- Personen den Klingelnden hereingebeten haben, damit dieser seine Produkte vorzeigen konnte.

Wenn Sie sich dennoch zu einem Kauf entschließen, treten Sie niemals in Vorkasse und erteilen Sie keinerlei Einzugsermächtigungen für Ihr Konto.