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Energieberatung, Kreditkartenverträge und Vertragsrecht

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Hier bieten wir regelmäßig aktuelle Informationen für Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer. Die Themen: Energieberatung für Flüchtlinge; untergeschobene Kreditkartenverträge; mehrsprachiger Erklärfilm zum Vertragsrecht.

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Ein Fallbeispiel aus der Energieberatung

Der Energieberater wird zu einem Basis-Check in die erste Wohnung einer Flüchtlingsfamilie gebeten. Sie hat vom Energieversorger eine Rechnung mit einer sehr hohen Nachzahlung über 1.800 Euro erhalten. Die Schuldnerberatung ist bereits eingeschaltet – es soll aber überprüft werden, woran das liegt und wie dieses Problem gelöst werden kann.

In der Wohnung fanden sich ein Halogendeckenfluter (geschätzter Jahresverbrauch ca. 500 kWh) und ein Flachbildfernseher (gemessener Jahresverbrauch ca. 3500 kWh). Die Familie sagte, dass der Fernseher auch nachts läuft. Lampe und Fernseher hatte die Familie geschenkt bekommen.

Es trat aber noch ein weiteres Problem auf: im Herkunftsland Syrien hatte die Familie monatlich eine Abrechnung über den tatsächlichen Stromverbrauch bekommen. Wenn nicht bezahlt wurde, gab es auch keinen Strom. Die Familie ging daher davon aus, dass dies in Deutschland genau so funktioniert und wohl "irgendein Amt" die Stromkosten bezahlt hat.

Mit den Tipps unseres Beraters spart die Familie jetzt viel Energie ein und kann die vereinbarte Ratenzahlung für die hohe Stromrechnung ableisten. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

Hohe Rechnungen im Briefkasten

Vertragsfallen im Internet sind ein bekanntes Problem. Selbst vorsichtige und aufmerksame Verbraucher haben manchmal damit Ärger. Solchen Tricks sind Flüchtlinge, die kaum Deutsch sprechen und das Leben in Deutschland erst kennenlernen, hilflos ausgeliefert.

In den letzten Wochen meldeten sich in Beratungsstellen Flüchtlinge, die über das Internet ungewollt Kreditkartenverträge abgeschlossen haben. Die Kosten waren für die Betroffenen nicht ersichtlich. Sie erhielten Rechnungen von den Vermittlern der Kreditkartenverträge sowie Mahnungen von Inkassounternehmen.

Die Flüchtlinge sollten für Kreditkarten und deren Zusendung Beträge von 180 Euro und mehr zahlen, die Karten selbst erhielten sie jedoch nicht. Den Betroffenen wurde schriftlich mit Klage gedroht. Dank der juristischen Hilfe der Verbraucherzentrale mussten die Flüchtlinge nicht zahlen.

Bei Verbraucherproblemen können Sie sich an die Verbraucherzentrale in Ihrer Nähe wenden. Eine vorherige Terminvereinbarung ist ratsam. Die Beratung erfolgt grundsätzlich in deutscher Sprache. Mehr Infos dazu finden Sie hier.


Erklärfilm zum Vertragsrecht in fünf Sprachen

Das Bayrische Staatsministerium der Justiz bietet einen Erklärfilm zum Thema "Verträge schließen – einhalten – kündigen. So funktioniert das deutsche Zivilrecht."

Der Film zeigt, was Vertragsfreiheit ist und welche rechtlichen Verpflichtungen bei einem Vertragsschluss entstehen. Der Film ist in den Sprachen Englisch, Arabisch, Urdu, Paschtu und Dari verfügbar. Er steht sowohl in hoher als auch in niedriger Auflösung speziell für Smartphones und Tablets zum Herunterladen bereit.