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Strom und Gas: Wenn der Anbieterwechsel nicht funktioniert

Stand:

Kein Verbraucher muss sich vor dem Anbieterwechsel fürchten. Selbst wenn der Wechsel ausnahmsweise nicht reibungslos funktioniert, ist eine ununterbrochene Energieversorgung durch den Grundversorger gewährleistet.

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Ein Anbieterwechsel ist grundsätzlich kostenlos (§20a Abs. 3 EnWG).

Der Wechsel darf nicht länger als drei Wochen dauern (§ 20a Abs. 2 EnWG). Die Frist beginnt allerdings erst, sobald der neue Lieferant den Kunden beim Netzbetreiber angemeldet hat. Die Zeit zwischen Ihrer Auftragserteilung und der Vertragsbestätigung des Versorgers ist darin noch nicht enthalten. Auch eine Kündigung Ihres Altvertrages durch den neuen Lieferanten muss vorher erfolgen, sodass der vollständige Wechselprozess länger (etwa vier bis sechs Wochen) dauern kann. Das sollte Sie aber nicht von einem etwaigen Umstieg abhalten.

Laut Gesetz muss Ihnen der neue Lieferant unverzüglich mitteilen, ob und zu welchem Termin er eine Belieferung aufnehmen kann (§ 20a Abs. 1 EnWG). Dies ist jedoch erst möglich, wenn er seinerseits vom Netzbetreiber die entsprechenden Informationen bekommt. Manche Lieferanten bestätigen den Kunden daher zunächst einmal den Vertragsabschluss an sich, wobei der genaue Liefertermin noch offen bleibt. Später erfolgt dann eine weitere Bestätigung mit Angabe des endgültigen Liefertermins. Andere Lieferanten warten die Information des Netzbetreibers ab und schicken dem Kunden dann eine Vertragsbestätigung unter Angabe des genauen Liefertermins.

Liegt Ihnen zwei Wochen nach Absendung Ihres Lieferauftrages noch keine Nachricht des Lieferanten vor, sollten Sie ihn auffordern, Ihnen binnen maximal einer Woche mitzuteilen, ob er den Vertrag noch abschließen will. Erhalten Sie eine abschlägige oder keine Antwort, sind Sie nicht mehr an Ihr Angebot gebunden und es kommt kein Vertrag zustande. Sie können dann einen neuen Vertrag mit einem anderen Anbieter abschließen.

Nachdem der Lieferant seinerseits die notwendigen Informationen vom Netzbetreiber erhalten hat, muss er Ihnen den verbindlichen Liefertermin bestätigen. Hält der Lieferant dann einen vereinbarten Lieferbeginn nicht ein, muss er Ihnen zumindest die Gründe hierfür plausibel darlegen. Trifft ihn ein Verschulden, könnten Sie theoretisch Schadensersatz verlangen. Als Schaden kommt zum Beispiel die Differenz zwischen dem vereinbarten günstigen Preis und dem höheren Preis in Betracht, den Sie übergangsweise tatsächlich bezahlen müssen.

 

Wechsel des Energieversorgers