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Preise für Fernwärme gehören ins Internet

Stand:

Marktcheck der Verbraucherzentrale deckt Lücken auf

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Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein hat die Internetseiten von 32 Fernwärmeunternehmen in Schleswig-Holstein unter die Lupe genommen. Lediglich 9 Unternehmen haben eine korrekte Preisdarstellung im Internet. Bei 7 weiteren Unternehmen kann immerhin eine PDF-Datei mit den Preisen herunter geladen werden. Bei 16 Unternehmen fehlen die Preisangaben völlig.

Gemäß § 1 AVB FernwärmeV hat das Fernwärmeversorgungsunterneh-men seine Allgemeinen Versorgungsbedingungen einschließlich der dazu gehörigen Preisregelungen und Preislisten in geeigneter Weise öffentlich bekanntzugeben. "Nach unserer Ansicht ist eine derart geeignete Weise insbesondere die Internetseite, auf der auch die Fernwärme als solche an-geboten wird", so Joanna Batista, Rechtsreferentin der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, "auch bei Fernwärme soll der Grundsatz der Transparenz eingehalten werden."

Die Hälfte der von der Verbraucherzentrale untersuchten Unternehmen erfüllen die Voraussetzungen für eine transparente Preisangabe also nicht (vgl. diagrammische Darstellung der Untersuchung).

"Laut § 1 Preisangabenverordnung ist derjenige, der Letztverbrauchern gegenüber gewerbs- oder geschäftsmäßig Waren oder Leistungen anbietet, dazu verpflichtet, die Preise anzugeben, die zu zahlen sind, einschließlich der Umsatzsteuer und sonstiger Bestandteile," so Batista weiter. "Daher fordern wir die Unternehmen auf, unverzüglich die Preise für Fernwärme auf ihren Internetseiten zu veröffentlichen."

Heute geht der Gesetzesentwurf zum Energiewende- und Klimaschutzgesetz durch den Landtag. Darin werden alle Unternehmen, die Fernwärme anbieten, gesetzlich dazu verpflichtet, ihre vollständigen Preise im Internet zu veröffentlichen. Damit findet die von der Verbraucherzentrale seit langem vertretene Ansicht eine gesetzliche Verankerung. Alle Unternehmen, die dem Gesetz nicht folgen werden, werden von der Verbraucherzentrale abgemahnt.