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Ohne Hindernisse zum Haus gelangen

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Barrierefreiheit beginnt schon vor der Haustür. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Weg zum und ins Haus sicher und komfortabel gestalten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bodenbeläge auf Treppen und Gehwegen sollten rutschfest, möglichst kontrastreich und auch bei Dunkelheit so ausgeleuchtet werden, dass sie gut erkennbar sind.
  • Vor und hinter der Haustür ist eine größere Bewegungsfläche sinnvoll, um Einkaufstaschen, aber auch den Kinderwagen oder den Rollator abstellen zu können.
  • Vor der Haustür darf sich weder Regenwasser noch Schnee sammeln, deshalb sind ein Vordach und ein Gitterrost mit Drainage bei einem schwellenfreien Übergang ins Haus besonders wichtig.
modernes Haus mit ebenerdigem Zugang, Dachüberstand
barrierefreier Hauszugang
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Stolperfallen beseitigen

Um möglichst unfallfrei vom Gehweg bis zum Hauseingang zu gelangen, sollten Sie Stolperfallen wie hochstehende Bodenplatten beseitigen. Wichtig ist zudem ein rutschfester und möglichst kontrastreicher Bodenbelag, der auch im Dunkeln gut wahrnehmbar sein sollte.

Auch ins Haus hinein sollten Sie Stolperfallen vermeiden. Das klappt, wenn die Haustür schwellenlos eingebaut wird und der Schmutzrost- bzw. die Entwässerungsrinne und Fußmatten außen und innen bündig in den Boden eingelassen sind.

Eingang gut ausleuchten

Mit einer guten Beleuchtung auf dem Weg zum Haus und im Eingangsbereich vermindern Sie gerade auf Treppen und Gehwegen die Unfallgefahr. Wichtig ist, dass Sie Stufen und Bodenbeläge auch im Dunkeln und bei Nässe einwandfrei erkennen können. Achten Sie darauf, die Lichter so zu platzieren, dass sie blendfrei und ohne Schlagschatten leuchten. Ein ausreichend beleuchteter Zugang mit gut erkennbarer und lesbarer Hausnummer hilft auch Ihren Gästen oder Post- und Paketdiensten Ihr Zuhause zu finden.

LEDs sind nicht nur energiesparend. Mit vielen rotwelligen Lichtanteilen, also warmweißem statt kaltweißem Licht, tragen sie auch zum Überleben von Insekten bei und leisten einen Beitrag zum Klimaschutz.

Höhenunterschiede sicher überwinden

Höhenunterschiede vom Weg zum Haus sollten spätestens vor der Haustür auf gleicher Ebene enden. Am sichersten ist eine gut begeh- oder befahrbare Rampe, deren Neigung weniger als 6 Prozent beträgt. Ist eine Treppe unvermeidbar oder zur besseren Orientierung gewünscht, sollten die Stufen ebenfalls einen rutschfesten Belag, aber keine Überstände haben. Für sehbeeinträchtigte Menschen kann es hilfreich sein, mindestens die erste und letzte Stufenkante kontrastreich zu markieren, um zu signalisieren, wann die Treppe beginnt und aufhört. Handläufe links und rechts verleihen Ihnen zusätzlich Sicherheit beim Gehen.

Bewegungsfreiheit schaffen

Vor der Haustür und unmittelbar dahinter im Haus brauchen Sie Platz, um beispielsweise einen Kinderwagen, Ihre Einkäufe oder auch den Rollator parken zu können. Eine Fläche von mindestens 1,20 m x 1,20 Meter sollte es schon sein, für Menschen im Rollstuhl ist sogar eine Bewegungsfläche von 1,50 x 1,50 Meter sinnvoll. Oft sind die notwendigen Bewegungsflächen auch vom Rollstuhltyp abhängig. Beachten Sie: Je breiter die Tür ist, umso größer ist ihr Radius und umso mehr Freifläche benötigen Sie.

Breite Haustür einsetzen

Damit Sie bequem in Ihre Wohnung oder Ihr Haus hineinkommen, ist eine Durchgangsbreite von mindestens 90 Zentimetern empfehlenswert. Für einen elektrischen Rollstuhl benötigen Sie eine Türdurchgangsbreite von 1 Meter. In diesem Fall ist eine elektrische Türöffnung hilfreich. Generell gilt: Um eine stabile, sichere Haustür leichter öffnen und schließen zu können, ist es sinnvoll und komfortabel, einen ergonomisch geformten Türgriff oder eine senkrechte Stange zu haben. Außerdem sollten Sie einen Abstand von mindestens 50 Zentimetern zwischen dem Türgriff und seitlichen Bauteilen einplanen. Gerade mit Rollator oder Rollstuhl ist dieser Abstand wichtig, damit Sie seitlich parallel an die Tür heranfahren können, ohne dass Füße oder Rollator im Weg sind oder Sie sich kopfüber nach vorne beugen müssen.

Vor Regen und Wind schützen

Ein Vordach und ein zusätzlicher seitlicher Windschutz schirmen Sie vor Kälte, Hagel, Schnee und Regen ab. Damit können Sie auch gleichzeitig Ihre Haustür vor Witterungseinflüssen schützen und so deren Lebensdauer verlängern.

Draußen brauchen auch die Mülltonnen einen gut zugänglichen und leicht bedienbaren Abstellplatz. Für die Müllabfuhr ist eine gute Erreichbarkeit ebenfalls vorteilhaft, damit die Tonnen an den Abfuhrtagen ohne Ihre Mithilfe geleert werden können.

Dass Regen-, Spritz- oder Schmelzwasser ins Haus eindringt, lässt sich auch bei einem ebenen und schwellenfreien Übergang verhindern, wenn Sie folgende Regeln beachten: Es darf kein Wasser eben vor der Haustür stehen. Deshalb sollte unmittelbar vor der Haustür eine ausreichend breite Entwässerungsrinne liegen und das Wasser aus dem darunter befindlichen Auffangkasten über eine Drainage abgeleitet werden.

Zusätzlich empfiehlt sich ein leichtes Bodengefälle von 2 Prozent, damit das Wasser vom Haus wegfließen kann. Ein stärkeres Gefälle kann Menschen verunsichern, wenn sie die Neigung plötzlich beim Auftreten spüren und abgestellte Gegenstände wie Dreiräder, Rollatoren oder Rollstühle wegrollen können. 

Klingel und Briefkasten nutzerfreundlich anbringen

Klingel, Gegensprechanlage, Namensschild, Türdrücker und Briefkasten sind in einer Höhe zwischen 0,85 und 1,05 Meter für alle gut sicht- und erreichbar zu platzieren. Eine gut erkennbare Hausnummer und Klingel helfen dem Paketdienst, Gästen und im Notfall auch Rettungskräften, den Weg zu Ihnen schnell und sicher zu finden.

Bei der KfW-Bank können Sie einen zinsgünstigen Kredit für den altersgerechten Umbau erhalten. Einen Investitionszuschuss für Maßnahmen zur Barrierereduzierung gibt es auch. Um die Fördermittel zu erhalten, müssen Sie jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite Förderung fürs Eigenheim.

Einbrüche verhindern

Anstelle eines Schlüssels versprechen ­Systeme ­wie ­zum­ Beispiel ­Transponder, Finger­print oder ­Zahlencode eine einfache und sichere Bedienung. Bevor Sie sich für ein neues Schließsystem entscheiden, testen Sie in einem Fachgeschäft die Bedienfreundlichkeit. Und Vorsicht: Nicht alle Systeme bieten einen hundertprozentigen Schutz vor Hackerangriffen!

Damit sich keine unerwünschten Personen Zutritt zu Ihrem Haus verschaffen können, sollten Sie von innen sehen können, wer draußen vor der Tür steht. Die einfachste und kostengünstigste Lösung ist ein Weitwinkelspion, der in die Tür eingebaut ist oder ein neben der Haustür angebrachtes festverglastes senkrechtes Fensterelement.

Mehr Komfort und Sicherheit bietet eine Türsprech- und Klingelanlage mit elektrischem Türöffner, am besten noch kombiniert mit einem optischen Signal und einer Videokamera. Derartige Anlagen können Sie mit einem mobilen oder festen Gerät von verschiedenen Räumen aus bedienen. Inzwischen sind die Kameras sehr klein und von außen kaum wahrnehmbar. Dank Infraroterkennung funktionieren sie auch im Dunkeln. 

Eine automatische Türverriegelung sichert den Zugang, nachdem Sie das Haus oder die Wohnung betreten haben. Diese Sperre verwehrt den Zutritt von außen, erlaubt Ihnen von innen aber jederzeit, die Tür ohne Weiteres zu öffnen.

Personenbezogene Zugangssysteme oder geprüfte und zertifizierte Alarmanlagen können den Einbruchschutz zusätzlich verbessern. Bei einer (kriminal-)polizeilichen Beratungsstelle in Ihrer Nähe können Sie sich kostenlos beraten lassen.