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Die Strom-Diät: Warum mein Kaffee jetzt besser schmeckt

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Als Energie-Experte bei der Verbraucherzentrale empfehle ich natürlich, Strom zu sparen. Wie das genau geht und wie es den Alltag verändert, habe ich im Selbstversuch ausprobiert – und dabei einige Überraschungen erlebt.

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Eigentlich hatte ich gar keinen Grund zum Stromsparen. Mit 2.400 Kilowattstunden Jahresverbrauch auf der Rechnung landete unser Drei-Personen-Haushalt in der besten Kategorie mit "sehr geringem Verbrauch" – so sah das zumindest mein Stromversorger.

Abschied vom alten Elektroherd

Aber dann passierte etwas: In der Silvesternacht gab unser alter Elektroherd den Geist auf. Mit ihm verließ uns auch – Achtung! – die Hälfte unseres gesamten Stromverbrauchs. Als Nachfolger schafften wir einen Flüssiggasherd an. Der Tausch: 1.200 Kilowattstunden Strom gegen 22 Kilogramm Gas (Gesamtkosten: unter 30 Euro). So einfach ist Energiesparen?

Der Gasherd musste nach unserem Umzug in eine größere Wohnung wieder weg, weil der Vermieter etwas dagegen hatte. Also kam ein Induktionsherd – leider mit Strom betrieben, aber auch sehr effizient. Die alten Glühbirnen ersetzten wir durch LED-Leuchtmittel, die alte Spülmaschine durch eine moderne. Das Ergebnis auf der Jahresabrechnung: 1.400 Kilowattstunden.

Vorlesen statt Fernsehen

Nach einem weiteren Umzug hat sich mein Haushalt auf 1,5 Personen verkleinert, und der Stromverbrauch schmilzt dahin wie die Butter in der Pfanne. Geschirrspülmaschine? Passt nicht in die Küche. Ein Fernseher nur für die "Sendung mit der Maus"? Brauche ich nicht, vorlesen macht mehr Spaß. Kaffeemaschine? Ersetzt durch Handmühle und Espressokanne. Der Kaffee schmeckt seitdem besser! W-LAN teile ich mir mit den Nachbarn, und zum Telefonieren genügt das Handy.

Standby war gestern

Die Liste meiner übrig gebliebenen Elektrogeräte ist kurz: Eine Waschmaschine der Energie-Effizienzklasse A+++; ein Plattenspieler ohne Standby-Funktion, Lautsprecher, ein schaltbares Netzkabel fürs Laptop, ein Ladegerät mit Schalter fürs Handy, eine Induktionsplatte mit Schalter, ein Handmixer, ein Kühlschrank vom Vermieter und ein Durchlauferhitzer. Die Tendenz: 500 Kilowattstunden Jahresverbrauch!

Der Haken kommt jetzt: Strom wird unglaublich teuer, wenn man wenig verbraucht. Bei einem Jahresverbrauch von 2.400 Kilowattstunden hatte mich die Kilowattstunde 30 Cent gekostet. Bei 500 Kilowattstunden im selben Tarif sind es 47 Cent. Würde ich nur eine Kilowattstunde verbrauchen, müsste ich dafür 107,66 Euro bezahlen - 12 mal Grundgebühr plus 26 Cent für eine Kilowattstunde.

Der Kühlschrank: ein Fall für den Sperrmüll

Trotzdem mache ich weiter. Als nächstes Sperrmüll-Opfer habe ich den Kühlschrank meines Vermieters im Visier: Der verbraucht 250 Kilowattstunden Strom pro Jahr – die Hälfte meines gesamten Verbrauchs! Mit einem neuen Gerät sind hier nochmal 150 Kilowattstunden Ersparnis drin. Der Preis pro Kilowattstunde steigt damit von 47 auf 57 Cent, trotzdem spare ich insgesamt weitere 40 Euro im Jahr.

Wenn Sie wissen möchten, wie Sie zuhause ganz einfach Strom sparen können, nutzen Sie unsere unabhängige Energieberatung. Für einkommensschwache Haushalte sind alle Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter 0800 – 809 802 400 (kostenfrei). Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

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