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Das Spiel mit der "Unsicherheit" – Abodienste im Mobilfunkbereich

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Einfache Abrechnung, undurchsichtiges Verfahren: Wer am Ende vor überraschenden Kosten steht, ist der Verbraucher!

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Es soll so einfach sein. Ein Klick, ein Kauf und abgerechnet wird über die Handyrechnung. Im Fall von Abo-Diensten, die der Verbraucher auch wirklich in Anspruch nehmen wollte, ist es eine einfache, unkomplizierte Bezahlmethode. Neben dem Mobiltelefon sind keine weiteren Voraussetzungen notwendig, wie z.B. Kreditkarten oder ein PayPal-Konto. Doch der schnelle Klick kann teuer werden. Vor allem, wenn der Verbraucher gar nicht weiß, dass er ein Abonnement abgeschlossen hat, sei es von einem Informations- oder einem Unterhaltungsdienst. Bei der nächsten Telefonrechnung tauchen dann unter der Rubrik "Leistungen Dritter" Beträge auf, die er nicht zuordnen kann. Und dann ist die Unsicherheit groß: "Habe ich dieses Abo überhaupt abgeschlossen? Wann war denn das und wie habe ich das denn gemacht?"

So hat es auch eine Verbraucherin erlebt: Auf ihren Monatsrechnungen hat sie Drittanbieterforderungen für angeblich im Internet abgeschlossene Abo-Verträge festgestellt. Diese sind auf den Rechnungen allgemein als ,,Abo-Infodienste" deklariert. Allerdings ist sie sich sicher, zu keiner Zeit bewusst kostenpflichtige Abo-Verträge abgeschlossen oder kostenpflichtige Dienstleistungen in Anspruch genommen zu haben. Nun fühlt sie sich von ihrem Vertragspartner getäuscht, der darauf besteht, dass die Drittforderungen beglichen werden.

Unwissentlich und unwillentlich genutzte Dienste sind nach wie vor keine Seltenheit. Das weiß auch der Gesetzgeber. Daher müssen Mobilfunkunternehmen ihren Kunden die kostenlose Einrichtung einer Drittanbietersperre auf Wunsch einrichten. Wenn diese nicht auf spezielle Kategorien wie "emotionale Erwachsenenunterhaltung" beschränkt werden kann, sperrt der Mobilfunkanbieter möglicherweise auch erwünschte Anwendungen. Aus diesem Grund stellen seriöse Drittanbieter ihren Kunden häufig auch andere Abrechnungsmöglichkeiten zur Verfügung, die der Verbraucher in diesen Fällen nutzen kann.

In strittigen Fällen steht die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein Ratsuchenden aktiv zur Seite. Betroffene, die bereits unerwartete Beträge auf der Rechnung haben, erhalten in den Beratungsstellen in Heide, Lübeck, Norderstedt, Flensburg und Kiel Hilfestellung nebst Musterschreiben.