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Betongold: Mietwohnung als Geldanlage

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Wer heutzutage Geld übrig hat, der hat ein Problem. Für 50.000 Euro auf dem Sparbuch gibt es zwischen fünf und 50 Euro Zinsen pro Jahr - kaum genug für die Kontogebühren. Aktien, Unternehmensanleihen oder Investmentfonds sind vielen Sparern zu riskant. Bleibt der Haus- oder Wohnungskauf.

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Eine Möglichkeit ist der Kauf einer Mietwohnung als Renditeobjekt. Doch auf künftige Vermieter kommen einige Herausforderungen zu. Das beginnt schon mit der Suche nach einer geeigneten Wohnung zum Vermieten. Hier gilt die Faustregel: Je größer der Ort, desto größer die Chance auf einen geeigneten Mieter. Interessant sind Städte mit mindestens 30.000 Einwohnern. Das Schnäppchen irgendwo im Niemandsland mag verlockend klingen, doch wenn sich kein Mieter findet, bringt auch die sonnigste Altbauwohnung nichts ein. Stattdessen verursacht sie zusätzliche Kosten.

Am besten um die Ecke kaufen

Ob die Lage attraktiv ist, können Käufer am besten beurteilen, wenn sie sich eine Wohnung im eigenen Wohnort suchen. Die "Schrottimmobilien" der 90er Jahre haben gezeigt, was passieren kann, wenn man aufs Geratewohl eine Wohnung in einer fremden Gegend kauft. Die Preise für Wohnungen sind in den letzten fünf Jahren in größeren Städten um etwa 25 Prozent gestiegen.

Soviel kostet eine Wohnung

Eine Eigentumswohnung in Kiel kostet etwa 2.500 Euro pro Quadratmeter. Je attraktiver die Wohnung und ihr Umfeld, desto teurer ist sie. Kleine Wohnungen in durchschnittlicher Lage kosten etwa 1.500 Euro je Quadratmeter. Bei einer geräumigen Wohnung mit gehobener Ausstattung in einer begehrten Lage kann der Quadratmeterpreis über 5.000 Euro liegen. Zum Kaufpreis kommen die Grunderwerbsteuer (6,5 Prozent des Kaufpreises) sowie Gebühren für den Notar und die Grundbucheintragung (etwa 1,7 Prozent des Kaufpreises) hinzu. Wenn ein Makler beteiligt ist, bekommt dieser rund 3,5 Prozent.

Die ersten Schritte als Vermieter

Wer einen zuverlässigen Mieter sucht, sollte auf jeden Fall eine Bonitätsauskunft, etwa über die Schufa einholen. Auch eine Nachfrage bei vorherigen Vermietern kann sich lohnen. Bei der Verwaltung können unerfahrene Vermieter auf die Hilfe von Verwaltungsgesellschaften zurückgreifen. Die Nebenkostenabrechnungen, das Hausgeld und ggf. das Abmahnen von säumigen Mieten übernehmen die Profis zu Pauschalpreisen.

Das bringt die Immobilie ein

Die durchschnittliche Kaltmiete in Kiel liegt bei 7,50 Euro pro Quadratmeter. Abzüglich der Kosten für die Instandhaltung von etwa 15 Prozent der Kaltmiete sollte am Ende des Jahres eine Mietrendite von drei bis vier Prozent pro Jahr möglich sein. Wenn ein Teil der Immobilie mit einem Kredit finanziert wird, schmälert die Zinsbelastung die Rendite zusätzlich. Wer auf eine Preissteigerung der Immobilie hofft und auf diesem Weg Geld verdienen möchte, sollte die Spekulationssteuer im Auge behalten. Bei Immobilien ist ein Gewinn aus dem Verkauf erst nach zehn Jahren steuerfrei.