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Aufklärung zwischen Tür und Angel – wenn der Arzt keine Zeit hat

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Bevor der Arzt den Patienten behandelt, muss er diesen genau aufklären und die Einwilligung des Patienten einholen. Oftmals nimmt sich der Arzt jedoch wenig Zeit, da die nächsten Patienten schon ungeduldig warten.

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Bevor der Arzt den Patienten behandelt, muss er diesen genau aufklären und die Einwilligung des Patienten einholen. Oftmals nimmt sich der Arzt jedoch wenig Zeit, da die nächsten Patienten schon ungeduldig warten.

Fühlt sich der Patient nicht ausreichend aufgeklärt, sollte dieser nachhaken, bevor er die Praxis mit offenen Fragen im Kopf verlässt.

Nach einem Besuch beim Arzt wird dem Patienten K. eine Magenspiegelung nahe gelegt. Diese soll ausgerechnet am nächsten Tag durchgeführt werden. Der Arzt erklärt nur in einem Satz, warum diese Maßnahme durchgeführt werden soll und wirft mit Fachbegriffen um sich. Anschließend soll der Patient einen Aufklärungsbogen unterschreiben. Die Folge: K. fühlt sich überrumpelt und weiß nach wie vor nicht, warum der Arzt die Magenspiegelung durchführen möchte. Auf weitere Nachfragen des Patienten geht der Arzt nicht ein. Warum die Eile und muss es gleich eine Magenspiegelung sein?

Der Patient muss sich für oder gegen eine ärztliche Behandlung entscheiden und die Einwilligung zu einer Behandlung erklären. Um die Entscheidungsfreiheit des Patienten sicherzustellen, hat der Arzt deshalb Aufklärungspflichten. Nach dem Patientenrechtegesetz hat der Patient einen Anspruch auf eine umfassende und verständliche Aufklärung. Insbesondere muss der Arzt ggf. über die Diagnose, über verschiedene Behandlungsmöglichkeiten und deren Erfolgschancen sowie über die zu erwartenden Risiken und Nebenwirkungen und möglichen Folgen der Behandlung aufklären – und zwar mündlich. Keinesfalls darf die Aufklärung dadurch ersetzt werden, dass der Patient lediglich Aufklärungsbögen zur Unterzeichnung in die Hand gedrückt bekommt.

Die Aufklärung muss außerdem so rechtzeitig erfolgen, dass der Patient genügend Zeit hat, die vorgeschlagene Behandlung zu überdenken. Eine Aufklärung, die etwa eine Stunde vor der Operation erfolgt, ist nicht rechtzeitig – es sei denn, die Behandlung ist unaufschiebbar (Notfall). Dabei gilt die Faustregel: je schwerer der geplante Eingriff und die zu erwartenden Risiken und möglichen Komplikationen sind, desto mehr Zeit sollte der Patient haben, das Für und Wider eines Eingriffs und seiner Folgen umfassend abzuwägen.

Viele Fragen an den Arzt fallen dem Patienten häufig erst nachträglich ein. In diesen Fällen sollten Patienten ihre Fragen notieren und um ein zweites Gespräch bitten.

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) steht allen Interessierten für Fragen gern zur Verfügung. Sie erreichen uns unter der Telefonnummer: 0431-590 99 60.