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Alle Jahre wieder - Geschenkeumtausch

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Endlich: Der neue Roman vom Lieblingsautor! Diesen aber gleich doppelt. Und schon wieder eine hässliche Krawatte und noch ein schwülstiges Eau de Toilette. Nach den Feiertagen laufen alle los und tauschen ihre Geschenke um und bekommen so, was sie sich wirklich wünschen.

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Die frohe Botschaft: Viele Händler nehmen die Ware zurück und tauschen sie um. Aus dem hässlichen 70er-Jahre-Schlips von Schwiegermutter wird so eine modische Seidenkrawatte, mit der sich der Beschenkte ins Büro trauen kann. Auch der Familienfrieden bleibt gewahrt.

Was viele Verbraucher aber nicht wissen: Ein Recht auf Umtausch ist gesetzlich nicht vorgesehen. Umtausch ist Kulanzsache und funktioniert nur, wenn der Händler mitspielt. Rein rechtlich gilt beim Einkauf im Geschäft der Grundsatz: Gekauft ist gekauft.

Die meisten Händler gehen aber wohlwollend mit ihren Kunden um und gewähren ihnen ein Umtauschrecht. Dies nicht zuletzt auch aus eigenem Interesse, denn zufriedene Kunden kommen wieder und lassen die Kasse klingeln. Um das Geschäft anzukurbeln, bieten Einzelhändler zur Weihnachtszeit oftmals weitreichende Umtauschgarantien.

Was der Händler in der Werbung verspricht, wird dann quasi zum Gesetz. Beispiel: Wenn im Laden Schilder hängen mit dem Hinweis "2-Wochen-Geld-zurück", muss der Händler sich auch daran halten, wenn der Verbraucher den Umtausch wünscht.

Hat der Händler dagegen nur einen Gutschein versprochen, muss er beim Umtausch kein Bargeld erstatten. Die Bedingungen für den Umtausch sind Verhandlungssache. Ist nichts vereinbart, kann der Verbraucher nur auf den guten Willen des Händlers hoffen.

Anders ist die Sache bei Onlinekäufen. Wer im Internet oder beim Versandhändler bestellt, hat per Gesetz ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Die Frist beginnt mit dem Erhalt der Ware und der Widerrufsbelehrung. Fehlt die Widerrufsbelehrung oder ist sie falsch formuliert, beginnt die Frist nicht. Folge: Der Verbraucher kann den Kaufvertrag nun auch später noch widerrufen.

Widerruf bedeutet: Der Kauf wird storniert. Der Verbraucher schickt die Ware zurück und bekommt im Austausch den Kaufpreis erstattet. Der Widerruf muss jedoch ausdrücklich erfolgen, allein die Rücksendung der Ware reicht nicht aus! Vom Widerrufsrecht ausgenommen sind leicht verderbliche Waren wie Lebensmittel und individuell angefertigte Produkte.

Gänzlich zu unterscheiden vom kulanten Umtauschrecht oder dem Widerrufsrecht ist die Geltendmachung von Mängeln an einer Sache. Wenn die zu Weihnachten verschenkte Kaffeemaschine also bereits im März streikt, stehen Ihnen selbstverständlich die gesetzlichen Gewährleistungsmängel wie Nacherfüllung, Minderung, Rücktritt oder auch ggf. Schadensersatz zu.

So weit die Grundzüge. Sollten Sie weitere Fragen haben, besuchen Sie uns in einer unserer Beratungsstellen. Wir helfen Ihnen gern weiter.