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2016 – Auf Patienten kommen zahlreiche Neuregelungen zu

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Nachdem mit Ablauf des letzten Jahres ein seit fast 15 Jahren durch die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein mitgetragenes Patientenberatungsprojekt überraschend aufgrund eines Trägerwechsels enden musste, nimmt die Verbraucherzentrale die Zügel nun selbst in die Hand.

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Es wird auch zukünftig ein - nun aber entgeltpflichtiges - regionales Beratungsangebot für alle Ratsuchenden in Schleswig-Holstein geben. Der gewohnt qualitativ hochwertige und kompetente Beratungsstandart der Verbraucherzentrale steht Ihnen weiterhin nach Terminabsprache zunächst in der Beratungsstelle Kiel zur Verfügung. Profitieren Sie von unseren Kenntnissen und Erfahrungen.

Eine unabhängige Beratung von Patienten ist heute notwendiger denn je, denn das Gesetzeskarussell dreht sich immer schneller und auch in diesem Jahr hat sich der Patient auf Neues einzustellen:

Durchschnittlicher Zusatzbeitrag steigt auf 1,1 Prozent

Viele gesetzlich Krankenversicherte müssen 2016 höhere Beiträge aufbringen: Der durchschnittliche Zusatzbeitrag, der allein von den Arbeitnehmern zu tragen ist, steigt auf 1,1 Prozent. Damit erhöht sich der Gesamtbeitrag im Schnitt auf 15,7 Prozent.

Diesen Zusatzbeitrag kann jede Kasse eigenständig festlegen. Er richtet sich unter anderem danach, wie wirtschaftlich eine Krankenkasse arbeitet. Einige verzichteten bislang ganz darauf, andere haben ihn bei 1,3 Prozent festgelegt.

Erheben Krankenkassen den zusätzlichen Beitrag erstmals oder wollen ihn anheben, dann müssen sie ihre Mitglieder vorab in einem gesonderten Schreiben auf das Recht zur Sonderkündigung sowie auf die Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes hinweisen. Ein Kassenwechsel kann sich daher gegenwärtig durchaus noch auszahlen.

Zuzahlung bei Rezepten: Höhere Freibeträge

Höhere Freibeträge schonen seit 1. Januar 2016 den Geldbeutel bei den üblichen Zuzahlungen zu Rezepten und therapeutischen Behandlungen. Von den jährlichen Bruttoeinnahmen können für den im gemeinsamen Haushalt lebenden Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner 5.229 Euro (bisher: 5.103 Euro) abgezogen werden. Der Kinderfreibetrag ist von zuvor 7.152 Euro auf 7.248 Euro für jedes Kind angehoben worden.

Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung müssen seit 2004 Zuzahlungen zu ärztlichen Verordnungen leisten (ausgenommen sind Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr).

Ärztliche Diagnose: Recht auf zweite Meinung

Bei bestimmten, planbaren Eingriffen haben Patienten seit dem 1. Januar 2016 einen gesetzlichen Anspruch auf eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung. Das Recht soll vor allen Dingen Krankheitsbilder umfassen, bei denen die Gefahr einer unnötigen Operation besteht. Welche das genau sind, legt der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) bis zum Jahresende fest. Auch Krankenkassen können darüber hinaus in ihren Satzungen Angebote zur Zweitmeinung festlegen.

Leichterer Tarifwechsel bei der privaten Krankenversicherung

Seit dem 1. Januar 2016 verpflichten sich die im Verband organisierten Versicherer, die bereits 2014 eingeführten Leitlinien verbindlich einzuführen. Versicherte können bares Geld sparen.

Nach dem Versicherungsvertragsgesetz haben Kunden einer privaten Krankenversicherung stets das Recht, bei ihrem Anbieter in einen anderen Tarif zu wechseln. In der Praxis allerdings scheuten sich Versicherer oftmals nicht, allerlei Hürden aufzustellen - die nun verbindliche Einführung des Leitfadens soll mehr Verbraucherschutz gewährleisten.

Die Beratungspraxis hat auch gezeigt, dass gerade private "Tarifoptimierer" wechselbereiten Versicherten mitunter zu Tarifmodellen raten, die nicht von Vorteil sind. Man spart eventuell Beiträge, muss aber deutliche Leistungsansprüche hinnehmen, die dann wieder erhebliche Kosten verursachen! Zusätzlich zahlt man dem "Tarifanbieter" auch noch eine saftige Provision.

Zu diesen Themen und zu sämtlichen Fragestellungen im Bereich der gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen steht Ihnen die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein gern zur Verfügung.

Terminliche Absprachen und Vereinbarungen unter der Rufnummer 0431 – 59099 40.